Syrien
Anschlag trifft Assads Regime schwer

Bei einem Selbstmordanschlag sind hochrangige Vertreter des Regimes getötet worden. Der Verteidigungsminister und sein Vertreter - ein Schwager von Präsident Assad - starben. Über weitere Opfer wird noch spekuliert.
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DamaskusEine Bombe sprengt eine empfindliche Lücke in die Führungsspitze des syrischen Regimes: Verteidigungsminister Daud Radscheha und Asef Schawkat, der Schwager von Präsident Baschar Assad, sind bei dem Anschlag in Damaskus getötet worden. Das berichtete das syrische Staatsfernsehen.

Den Berichten zufolge wurde auch der Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar schwer verletzt, als der Sprengsatz am Mittwoch vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte im Al-Rawda-Viertel explodierte. Sein Zustand sei aber stabil. In der Nationalen Sicherheitsbehörde fand gerade eine hochrangig besetzte Sitzung des Krisenstabs statt.

Schawkat war zuletzt stellvertretender Kommandeur der Streitkräfte. Als ehemaliger Militärgeheimdienstchef gilt er bei der Opposition als eine der meistgehassten Persönlichkeiten innerhalb der Regierung.

Das Attentat soll nach Angaben von Aktivisten auf das Konto der Freien Syrischen Armee gehen. Sie besteht größtenteils aus bewaffneten Einheiten von Deserteuren der syrischen Regierungstruppen.

Das Staatsfernsehen berichtete, der Anschlag sei das Werk eines Selbstmordattentäters. Regimegegner sprachen von einer Autobombe.

Bei mehreren Anschlägen in Damaskus in den vergangenen Monaten waren Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Die Opposition und das Regime hatten sich jeweils gegenseitig beschuldigt.

Die beiden Regimegrößen Schawkat und Radscheha waren im vergangenen Mai schon einmal totgesagt worden. Damals war berichtet worden, sie seien bei einem gemeinsamen Essen des Krisenstabs in Damaskus vergiftet worden.

Abgesehen von dem Anschlag zählten die Regimegegner am Mittwoch landesweit 18 Tote. Die meisten von ihnen seien von Regierungstruppen in den Provinzen Homs und Daraa getötet worden, hieß es. Angriffe habe es auch in Damaskus gegeben, vor allem in den Vierteln Al-Kabun und Al-Midan.

Am Dienstag hatten die Regierungstruppen nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter allein in Damaskus 17 Menschen getötet. Landesweit zählte die Organisation mehr als 100 Tote. Die regierungsamtliche Zeitung „Al-Thawra“ schrieb am Mittwoch: „Damaskus ist schwer in die Knie zu zwingen, selbst wenn sich die ganze Welt gegen diese Stadt verbünden sollte.“

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  • Ich denke Stalin hat sich verzockt...
    Ich denke Kutusov hat sich verzockt...
    Ich denke Peter I hat sich verzockt...
    Ich denke Ivan Grosnij hat sich verzockt...

    Hehe, kaufen Sie sich ein Buch.

  • Ich denke Putin hat sich verzockt, hätte er eingelenkt und auf eine friedliche Lösung unter seiner Führung gedrängt, dann ständ seinem weiterem militärischen Standbein nichts im Wege, ob jedoch die Regimegegner ihn jetzt willkommen heißen, wenn alles vorbei ist, sei zu bezweifeln.
    Tja zocken will gelernt sein ....

  • Das Ende dieses Regimes ist doch ganz offensichtlich nur noch über Gewalt zu erreichen. Und wenn nicht durch Gewalt von Außen, dann eben durch Gewalt von Innen (mit Unterstützung von Außen).

    Man muss kein Kriegstreiber sein um zu erkennen, dass diejenigen die jetzt noch von einer "diplomatischen" Lösung träumen, unter totalem Realitätsverlust leiden.

    Aber als Politiker darf man das natürlich nicht aussprechen, das ist sogar mir klar!

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