Syrien: Hilfskonvois erreichen belagerte Städte

Syrien
Hilfskonvois erreichen belagerte Städte

In Syrien sind Hilfskonvois der Vereinten Nationen in fünf von Regierungstruppen belagerten Städten eingetroffen. Sie sollen Hunderttausende mit Nahrungsmitteln, Wasser und Medizin versorgen.

DamaskusMehrere Hilfskonvois der Vereinten Nationen haben in Syrien insgesamt fünf belagerte Städte erreicht. Die knapp 100 Lastwagen mit Hilfsgütern hatten aus Damaskus Ziele in der Nähe der Hauptstadt sowie im Nordwesten des Landes angefahren, berichteten UN-Vertreter und Staatsmedien übereinstimmend. Die Städte werden von verschiedenen Konfliktparteien des syrischen Bürgerkriegs belagert. „Die Operation dauert noch an“, sagte Linda Tom von der UN-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA).

35 Lastwagen trafen am Nachmittag in der Ortschaft Moadimajet al-Scham nahe der Hauptstadt Damaskus ein, wie der Syrische Rote Halbmond mitteilte. Nach Angaben der Vereinten Nationen erreichten die ersten Lkw die Orte Fua und Kafraja. Auch die Menschen in Madaja wurden mit Hilfsgütern versorgt.

Mehl, Essen und Medikamente

Die 35 Lastwagen hatten nach Angaben des Roten Halbmonds 8800 Tüten Mehl, 4400 Essenspakete sowie weitere Lebensmittel, Medikamente und medizinische Ausrüstung für die notleidenden Menschen in Moadimajet al-Scham geladen. Drei Lastwagen erreichten zudem die von Regierungstruppen umstellte Stadt Madaja, wie ein AFP-Korrespondent beobachtete.

Ein weiterer Hilfskonvoi sei in den von Rebellen belagerten Orte Fua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib eingetroffen, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Syrien, Yacoub El Hillo. „Dutzende weitere Lastwagen werden folgen“, fügte er hinzu. Auch die Einwohner der von der syrischen Armee umstellte Stadt Sabadani würden mit Hilfsgütern beliefert. Die am Mittwoch auf die Reise geschickten Lastwagen transportierten nach Angaben El Hillos Lebensmittel und Medikamente für insgesamt 93.000 Menschen.

Landesweit sind nach UN-Schätzungen derzeit fast 500.000 Menschen in Städten und Dörfern ohne ausreichend Nahrung und Strom eingeschlossen. Hilfsmitarbeiter berichteten von Dutzenden Hungertoten allein in Madaja, das zu einem Symbol der Belagerung geworden ist.

Der UN-Syrienbeauftragte Staffan de Mistura hatte die Konvois am Dienstag nach Gesprächen in Damaskus angekündigt. Er warb für eine Feuerpause und vereinbarte mit Außenminister Walid Muallim freien Zugang für humanitäre Helfer zu den belagerten Ortschaften. Die Konvois gelten auch als Test für die Bereitschaft der Konfliktparteien zur Kooperation.

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Noch keine Feuerpause in Sicht

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