Syrien
Die Verbündeten Assads

Die USA und ihre wichtigsten Partner verlangen von Moskau den Bruch mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Doch dieser kann sich auf seine Verbündeten verlassen – nicht nur im Kreml.
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Tel AvivAm liebsten wäre es den USA, wenn Russland die Unterstützung für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad beendet. Die Marschflugkörper auf einen syrischen Flughafen und der Besuch des US-Außenministers Rex Tillerson in Moskau brachten in dieser Sache bisher aber keinen Erfolg. Russland bleibt der wichtigste Verbündete Assads. Wie auch der Iran hält das Land zu Assad, um seine eigene geostrategische Lage im Nahen Osten zu verbessern.

Eine Lösung der syrischen Krise ist ohne Einverständnis Russlands nicht mehr denkbar. Denn Moskau hat sich als Machtfaktor im Mittleren Osten zurück gemeldet. Ohne russische Unterstützung würde sich Assad nicht an der Macht halten können. Präsident Wladimir Putin gibt seine Hilfe allerdings nicht zum Nulltarif. Er hat in Syrien seinen Hafen für Kriegsschiffe am Mittelmeer ausgebaut und in Syrien eine Luftwaffenbasis erhalten. Zudem ist die Allianz mit Assad für Moskau ein gutes Geschäft. Assad kauft Jagdflugzeuge und Luftabwehrraketen in Russland.

Auch der Iran stützt Assad und nutzt den syrischen Krieg, um seine Position im Nahen Osten auszubauen. So schickt Teheran Elitetruppen der Revolutionsgarden nach Syrien, um Teile des schiitischen Gürtels zu realisieren, der bis ans Mittelmeer reichen soll. Auf Geheiß Teherans unterstützen die schiitischen Hisbollah-Milizen Assad ebenfalls, was die iranischen Regionalmacht-Ambitionen zusätzlich unterstreicht. Teheran will zudem Israel von den Golanhöhen verdrängen, die seit dem Sechs-Tage-Krieg besetzt sind. Im Dezember hatte Teheran eine neue Armeeeinheit gegründet, die in Syrien für die iranischen Interessen kämpfen soll.

Während Russland und der Iran Assads Schwäche nutzen, um ihren Machteinfluss im Nahen Osten auszudehnen, profitiert in den von Assad kontrollierten Gebieten eine zwar kleine, aber politisch einflussreiche Schicht. Das Chaos in Syrien und die Sanktionen benutzen Händler, um importierte Waren zu Schwarzmarktpreisen zu verlaufen. Sie umgehen die Sanktionen und verdienen Millionenbeträge, indem sie importieren, was aufgrund der Sanktionen für Syrer legal nicht erhältlich ist. Diese Kriegsprofiteure haben ein Interesse, dass Assads Regime bleibt. Laut der Zeitschrift „The Atlantic” begann die Blüte des Schwarzmarktes in den von Assad kontrollierten Gebieten bereits wenige Woche nach Ausbruch des Bürgerkriegs vor sechs Jahren. Damals hatte US-Präsident Barack Obama Syrien mit Wirtschaftssanktionen belegt. Er wollte damit Assad für die Verletzung von Menschenrechten bestrafen. Heute tragen die Profite der Schwarzmarkthändler dazu bei, den Krieg zu verlängern. Zu Assad stehen auch die Handelskammern.

Am syrischen Elend verdienen auch Offiziere der iranischen Revolutionsgarden. Als Gegenleistung für die militärische Hilfe, die er aus Teheran erfährt, hat Assad regimenahen Institutionen und Gruppen Zugang zum syrischen Markt verschafft.

Die Zusammensetzung der Armee ist ein weiterer Faktor, der Assad stützt. Assad gehört der alawitischen Minderheit an, einer Religion, die zum schiitischen Spektrum gehört. In Spitzenpositionen werden vor allem Angehörige von Minderheiten eingesetzt. So besteht die Führung der Luftwaffe größtenteils aus Alawiten, die lediglich zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie halten zu Assad, weil sie um ihr Leben fürchten, sollte Assad nicht mehr im Präsidentenpalast sein.

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