Syrien
Hinweise auf Giftgasangriffe an mehreren Orten

UN-Experten haben in Syrien an mehreren Orten nach Hinweisen auf Giftgasangriffe gesucht – und fanden „glaubhafte Beweise“. Nun haben die Vereinten Nationen ihren Abschlussbericht veröffentlicht.
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DamaskusIm syrischen Bürgerkrieg ist nach Angaben von UN-Experten mehrmals Giftgas zum Einsatz gekommen. An mindestens fünf Orten seien seit Beginn des Konflikts Chemiewaffen eingesetzt worden, hieß es in dem am Donnerstag in New York veröffentlichten Abschlussbericht der Mission um den Schweden Ake Sellström. Eine Luftbrücke mit Hilfsgütern nach Syrien konnte wegen schlechten Wetters am Freitag weiter nicht gestartet werden.

Die Experten hatten an insgesamt sieben Orten, zu denen es Berichte über Giftgasangriffe gab, nach Hinweisen gesucht. Für fünf Orte fanden sie „glaubhafte Beweise“ und „Beweise, die auf einen wahrscheinlichen Einsatz von Chemiewaffen schließen lassen“, hieß es in dem Bericht, der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegt wurde. Darunter ist auch Ghuta, ein Vorort der Hauptstadt Damaskus, wo am 21. August hunderte Menschen getötet wurden.

Genannt werden außerdem Chan al-Assal, Dschobar, Sarakeb sowie Aschrafieh Sahnaja. Berichte über Giftgasangriffe in Bahharijeh am 22. August und in Scheich Maksud am 13. April konnten die Experten dagegen mangels glaubhafter Informationen und positiver Blutproben nicht bestätigen. Die Urheber der Angriffe wurden nicht genannt. Es gehörte laut UN-Mandat auch nicht zum Auftrag der Mission, sich dazu zu äußern. Die syrische Führung und die Opposition werfen einander gegenseitig Giftgasangriffe vor.

Ban sagte, der Einsatz von Chemiewaffen sei ein „schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht“. Die Welt müsse „wachsam“ sein und dafür sorgen, dass diese „schrecklichen Waffen“ zerstört würden, „nicht nur in Syrien, sondern überall auf der Welt“. Am Freitag sollte Ban den Bericht in der UN-Vollversammlung vorstellen.

Die Kontrollbehörde zur Vernichtung von Chemiewaffen (OPCW) äußerte tief besorgt über die von den UN-Experten gewonnenen Erkenntnisse. „Dies unterstreicht erneut die Notwendigkeit der sofortigen Entfernung aller Chemiewaffen und entsprechenden Chemikalien aus Syrien“, erklärte OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü am Freitag in Den Haag. Er rief alle Konfliktparteien auf, dabei zusammenzuarbeiten.

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UN-Luftbrücke verzögert sich

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