International

_

Syrien: Assad will ein bisschen mit Rebellen reden

Die Soldaten des syrische Präsident Assad haben am Freitag erneut rund 100 Menschen getötet. Doch Assad selbst gibt sich gesprächsbereit: Er wolle mit der Opposition reden - ignoriert allerdings deren Vorbedingungen.

Ein syrischer Rebell geht in der Nähe von Aleppo in Stellung gegen Assad-treue Soldaten. Quelle: Reuters
Ein syrischer Rebell geht in der Nähe von Aleppo in Stellung gegen Assad-treue Soldaten. Quelle: Reuters

Damaskus/Beirut/AmmanDie Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad hat sich zu einem Dialog mit den Aufständischen "ohne Vorbedingungen" bereiterklärt. "Die Tür ist offen, der Verhandlungstisch ist da, willkommen allen Syrern, die mit uns einen Dialog führen wollen", sagte Informationsminister Omran al-Sohbi in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem syrischen Staatsfernsehen. Die syrische Regierung meine es "ernst hinsichtlich eines Dialogs".

Anzeige

Er spreche von einem "Dialog ohne Bedingungen, der niemanden ausschließt", sagte der Minister. Wenn aber "jemand zu mir sagt, 'ich will über diese Frage reden, sonst töte ich dich', ist das kein Dialog", fügte al-Sohbi hinzu.

Fotos von vorderster Front Unterwegs mit syrischen Rebellen in Aleppo

  • Fotos von vorderster Front: Unterwegs mit syrischen Rebellen in Aleppo
  • Fotos von vorderster Front: Unterwegs mit syrischen Rebellen in Aleppo
  • Fotos von vorderster Front: Unterwegs mit syrischen Rebellen in Aleppo
  • Fotos von vorderster Front: Unterwegs mit syrischen Rebellen in Aleppo

Der syrische Oppositionschef Ahmed Moas al-Chatib hatte direkte Gespräche mit Regierungsvertretern angeboten, die "kein Blut an den Händen" hätten. Al-Chatibs Bündnis machte deutlich, dass es dabei unbedingt auch um einen Rücktritt Assads gehen müsse. Zudem drohte al-Chatib, er werde sein Gesprächsangebot zurückziehen, wenn die Regierung nicht bis Sonntag alle festgenommenen Aufständischen freilasse.

Dramatischer Appell Syriens Oppositionschef fordert Handeln

Weltgemeinschaft handle im Syrien-Konflikt unmoralisch, sagt Oppositionschef.

Soldaten des Regimes von Präsident Baschar Al-Assad haben in den vergangenen Tagen verstärkt versucht, Kämpfer der Rebellen aus Vororten der Hauptstadt zu vertreiben. Bei den heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen sind am Freitag nach Angaben der Opposition 44 Menschen getötet worden. Die oppositionelle Gruppe Local Coordination Committees teilte zudem mit, bereits am Donnerstag seien bei Kämpfen weitere 47 Menschen getötet worden.

In der Hauptstadt versuchten Regierungssoldaten, die Kontrolle über einen Teil der Ringstraße zurückzuerobern. Rebellen hatten den Bereich im Bezirk Dschobar am Mittwoch eingenommen. Zeugen berichteten von schweren Gefechten. Kampfflugzeuge beschössen die Region mit Raketen.

In Syrien gibt es seit März 2011 einen Aufstand gegen Assad, der sich zu einem Bürgerkrieg entwickelte. Bei Kämpfen zwischen Rebellen und der Armee starben nach Schätzungen der Uno bislang mehr als 60.000 Menschen.

Drohender Flächenbrand USA warnen Syrien vor Waffenlieferungen

Nach dem israelischen Angriff auf Damaskus steigt die Sorge vor einem Flächenbrand.

  • 24.02.2013, 23:27 UhrRobin_Sinclair

    Diese angebliche freie Syrische Armee besteht aus Fanatischen Muslimen die einen Kalifat-Staat möchten. Sie dulden keine andersgläubigen wie Christen,Juden,Alaviten usw.
    Sie töten unschuldige Zivilisten und behaupten anschließend es wären die Milizionäre gewesen!
    Und sowas wird dann im Westen Rebellen genannt. Und was ist dann die RAF ? etwa auch Rebellen ? oder die NSU ? - Wahrscheinlich ein netter Gesangsverein.
    Diese Angeblichen Rebellen töten , nehmen Geiseln um Lösegeld zu erpressen, zwingen anständige Syrer sich ihnen anzuschließen und sind total ungebildet.
    Die meisten von Ihnen können weder lesen noch schreiben.
    Ebenso kommen jeden tag immer ausländische Söldner und Djihadisten aus Lybien, Tunesien und Saudi-Extremistan durch die Türkische Grenze ins Land.
    Assad ist gewiss kein Lupenreiner Demokrat , aber will Reden! er beschützt die Minderheiten im land , und bekommt heute noch Rückendeckung aus den Mittelstand.

  • 10.02.2013, 04:53 Uhrdschungelmann

    Die 'Rebellen' koennen gar nicht verhandeln, denn 'an deren Haenden Blt klebt, mit denen verhandeln wir nicht'. Das schliesst schon in sich jede Verhandlung aus. Zudem 160 000 Gefangene freilassen? Sonst noch was? Nein, diese Typen WOLLEN nicht verhandeln.

  • 09.02.2013, 18:16 Uhrmerlot-56

    Rebellen was für eine verharmlosende Wortwahl. Das sind arbeitsscheue Kriminelle. Soweit ich mich erinnere, wurden die, die in Deutschland in den 70 ern den bewaffneten Aufstand probten zu Recht als Terroristen bezeichnet. So viel kann Demokratie gar nicht wert sein, dass man es in Kauf nimmt, dass das ganze Land verwüstet wird. Was nach Assad kommt sehen wir abschreckend in Ägypten.

  • Die aktuellen Top-Themen
Gabriel in USA: Werben für das Freihandelsabkommen

Werben für das Freihandelsabkommen

Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat sich bei seinem USA-Besuch Forderungen nach einer höheren Verschuldung Deutschlands widersetzt. Das würde weder Italien oder Frankreich helfen, wettbewerbsfähiger zu werden.

Blutbad in Bagdad: Ex-Blackwater-Angestellte schuldig gesprochen

Ex-Blackwater-Angestellte schuldig gesprochen

Die US-Sicherheitsfirma Blackwater war im Irak mit dem Schutz von Botschaftsmitarbeitern beauftragt. Ein Massaker in Bagdad kostete die Firma seine Aufträge. Nun wurden vier Ex-Mitarbeiter schuldig gesprochen.

Schüsse in Ottawa: Schießerei erschüttert kanadisches Parlamentsviertel

Schießerei erschüttert kanadisches Parlamentsviertel

Dutzende Schüsse peitschten durch das kanadische Parlament. Stehen Islamisten dahinter? Nichts ist sicher. Noch nicht einmal die Anzahl der Täter. Die westliche Welt sichert Unterstützung zu.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International