Syrien im Bürgerkrieg: Vor der Waffenruhe sprechen die Waffen

Syrien im Bürgerkrieg
Vor der Waffenruhe sprechen die Waffen

Am kommenden Freitag soll die Waffenruhe in Syrien beginnen. Doch in Aleppo wird unvermindert gekämpft und bombardiert. Die USA und Russland weisen sich die Schuld zu, und die Türkei greift weiter die Kurden an.

MünchenAuch wenige Tage vor dem geplanten Start einer Waffenruhe für Syrien wird in der Provinz Aleppo unvermindert weitergekämpft. Die syrischen Regierungstruppen setzten am Sonntag mit russischer Luftunterstützung ihre Offensive im Norden des Bürgerkriegslandes fort, ebenso wie die kurdischen Milizen, die ihrerseits von der Türkei beschossen wurden.

Die komplexe Lage in Aleppo und die nicht enden wollenden Kämpfe schürten Zweifel, ob die in München zwischen mehreren Staaten vereinbarte vorübergehende Waffenruhe auch tatsächlich am Freitag beginnen kann. Die Konfliktparteien versuchten jedenfalls, in den verbleibenden Tagen sich so viel Territorium wie möglich abzutrotzen.

US-Außenminister John Kerry erklärte, dass weitere ausländische Truppen in den Konflikt eingreifen könnten, wenn es nicht gelinge eine Waffenruhe in Syrien zu erreichen. Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew warnte daraufhin, dass ein Einsatz ausländischer Bodentruppen in Syrien zu einem umfassenden und langen Krieg führen würde. In einem Interview des TV-Senders Euronews sagte er, Kerry solle nicht versuchen, andere einzuschüchtern.

US-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien ausgeschlossen. Allerdings hat Saudi-Arabien kürzlich solche Einheiten angeboten, um die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen. „Lassen Sie mich betonen, niemand ist an einem neuen Krieg interessiert, und Bodeneinsätze bedeuten einen vollumfassenden langen Krieg“, warnte Medwedew.

Syrische Regierungsgegner berichteten am Sonntag von schweren syrischen und russischen Bombardements in Hajan, Anadan und Hreitan, nördlich der Provinzhauptstadt Aleppo. Die sogenannten Syrischen Demokratischen Kräfte – ein Bündnis von kurdischen und arabischen Kämpfern – setzten ganz in der Nähe ihren Vormarsch in Richtung der Grenzstadt Asas fort.

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Türkei will weiter Kurden in Nordsyrien angreifen

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