Supermarkt-Attentat in Paris: Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Helfer

Supermarkt-Attentat in Paris
Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Helfer

Die vier Männer sollen den islamistischen Attentäter Amédy Coulibaly mit Waffen und Fahrzeugen versorgt haben, das Ermittlungsverfahren wird nun eingeleitet. Coulibaly hatte eine Polizistin und vier Juden getötet.
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ParisDie französische Justiz hat Ermittlungsverfahren gegen vier mutmaßliche Helfer des islamistischen Attentäters Amédy Coulibaly eingeleitet. Die vergangene Woche festgenommenen Männer sollen den Attentäter mit Waffen und Fahrzeugen versorgt haben, wie der Pariser Staatsanwalt François Molins am Mittwoch sagte.

Ihnen werde die „Bildung einer terroristischen Vereinigung zur Verübung von Verbrechen gegen Personen“ zur Last gelegt. Sie wurden in Untersuchungshaft genommen. Drei der vier Männer waren in der Vergangenheit wegen Delikten wie Raub und Drogenhandel verurteilt worden.

Willy P., Christophe R. und Tonino G. hätten Ende 2014 in Waffengeschäften im Großraum Paris für Coulibaly unter anderem Messer, Tränengasgranaten und eine Elektroschockpistole gekauft, sagte Molins. Sie seien auch beim Kauf eines Autos der Marke Renault zugegen gewesen, das nach Coulibalys Angriff auf einen jüdischen Supermarkt im Osten von Paris nahe des Tatorts gefunden wurde. Coulibaly hatte die Autoschlüssel bei sich.

DNA-Spuren des vierten mutmaßlichen Helfers, Michaël A., seien auf Waffen nachgewiesen worden, die in einer von Coulibaly genutzten Wohnung im Pariser Vorort Gentilly gefunden wurden. Coulibaly und Michaël A. hätten vor den Anschlägen häufig miteinander telefoniert, sagte Molins.

Coulibaly hatte am 8. Januar – einen Tag nach dem Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten – nahe Paris eine Polizistin und tags darauf bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier Juden getötet. Er hatte Verbindungen zu den „Charlie Hebdo“-Attentätern Chérif und Said Kouachi. Die drei Islamisten wurden am 9. Januar bei Polizeieinsätzen erschossen.

Bei der Suche nach Unterstützern der Islamisten wurden vergangene Woche zwölf Verdächtige festgenommen, acht von ihnen wurden später wieder freigelassen. Die vier anderen Verdächtigen im Alter zwischen 22 und 28 Jahren – Willy P., Christophe R., Tonino G. und Michaël A. – wurden am Dienstag Richtern vorgeführt, dann wurden Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet.

Die Ermittlungen zu der Anschlagsserie in Paris mit insgesamt 17 Todesopfern wird ab sofort von drei auf Terrorvergehen spezialisierten Untersuchungsrichtern geleitet. Staatsanwalt Molins räumte am Mittwoch ein, dass die Ermittlungen zwar bei der Suche nach mutmaßlichen Helfern von Coulibaly vorangekommen seien, aber weniger bei der Suche nach Unterstützern der Brüder Kouachi.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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