Syrien: Gerüchte um Giftgas belasten Vermittlungsversuche

SyrienGerüchte um Giftgas belasten Vermittlungsversuche

Erneut haben Rebellen in Syrien von einem Giftgasangriff der Regierung berichtet. Zuvor hatte sich eine solche Meldung als falsch herausgestellt. Assad traf UN-Vermittler Brahimi - unter erschwerten Bedingungen.
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Istanbul/Damaskus/BeirutIn Syrien sind die Kämpfe zwischen Regierung und Opposition am Montag mit unverminderter Heftigkeit weitergegangen. Aktivisten in der Unruheregion Homs gaben an, dass Regierungstruppen bei ihren Luftangriffen jüngst auch „giftige Gase“ eingesetzt hätten. Sechs Rebellen seien erstickt, hieß es. Rund 71 Menschen wurden laut Opposition mit Atemproblemen und Übelkeit in Kliniken gebracht.

Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben lag nicht vor. Vorherige oppositionelle Angaben über einen angeblichen Einsatz von Giftgas hatten sich nach Einschätzung von Militärexperten als falsch herausgestellt.

Die Regierung in Damaskus hatte noch am Sonntag bekräftigt, sie werde nicht auf Chemiewaffen zurückgreifen. Der Westen hatte Präsident Baschar al-Assad wiederholt vor deren Einsatz gewarnt und mit Konsequenzen gedroht. Syriens Vorräte an Chemiewaffen gelten als die größten in der Region und sollen unter anderem aus Sarin, Senfgas und VX bestehen.

Russland schloss einen Giftgaseinsatz des Regimes aus. Der Außenminister Sergej Lawrow sagte im englischsprachigen Staatsfernsehen Russia Today: „Ich glaube nicht, dass Syrien Chemiewaffen einsetzt. Das wäre sonst ein politischer Selbstmord der Regierung.“ Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade des Regimes von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar.

Auch im Großraum Damaskus eskaliert derzeit die Gewalt. Wegen der heftigen Gefechte rund um die Flughafen der syrischen Hauptstadt hatte selbst der UN-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi auf dem Landweg von Beirut nach Damaskus reisen müssen.

Nach mehreren gescheiterten Anläufen gibt Brahimi dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eine neue Chance. Nach Beratungen mit dem Machthaber in Damaskus über eine politische Lösung sagte er am Montag: „Die Lage ist beunruhigend“. Er hoffe aber, dass alle Konfliktparteien einen Weg finden, der dem syrischen Volk dient. Ergebnisse der Beratungen wurden zunächst nicht bekannt.

Es ist der dritte Besuch Brahimis in Syrien, seit er im August sein Amt angetreten hat. In westlichen Diplomatenkreisen wird gemunkelt, dass dies auch seine letzte Reise nach Damaskus sein könnte, falls es keine Bewegung in dem Konflikt gibt.

Sein Vorgänger Kofi Annan hatte im Sommer aufgegeben. Im Anschluss an das Treffen mit Assad wollte Brahimi noch mit der von dem Regime geduldeten Opposition zusammenkommen.

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Wie sich Brahimi um Frieden in Syrien bemüht

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  • da wird solange von Giftgaseinsatz gelabert bis die Nato sagt, da gehen wir rein. die Strategie der Arschlöcher geht auf.

  • http://www.gegenfrage.com/syrien-rebellen-toeten-soldaten-mit-giftgas/

    mehr braucht man glaub ich nicht dazu sagen oder?

  • Die Neue Weltordnung bereitet den nächsten Krieg in Syrien, dann Iran vor und konstruiert wieder einen false flag. Das kann doch jedes Kind sehen! Darüberhinaus kann die Bundeswehrbeteiligung zu völkerstrafrechtlichen Konsequenzen für die beteiligten Politiker und Militärs führen, wenn es sich wieder um ein false flag handelt. Ich rate jedem Beteiligten in Deutschland und anderswo, sich genau zu überlegen, woran Sie teilnehmen und wie sie als Vordermänner Schuld aufgeladen bekommwn sollen.

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