Supermacht in der Krise

Warum die US-Schulden nicht das Problem sind

Alle reden von Amerikas Schulden und dem Verlust der Top-Bonität. Doch US-Schuldtitel sind höchst begehrt, und der Dollar zeigt sich unbeeindruckt. Experten meinen: Das Problem sind gar nicht die Schulden.
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Die Schuldenuhr der USA. Quelle: dpa

Die Schuldenuhr der USA.

(Foto: dpa)

WashingtonVerrückte Welt der Märkte: Als die Aktienbörsen nach der denkwürdigen Herabstufung der US-Bonität am Montag erstmals wieder öffneten, folgte weltweit der erwartete Kurseinbruch. Amerikas Staatsanleihen verbuchten hingegen satte Gewinne - obwohl Standard & Poor's doch gerade den Ratingdaumen gesenkt hatte. Klares Zeichen, dass die Welt auch weiterhin Amerika ihr Geld anvertraut.

Fast trotzig klang es, als US-Präsident Barack Obama denn auch verkündete: „Die Märkte glauben weiterhin, dass unser Rating AAA ist“. Und ginge es nach Amerikas Investorenlegende Warren Buffett, bekäme das Land gar die Note „AAAA“, wenn es sie denn gäbe.

„Wirkliche Sorge macht das Wachstum, nicht die US-Schulden“, meint Randall Forsyth, renommierter Kolumnist des US-Finanzmagazins „Barron's“. Kein Zweifel: Da steht es in den USA nicht zum besten, aber auch global verdüstert sich das Bild: China zieht die Zinsschraube an, Europa schnallt den Gürtel merklich enger. „Die US-Schuldensituation ist, so bedrohlich sie langfristig wirkt, das geringste der drängendsten Probleme der Weltwirtschaft“, so Forsyth.

Nach der Beinahe-Apokalypse im Gefolge der Finanzkrise kommt die größte Volkswirtschaft der Welt einfach nicht in die Hufe. Im zweiten Quartal legte sie aufs Jahr gerechnet gerade einmal um schlappe 1,3 Prozent zu. Noch schlimmer der revidierte Wert für die ersten drei Monate: Ein hauchdünnes Plus von 0,4 Prozent lässt allmählich Befürchtungen wachsen, dass die US-Konjunktur zwei Jahre nach dem Ende der großen Rezession abermals abschmieren könnte. Der jüngste Bericht vom Jobmarkt gab etwas Hoffnung, doch liegt die Arbeitslosenquote weiter hartnäckig über neun Prozent.

Selbst Ende 2012 sehen die Experten des Investmenthauses Goldman Sachs den Anteil arbeitsloser Amerikaner noch in etwa dort. Deshalb und weil eine Verschlimmerung der Finanzkrise in Europa die globale Konjunktur beschädigten könnte, taxiert Goldman Sachs die Chance einer neuerlichen US-Rezession nun auf um die 30 Prozent.

Gigantisches Loch in US-Kassen
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27 Kommentare zu "Supermacht in der Krise: Warum die US-Schulden nicht das Problem sind"

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  • @ m.g71

    völlig richtig. Jedes System, das ein unendliches Wachstum voraussetzt kann nicht funktionieren. Und ein System, wo die Mittel nur von Unten nach Oben verteilt werden, kann ebenso nicht funktionieren.
    Das System, das wir haben macht beides. Kapital von unten nach Oben verteilen und dabei auf unendliches Wachstum setzen (Reinform des Kapitalismus). Dabei wird die "Durchreichung nach Oben" immer schneller und irgendwann kommt der Crash, weil von unten nichts mehr bzw. immer weniger nachkommt. Da sind wir nun gerade und um das hinauszuzögern geben die Notenbanken immer mehr Geld aus und erzeugen dadurch Inflation (welche den Prozess weiter beschleunigt).

    Mhhh...also mich erinnert das ganz stark an das, was Karl Marx in "Das Kapital" schon geschrieben hat... ;-)
    Also - wer wundert sich darüber? Finanzkrise? Wirtschaftskrise? Mich wundert da gar nix...

  • Wirklich äusserst schwact einfach einen Artikel von Barron's zu übersetzen und den Verfasser dann als renommierten Experten zu bezeichnen (http://online.barrons.com/article/SB50001424052702304214004576495191992978126.html). Liegt das am Journalisten-Streik oder ist die Qualität des Handelsblatt wirklich so unterirdisch??

