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Svein Harald Øygard: Der Mann fürs Unmögliche

Als erster ausländischer Zentralbankchef muss Svein Harald Øygard einen europäischen Staat vor dem Bankrott retten. Er soll Islands zusammengebrochenes Finanzsystem wieder sanieren, das Vertrauen in die isländische Krone wiederherstellen und die verstaatlichten Banken Kaupthing, Glitnir und Landsbanki wieder auf den richtigen Weg bringen.

STOCKHOLM. Svein Harald Øygard kann anpacken. Schon seine erste Pressekonferenz vor wenigen Tagen in der isländischen Hauptstadt Reykjavik verlief so, wie man das von einem echten Macher erwartet. Kurze Antworten, klare Bescheide, dann ein schneller Blick auf die Uhr, bloß keine Zeit verlieren. Die hat der 48-jährige Norweger nämlich gar nicht.

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Island steht am Rande eines Staatsbankrotts, konnte im vergangenen Herbst nur durch einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds und einzelner Staaten vor der Pleite gerettet werden. Der Inselstaat im Nordatlantik hatte sich gewaltig überhoben, da seine drei Banken, Landsbanki, Kaupthing und Glitnir, seit Anfang dieses Jahrtausends einen gewaltigen Kreuzzug durch Europa führten und vor allem in Großbritannien und Skandinavien Versicherungsgesellschaften, Banken, Airlines und Einzelhandelsketten übernahmen. – Auf Pump natürlich. Dann kam die Finanzkrise und die Vulkaninsel erlebte eine finanzielle Eruption, wie man sie in Europa bislang nicht gesehen hat. Die Schulden der drei Banken beliefen sich auf rund das Zehnfache des isländischen Bruttoinlandsprodukts, und die Banken waren binnen weniger Tage zahlungsunfähig und mussten verstaatlicht werden. Die Krone verlor gegenüber Euro und Dollar fast zwei Drittel ihres Wertes, die Inflation nähert sich der 20 Prozent-Marke, die Arbeitslosigkeit steigt.

Nun soll Øygard Isländern und Ausländern den Glauben an die Zukunft zurückgeben und das Finanzsystem stabilisieren. „Für einen Ökonomen ist das eine große Herausforderung“, räumt er ein. Øygard bringt allerdings die Erfahrungen mit, die sein Vorgänger David Oddsson nicht hatte. Der musste vergangenen Freitag endgültig seinen Hut nehmen, nachdem er sich monatelang gegen den von der Regierung geforderten Rücktritt gestemmt hatte. Oddsson wird wie die mittlerweile abgelöste alte Regierung für die tiefe Krise der Vulkaninsel verantwortlich gemacht.

Der neue Mann weiß, wie man mit Zahlen umgeht, nur die Öffentlichkeit hat er bisher gemieden: Bis Ende vergangener Woche arbeitete er beim Beratungsriesen McKinsey in Norwegen – 13 Jahre lang. Zuvor war er Staatssekretär im Finanzministerium. Seine Job: Inflationsanalysen sowie Preis- und Lohnmodelle. Diese Erfahrungen wird er gut brauchen können.

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