Superlative als Marketinginstrument
Die Welt ist nicht genug

Deutschland kommt unter den Hammer. Mindestgebot: 113 344 990 Dirham oder knapp 26 Mill. Euro. Wer den Zuschlag erhält, erwirbt indes nur eine fast 40 000 Quadratmeter große Insel vor der Küste Dubais in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Deutschland ist eine von rund 200 künstlich aufgeschütteten Inseln, die das derzeit wohl spektakulärste Tourismus-Projekt weltweit ausmachen: The World. Die Emiratis wollen bis 2008 im Persisch-Arabischen Golf, fünf Kilometer vor der Küste Dubais, eine Inselgruppe anlegen, die aus der Vogelperspektive einer Weltkarte gleichen soll.

DUBAI. Das Bauprojekt ist längst nicht das einzige dieser Art – seit Jahren nutzen die Scheichs Superlative als aggressives Marketinginstrument für ihr Emirat. Das Luxus-Hotel Burj Al Arab ist weltweit inzwischen fast so bekannt wie der Eiffelturm oder die Oper Sydneys. Als Wahrzeichen der Wüstenstadt prangt das segelförmige Gebäude auf den Autokennzeichen des Emirats.

Vor allem durch Superprojekte hat sich Dubai innerhalb weniger Jahre von einem relativ unbekannten Handels-Emirat zu einer globalisierten Weltstadt entwickelt. Die aktuellen Pläne lesen sich wie ein Kapitel im Guinessbuch der Rekorde. Eines der ehrgeizigsten Vorhaben neben The World ist Dubailand. Mit dem touristischen Vergnügungspark soll sich die Ausdehnung der Stadt, in der heute 1,3 Mill. Einwohner leben, innerhalb der nächsten Jahre fast verdoppeln.

Anders als beim Bau des Freizeitparks vernachlässigten die Emiratis bei anderen Projekten die Stadtplanung bisher jedoch nahezu gänzlich. „Bei der Planung unserer Stadt haben wir große Fehler gemacht – das enorme Wachstum haben wir nicht ausreichend berücksichtigt“, gibt der Geschäftsführer von Dubailand, Salem Bin Dasmal, zu. Die Planungsfehler der Vergangenheit rächen sich jetzt täglich: Die motorisierte Stadt steht zu den Hauptverkehrszeiten nahezu still. Selbst die achtspurigen Straßen können das hohe Verkehrsaufkommen nicht mehr verkraften.

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