Syrien
Kein Krankenhaus in Ost-Aleppo mehr funktionstüchtig

Das Gesundheitsamt im syrischen Aleppo und die Vereinten Nationen vermelden, dass es im Osten der Stadt kein funktionsfähiges Krankenhaus mehr gibt. Die Offensive der syrischen Armee dauert unterdessen an.
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BeirutNach tagelangen Luftangriffen auf Aleppo ist den Behörden zufolge im Osten der syrischen Stadt kein Krankenhaus mehr funktionstüchtig. Die Zerstörung gehe soweit, dass die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu lebensrettenden Maßnahmen habe, teilte das Gesundheitsamt der einstigen Handelsmetropole mit. Die Erklärung wurde Reuters von Oppositionsvertretern übermittelt.

Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (Uno) bestätigte die Angaben und berief sich selbst auf Uno-Hilfsorganisationen in der benachbarten Türkei. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte dagegen, einige Krankenhäuser seien noch einsatzbereit. Die Menschen trauten sich wegen der Angriffe aber kaum dorthin.

Anwohner, Mediziner und Rebellen berichteten, Kliniken seien bei den Luftangriffen zum Teil direkt getroffen worden. Auch seien aus Kampfhubschraubern Fassbomben auf die Gebäude abgeworfen worden. Seit Dienstag haben die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und ihre Verbündeten Ost-Aleppo wieder stark unter Beschuss genommen.

Syriens Staatsfernsehen meldete Angriffe auf „Stellungen von Terroristen“. Die Regierung in Damaskus bezeichnet alle Rebellen als Terroristen. Die mit Assad verbündete russische Luftwaffe erklärte, sie fliege Angriffe nur in anderen Teilen Syriens. Beide Regierungen haben Vorwürfe zurückgewiesen, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen absichtlich ins Visier zu nehmen.

Die USA haben den Beschuss von Krankenhäusern im syrischen Aleppo "auf das Schärfste" verurteilt. Die Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Barack Obama, Susan Rice, forderte am Samstag in einer Erklärung die sofortige Einstellung der Bombardierungen. Zugleich rief sie den wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad, Russland, auf, sich um eine Deeskalation der Gewalt und den Zugang der syrischen Bevölkerung zu humanitärer Hilfe zu bemühen.

Die Gesundheitsbehörde Aleppos hatte zuvor mitgeteilt, dass nach tagelangen Luftangriffen im von Rebellen kontrollierten Osten der syrischen Stadt kein Krankenhaus mehr funktionstüchtig sei. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden seit Anfang Juli mehr als 30 Angriffe auf Kliniken in Ost-Aleppo verzeichnet. Die russische und die syrische Regierung haben Vorwürfe zurückgewiesen, Krankenhäuser und andere zivile Einrichtungen absichtlich ins Visier zu nehmen.

Allein am Samstag wurden nach Angaben der Beobachterstelle mindestens 27 Menschen im Osten Aleppos getötet, darunter auch Kinder. Viele der dicht besiedelten Wohnviertel seien von Kampfjets, Artillerie und Hubschraubern angegriffen worden. Auch habe es heftige Kämpfe gegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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