Syrien

Feuerpause für Aleppo um 72 Stunden verlängert

Das Schweigen der Waffen wird vom Westen als Voraussetzung für neue Friedensgespräche gesehen. Nun ist die Feuerpause in der schwer umkämpften Stadt Aleppo verlängert worden. Ganz in der Nähe wird aber weiter gekämpft.
Derzeit schweigen die Waffen in der hart umkämpften Stadt. Quelle: Reuters
Aleppo

Derzeit schweigen die Waffen in der hart umkämpften Stadt.

(Foto: Reuters)

BeirutDie Feuerpause für die im syrischen Bürgerkrieg schwer umkämpfte Stadt Aleppo ist einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge um 72 Stunden verlängert worden. Die Vereinbarung gelte ab Samstag, 00.00 Uhr (MESZ) neben Aleppo auch für Teile der Provinz Latakia, meldete Sana unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Bislang wurde die Feuerpause in Aleppo Anwohnern zufolge weitgehend eingehalten.

Das Schweigen der Waffen wird vom Westen als Voraussetzung für weitere Friedensgespräche gesehen. Die Verhandlungen zwischen Rebellen und Vertretern der Führung in Damaskus waren ins Stocken geraten. Streit hatte sich insbesondere an der künftigen Rolle Assads entzündet. Die Rebellen wollen ihn von jeder Übergangsregierung ausschließen, Assad lehnt dies ab.

Stadt in Trümmern
Die zerstörte Altstadt von Aleppo
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Kämpfer der radikalislamistischen Al-Nusra-Front haben mehrere Ortschaften südlich von Aleppo von den Regierungstruppen zurückerobert, darunter den strategisch wichtigen Ort Chan Tuman.

Nach den Luftangriffen nahe Aleppo
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Bei den erbitterten Kämpfen zwischen der Al-Nusra-Front und den Regierungstruppen seien in weniger als 24 Stunden mehr als 70 Menschen getötet worden, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag: 43 Kämpfer der Al-Nusra-Front und ihrer Verbündeten sowie 30 Soldaten und Damaskus-treue Milizionäre.

Ein zerstörtes Krankenhaus in Aleppo
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Bei der Al-Nusra-Front handelt es sich um den syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Sie kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite moderaterer Rebellengruppen. Die derzeitige Waffenruhe gilt für die Al-Nusra-Front und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht.

Erneute Luftangriffe auf die Region um Aleppo
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Die Dschihadisten eroberten der Beobachtungsstelle zufolge die Ortschaft Chan Tuman und umliegende Dörfer. Die Armee verlor demnach durch die Niederlage eine ihre Hauptverteidigungslinien in der Region. Die Rebellen seien näher an die Verbindungsstraße zwischen Aleppo und der Hauptstadt Damaskus herangerückt, hieß es weiter.

Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad
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Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hatten die Al-Nusra-Kämpfer erst im Dezember aus Chan Tuman verjagt. Die Ortschaft liegt wenige Kilometer südwestlich der einstigen Wirtschaftsmetropole Aleppo. Für sie ist seit Donnerstag eine 48-stündige Feuerpause in Kraft getreten, die offenbar zunächst auch eingehalten wurde. Anwohner berichteten von relativer Ruhe nach zuvor rund zehn Tagen mit heftigem Beschuss.

Ein Junge fährt durch das zerbombte Aleppo
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Aleppo ist zwischen Regime und Rebellen geteilt. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge waren dort zuletzt mindestens 285 Zivilisten bei Luftschlägen des Regimes sowie Angriffen von Rebellen getötet worden. Aus Protest gegen den Anstieg der Gewalt hatte Syriens Opposition die ins Stocken geratenen Genfer Friedensgespräche mit Vertretern des Regimes verlassen.

Proteste in Aleppo gegen das Regime
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Nur einen Tag zuvor waren mindestens 28 Menschen bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet im Norden Syriens in der Stadt Sarmada nahe der Grenze zur Türkei getötet worden. Bei dem Luftangriff auf das Flüchtlingscamp kamen auch mindestens sieben Kinder ums Leben, wie Menschenrechtsbeobachter meldeten. Es wurde erwartet, dass die Opferzahl noch steigt.

Nach Informationen der oppositionsnahen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen bei Kämpfen unweit von Aleppo mehr als 70 Menschen ums Leben. Den Aufständischen sei es gelungen, die Ortschaft Chan Tuman wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Zu den Rebellen gehöre die mit Al-Kaida verbündete Nusra-Front. Der Ort liegt in der Nähe der wichtigen Fernverkehrsstraße zwischen Damaskus und Aleppo.

  • rtr
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