Susanne Osthoff
Appell an die Entführer

Der Bundesregierung ist es immer noch nicht gelungen, Kontakt zu den Entführern der Deutschen Susanne Osthoff und ihres irakischen Fahrers aufzunehmen. Der Druck auf die Geiselnehmer wird jedoch größer. Immer mehr einflussreiche Persönlichkeiten setzen sich für die Freilassung ein.

HB BERLIN. Dass noch keine Verbindung zu den Entführern bestehe, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin am Sonntagvormittag. Der Krisenstab bemühe sich aber weiterhin um Kontakt zu den Entführern. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte am Samstag gesagt: „Bedauerlicherweise ist es uns in der ersten Woche nicht gelungen, mittelbar oder unmittelbar Kontakt zu den Entführern aufzunehmen.“

Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft appellierten gemeinsam an die Entführer der 43-Jährigen. Unter der Überschrift „Lasst Sie frei!“ forderten unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), EU-Chefdiplomat Javier Solana, und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, in der „Bild am Sonntag“ ein sofortiges Ende der Geiselnahme.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der Zeitung: „Unser Land nimmt Anteil an ihrem Schicksal. Seit mehr als einer Woche befindet sie sich in der Gewalt ihrer Entführer. Die Bundesregierung setzt alles daran, das Leben von Susanne Osthoff und auch das ihres Begleiters zu retten. Dafür arbeiten die Mitarbeiter des Krisenstabes rund um die Uhr. Wir appellieren an die Täter, die Entführten unverzüglich freizulassen.“

Die Mutter und die Schwester des Opfers hatten in den vergangenen Tagen über den arabischen Nachrichtensender al Dschasira an die Geiselnehmer appelliert, die 43-Jährige freizulassen. Der Aufruf sei im Irak auf große Beachtung gestoßen, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Das gelte auch für die Verurteilung der Tat durch religiöse Autoritäten. Medienberichten zufolge forderte der radikale Schiiten-Prediger Muktada al Sadr beim Freitagsgebet in Nadschaf die Entführer auf, Osthoff sofort freizulassen.

Auch die islamischen Dachverbände in Deutschland haben die Freilassung von Susanne Osthoff gefordert. „Wir verurteilen diese Tat auf Schärfste“, sagte Präsident Ibrahim El-Zayat beim Jahrestreffen der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ in Leverkusen. Nadeem Elyas vom Zentralrat der Muslime in Deutschland sagte: „Wenn sich diese Entführer als Muslime empfinden, dann sollen sie sich auch wie Muslime verhalten.“

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