Syrien
Assad macht Boden gut, US-Allianz tötet Terror-Chef

Während Assads Armee im Kampf gegen die Rebellen Boden gut macht, gelingt dem von den USA geführten Bündnis ein wichtiger Schlag im Kampf gegen den Terror. Derweil sollen russische Kampfjets Zivilisten getötet haben.

Beirut/London/Teheran/Tel Aviv/WashingtonDie von der russischen Luftwaffe unterstützte syrische Armee macht offenbar deutliche Geländegewinne im Kampf gegen die Rebellen im Land. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte am Samstag mit, bei ihrer Offensive nahe der Stadt Aleppo habe die Armee drei Dörfer südlich der Stadt zurückerobert. Im Osten versuche sie, die Belagerung des Luftwaffenstützpunktes Kweires durch Extremisten des Islamischen Staates (IS) und Rebellen zu durchbrechen. Weitere Kämpfe gibt es um die nördlichen Provinzen Hama, Idlib und Latakia als auch um die von Rebellen kontrollierten Gebiete bei Homs und Damaskus sowie um die südliche Provinz Deraa an der Grenze zu Jordanien.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau flogen russische Kampfflugzeuge am Wochenende rund 75 Angriffe. Dabei seien etwa 100 Einrichtungen des IS getroffen worden. Russland widersprach zugleich der Darstellung des Westens, die Kampfeinsätze richteten sich auch gegen andere Gegner von Präsident Baschar al-Assad. Ministerpräsident Dmitri Medwedew sagte, es gehe Russland nicht darum, Assad im Amt zu halten. Ziel sei die Niederschlagung des IS. Das syrische Volk bestimme selbst, wer das Land regiere. Das müsse nicht Assad sein. Syrien sollte aber nicht vom IS regiert werden.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die von Aktivisten betriebene Medienplattform Syrische Revolution in der Stadt Talbise in der Provinz Homs berichteten derweil. dass russische Jets vier Zivilisten getötet haben. Maschinen vermutlich russischer Herkunft hätten in dem Dorf al-Ghanto eine Trauergesellschaft bombardiert, hieß es. Zudem hätten syrische und russische Kampfflugzeuge ländliche Gebiete im Norden der Provinz angegriffen. Hubschrauber der Regierung hätten Fassbomben abgeworfen.

Das von den USA geführte Bündnis gegen die Terrormiliz Islamischer Staat bestätigte die Tötung eines Terrorführers in Syrien. Sanafi al-Nasr sei bereits am Donnerstag im Nordwesten des Landes getötet worden, erklärte das US-Militär. Er sei ein Führer der sogenannten Chorasangruppe gewesen, einer geheimen Zelle des Terrornetzwerks Al-Kaida, das in Konkurrenz zum IS steht. Al-Nasr habe jahrelang Geld beschafft und Kämpfer rekrutiert, hieß es. US-Verteidigungsminister Ash Carter sprach von einem bedeutenden Schlag.

Die Extremistengruppe Chorasan ist nach Überzeugung von US-Geheimdiensten ein Ableger der im syrischen Bürgerkrieg kämpfenden Al-Nusra-Front. Anders als die diese konzentrieren sich die Chorasan-Mitglieder demnach nicht auf den Kampf in Syrien, sondern auf die Planung von Terroranschlägen gegen westliche Staaten.

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte bereits am Freitag den Tod von al-Nasr, der auf der US-Terrorliste steht, durch einen Luftangriff in der nordsyrischen Provinz Aleppo gemeldet. Bei dem Angriff seien auch zwei weitere ranghohe Mitglieder der Al-Nusra-Front getötet worden. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien; ihre Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

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