  • okay, also schulden machen ist nicht schlimm? No it´s not!
    hm also schenkt man heute einem der 14.468.245.650.350$ und pro Sekunde werden es nur einige 1000$ mehr, mehr vertrauen als den Glaübigern? Interessant, ich sollte dies mal bei meinem nächsten Banktermin überdenken!
    Was haben denn die Arnis noch zu bieten??? ach ja....das größte Militär der Welt, und die größten Spritfresser, und einen Dagobert Buffet, der sich gerade ins Fäustchen lacht und seine durch die kurze heraufbefeuerte Kriese verdienten Milliarden in irgendwelche dunklen Kanäle investiert während er sich gerade im Anflug auf seine chinesische Schneiderin neue AAAA Kleider Maßschneider lassen will.
    Nachdem nun auch der demokratische Bill Obama Cosby gescheitert ist, obwohl er seinen EX Pflegesohn „Osama bin jetzt tot aber ohne beweis“ töten lies wird es langsam wieder Zeit für AMERICA SUCHT DEN SUPERPRÄSIDENTEN! Ich würde zur Abwechslung mal wieder einen Schauspieler vorschlagen, und denke das so spontan an David Hasselhof.
    Statt Yes we can könnte es dann heißen: looking for freedom
    Oh Gott, ich muss jetzt Schluss machen, Julian Ansage brüllt mir aus seiner Zelle zu, das ich endlich ruhig sein soll, und warum ich noch nicht kapiert habe, dass wir alle nur ver APPLE werden.

  • Schon erstaunlich mit welchem verbalen Esperanto immer
    weiter versucht wird, die Welt zu verar...schen.
    Die USA sind hochverschuldet und Pleite.Das ist die traurige Realitätät.Und alle selbsternannten "Experten"
    wissen selbst nicht mehr, welchen schwachsinn sie täglich
    in die Welt posaunen.Aber, das ist mein trost,wir die Realität auch diese einholen.

  • Klar Sparen hilft immer.
    Aber es sollte schon ausreichen, wenn wieder ein gesundes Denken zurückkehrt. Man muss nicht hier ales unnötig verkomplizieren, es reicht auch in der Politik aus, wenn der gesunde Menschenverstand genutzt wird.

    Eigentlich sollten (außer in Krisenzeiten)nur etwas weniger ausgegeben werden, als man einnimmt.
    Leistungstrfäger sollten anerkannt und entsprechend bezahlt werden.

    Aber gut, der Zeitgeist hat sich für den Sozialstaat und das Schuldenmachen entschieden.

  • Ja, vor dem Füllen des Fasses (also der Wertberichtigung/Abschreibung von leeren Versprechen durch Infaltion) das Loch suchen bzw. einen Boden einziehen. Denn wenn Sie die Schleusen öffnen ohne dies glaubwürdig zu tun, öffenen sie die Büchse der Pandorra.

    Außerdem hat das Finden der Ursache der Probleme und stopfen des Loches den Charme, genauer hinschauen zu müssen, wer vom dysfunktionalen Schuldenirrsinn ggfls. überproportional und leistungslos profitiert hate. Da wird eine kräftige Sonderabgabe fällig. Ist gut für den inneren Frieden, wenn es gerecht zugeht.

  • zwei zweitel liest sich aber schöner :)

  • 5 Prozent reichen! Eine bessere Idee habe ich nicht.

  • Nichts anderes sage ich doch, das das System in sich nicht gesund ist. Und das das die Politik nicht wahr haben will weil bestimmte Kräfte es so weiter beibehalten wollen weil sie davon profitieren. Kann sein das die einzige Gesundung der totale Zusammenbruch auf Raten ist.... auf jeden Fall soll mir keiner mehr sagen das dieses System rational ist.

    Rational living in an irrational World.... lesen sie diesen Artikel mal.

  • Die Weginflationierung der Schulden ist die einzig mögliche
    Lösung, wie sagte schon Bundeskanzler Helmut Schmidt:
    " Lieber fünf Prozent Inflation als fünf Prozent Arbeitlose"
    Jetzt kriegen wir halt zehn Prozent Inflation statt den
    Zusammenbruch,wer hat eine bessere Idee?

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