Syrien
Deutschland will bei C-Waffen-Beseitigung helfen

Welches Land nimmt die 1000 Tonnen Chemiewaffen aus Syrien vorerst auf? Und wo sollen die tödlichen Kampfstoffe anschließend zerstört werden? Deutschland ist zur Mithilfe bereit – aber nicht im eigenen Land.
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BrüsselDie Bundesregierung will bei der Zerstörung von rund 1000 Tonnen Chemiewaffen aus Syrien helfen, diese Waffen aber nicht nach Deutschland bringen lassen. „Deutschland steht bereit, sich an der Vernichtung der Chemiewaffen technisch, logistisch und finanziell zu beteiligen“, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Montag in Brüssel am Rande eines Treffens der EU-Außenminister.

Allerdings sollten die Waffen nicht in Deutschland selbst vernichtet werden. „Wenn ich mir das technisch - auch von den Entfernungen, von den geografischen Strecken her - ansehe, dann denke ich, macht eine solche Diskussion gar keinen Sinn“, sagte Westerwelle. Die UN-Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sucht nach einem Ort für die Vernichtung der tödlichen Kampfstoffe, nachdem Albanien seine zunächst erklärte Bereitschaft zurückgezogen hatte.

„Ich will nichts Anderes sagen, als dass aus unserer Sicht die Frage „in Deutschland?“ sich nicht stellt, weil es wirklich aus unserer Sicht weit geeignetere Regionen und Wege gibt“, sagte Westerwelle. Welche Regionen dies seien, sagte er nicht. Die Gespräche der OPCW müssten jetzt sehr schnell dazu genutzt werden, „um eine neue Örtlichkeit, eine neue Region zu identifizieren“. Dem Plan der OPCW zufolge sollen alle chemischen Substanzen, mit denen Waffen hergestellt werden können, bis zum 5. Februar 2014 aus Syrien abtransportiert sein.

Westerwelle sagte, Deutschland habe hinsichtlich der Vernichtung von Chemiewaffen eine große technische Expertise: „Wir haben die Fähigkeiten, wir haben gezeigt, dass wir damit auch sehr verantwortungsvoll umgehen. Wir haben die Firmen, die das können. Und deswegen ist das ja schon ein wichtiges Angebot.“ Dies sei eine hoch komplizierte Aufgabe: „Es gibt ja nicht so viele, die wirklich die technologische Fähigkeit besitzen, in sicheren kontrollierbaren Umständen Chemiewaffen tatsächlich rückstandslos zu vernichten und dann auch zu entsorgen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Syrien: Deutschland will bei C-Waffen-Beseitigung helfen"

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  • "Deutschland will bei C-Waffen-Beseitigung helfen"
    "Wolfsfreund"

    Ich dachte eigentliche weniger ans "mixen" als an die Lieferung evtl. großtechnischer Anlagen zur Bereitung u.a. auch solcher "Delikatessen".

  • "Kann es sein, daß Deutschland auch bei der Befähigung zur Herstellung solcher Waffen beteiligt war?"
    ---
    Befähigung? Solche Gifte kann jeder zusammenrühren, der in der Basisvorlesung "Organische Chemie" nicht geschlafen oder mit dem Nachbarn Schiffe versenken gespielt hat. Die Chemie dazu ist ausgesprochen primitiv und ggf. im Web zu finden, wenn die geistigen Fähigkeiten zum Verständnis eines Lehrbuches nicht reichen. Dazu reicht bei etwas bösartiger Phantasie und und einer gehörigen Portion Leichtsinn eine Hinterhofgarage und ein paar Glasgeräte.
    Der Knackpunkt bei dieser Art Giften ist die Vernichtung frei nach dem Motto "Die Geister, die ich rief...". Dabei entstehen nämlich schon mal gerne Dioxine, von der grundsätzlichen Toxizität und den daraus resultierenden Vorsichtsmaßnahmen mal ganz zu schweigen.

  • "Deutschland will bei C-Waffen-Beseitigung helfen"

    Kann es sein, daß Deutschland auch bei der Befähigung zur Herstellung solcher Waffen beteiligt war? Dann würden ein paar "Spezialisten" ja gleich zwei Mal verdienen:
    1. Bei der Beschaffung
    2. Bei der Beseitigung
    Grüßter "Freuden-Genießer":
    Der Deutsche Steuerzahler

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