Syrien in Not
Uno warnt vor „Wettlauf gegen die Zeit“

Millionen von syrischen Flüchtlingen im eigenen Land fehlt es am Nötigsten. Aber Konvois mit Nahrung und Medikamenten werden nicht durchgelassen. UN-Hilfskoordinatorin Amos appellierte an den Weltsicherheitsrat.
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New YorkDie UN-Hilfekoordinatorin Valerie Amos hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufgefordert, mehr für den Zugang von Helfern in Syrien zu tun. Zweieinhalb Millionen Menschen in Not hätten in dem Bürgerkriegsland seit fast einem Jahr keine Hilfe erhalten, sagte Amos am Freitag vor dem Sicherheitsrat in New York.

"Das ist ein Wettlauf gegen die Zeit." Drei Wochen seien vergangen, seit das Gremium eine nichtbindende Erklärung gebilligt habe, in der ein besserer Zugang für die Helfer gefordert wurde. Geändert habe sich aber nicht viel, monierte Amos. "Während wir beraten, sterben die Menschen."

Amos appellierte an die 15 Mitglieder des Sicherheitsrates, ihren Einfluss in Syrien geltend zu machen, damit die Brutalität und die Gewalt in dem Land beendet werden. "Ohne echten und nachhaltigen Druck dieses Rates auf die syrische Regierung und die Oppositionsgruppen, wird ein Fortschritt unmöglich sein."

In dem seit zweieinhalb Jahren währenden Konflikt wurden mehr als 115.000 Menschen getötet. Rund 2,1 Millionen Syrer sind ins Ausland geflohen, viele Menschen sind in ihrer Heimat auf der Flucht.

Amos zufolge dürfen nur 15 internationale Hilfsgruppen in Syrien arbeiten. Sie hätten Schwierigkeiten, Visa zu bekommen. Immer mehr Helfer würden in Syrien verschleppt, immer mehr Lkw mit Hilfsgütern entführt. Inzwischen habe man Probleme, Fahrer zu finden, die bereit seien, das Risiko auf sich zu nehmen.

"Die Situation im Land wird immer komplexer und gefährlicher", sagte Amos. "Einige schätzen, dass es mittlerweile 2000 bewaffnete Oppositionsgruppen in Syrien gibt."

Die Kämpfe zwischen diesen Gruppen nähmen zu. Wichtige Transportrouten seien daher unpassierbar. "Ich bin überaus enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, größere Fortschritte zu erzielen."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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