Syrien bestätigt Geste, spielt deren politische Bedeutung aber herunter
Chatami bestreitet historischen Händedruck

HB BERLIN. Der israelische Rundfunk verbreitete am Freitag eine Meldung, die um die Welt ging: Am Rande der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. in Rom habe sich der israelische Präsident Mosche Katzav mit dem syrischen Präsidenten Baschar al Assad und dem iranischen Präsidenten Mohammad Chatami getroffen. Die Politiker hätten sich erstmals die Hand gereicht, hieß es.

Das Dementi folgte einen Tag später: Chatami bestritt, dass er Katsav die Hand gereicht habe. In einer Mitteilung aus Teheran heißt es, er habe Katsav weder gesprochen noch ihm die Hand geschüttelt.

Der israelische Präsident bestätigte dagegen den israelischen Medienbericht. Er habe Chatami und dem syrischen Präsidenten Assad in historischen Gesten die Hand gereicht und Frieden gewünscht, sagte er. Assad bestätigte den Händedruck, erklärte aber, es habe sich um eine reine Förmlichkeit gehandelt.

Der israelische Außenminister Silvan Schalom sagte in einem Interview mit der italienischen Zeitung «La Stampa», er bezweifle, dass der Händedruck mit Chatami und Assad einen diplomatischen Durchbruch darstelle. Beide Politiker seien Extremisten. «Das konnte nur dank der wahrlich magnetischen Persönlichkeit von Johannes Paul II. passieren», so Schalom.

Syrien und Israel befinden sich offiziell noch im Kriegszustand. Israel und der Iran haben seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

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