Sunnitische Geistliche erschossen
Schicksal vieler Geiseln im Irak ist ungewiss

Das Schicksal einer britischen und zweier US-Geiseln im Irak war kurz vor Ablauf eines von Extremisten gestellten Ultimatums am Montag weiter ungewiss. Auch von zwei französischen Journalisten, die vor einem Monat verschleppt worden waren, fehlt weiter jede Spur.

HB BAGDAD. Die Entführer des Briten und der zwei US-Geiseln haben gedroht, den in der vergangenen Woche verschleppten Männern die Kehlen durchzuschneiden, sollten nicht bis Montag alle weiblichen Häftlinge aus den irakischen Gefängnissen Abu Ghraib und Umm Kasr freigelassen werden. Nachrichtenagentur Ansa hatte am Wochenende berichtet, zwei verschleppte Italienerinnen seien möglicherweise an Anhänger des Al-Kaida-Verbündeten Abu Mussab Al-Sarkaui verkauft worden.

Die Organisation Al-Sarkauis hatte sich im Internet auch zu der Entführung des Briten und der beiden Amerikaner bekannt. Bewaffnete Männer hatten am Donnerstag das Haus der drei Zivilisten in Bagdad überfallen und die Männer verschleppt. Nach Angaben des US-Militärs befinden sich in beiden von den Entführern erwähnten Gefängnissen keine weiblichen Inhaftierten. In US-Gewahrsam seien lediglich zwei Frauen, denen vorgeworfen werde, für das Waffenprogramm des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein gearbeitet zu haben.

Al-Sarkauis Gruppe Tauid und Dschihad wird für zahlreiche Entführungen und Anschläge im Irak verantwortlich gemacht. Sie hat sich auch zur Enthauptung einer US-Geisel im Mai und eines Südkoreaners im Juni bekannt. Für die Ergreifung des Jordaniers Al-Sarkaui haben die USA ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

Der französische Innenminister Dominique de Villepin sagte in einem Zeitungsinterview, er bereite sich auf ein langes Warten bis zur Freilassung der beiden verschleppten Journalisten vor. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die beiden Männer noch am Leben seien. „Alle Hinweise scheinen zu bestätigen, dass die Geiseln noch leben. Aber wir sind wegen der Lage im Irak in einer extrem schwierigen Situation“, sagte der Minister der Zeitung „Republicain Lorrain“.

Am Wochenende hatte die radikale Gruppe Islamische Armee eine Erklärung im Internet veröffentlicht, wonach die Gefangenschaft der beiden Journalisten beendet sei. Sie befänden sich nun freiwillig weiter bei der Gruppe, um über sie zu berichten. Die Echtheit der Mitteilung konnte nicht geprüft werden.

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