Syrien-Konferenz
Neue Milliarden und ein bisschen Hoffnung

Schritt nach vorn auf der Geberkonferenz für Syrien: Deutschland zahlt in den nächsten drei Jahren 2,3 Milliarden Euro an Hilfsorganisationen für Kriegsflüchtlinge. Und auch andere Staaten machen Milliarden-Zusagen.

LondonBundeskanzlerin Angela Merkel hat die syrische Regierung zur Waffenruhe aufgerufen. Nach der Unterbrechung der Friedensgespräche sagte Merkel am Donnerstag auf der Syrien-Geberkonferenz in London, dass diese Phase nun genutzt werden müsse, "um die humanitäre Lage in Syrien zu verbessern bis hin zu einem Waffenstillstand. Das erwarten die Menschen." Es sei eine politische Lösung des Konflikts nötig. "Da stehen alle in der Verantwortung, vor allem aber auch das Assad-Regime", betonte Merkel mit Blick auf die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, die in den vergangenen Tagen verstärkt Stellungen der moderaten syrischen Opposition angegriffen hatte.

Bei der inzwischen vierten Geberkonferenz seit der Syrienkrise wollen die Organisatoren mehr als acht Milliarden Euro einsammeln. Mit dem Geld soll die Not der syrischen Flüchtlinge gelindert und die der Nachbarländer Syriens, in die viele Syrer leben geflüchtet sind.

Der Gastgeber will mit gutem Beispiel vorangehen: Großbritanniens Premier David Cameron hat daher bereits kurz vor Beginn der Londoner Geberkonferenz für syrische Flüchtlinge am Donnerstag neue Hilfsgelder zugesagt. Um umgerechnet 1,6 Milliarden Euro will er bisherige Unterstützung aufstocken. Das Geld soll bis 2020 fließen, kündigte er an. Gleichzeitig hat er sich vorgenommen: Sein Land wolle neue Standards setzen bei der Bewältigung von Krisen.

Die Hilfsgelder sollen zwischen 2016 und 2020 fließen. Damit beliefe sich das gesamte Hilfsvolumen Großbritanniens nach britischen Medienangaben seit Beginn der Krise im Jahr 2011 auf 2,3 Milliarden Pfund (mehr als drei Milliarden Euro).

Doch nur kurze Zeit nach dieser Ankündigung ist es Kanzlerin Angela Merkel, die in London die Standards bei den Finanzzusagen setzt: Deutschland sagt 2,3 Milliarden Euro zu. Knapp die Hälfte dieser Summe soll bereits in diesem Jahr fließen, kündigte sie an. Man wolle „nie wieder eine so starke Kürzung der Lebensmittelrationen“ für syrische Flüchtlinge erleben, sagte Merkel. Ein Teil der deutschen Hilfsgelder soll auch in Bereiche wie Ausbildung und Jobs für Erwachsene gehen.

Allein in Jordanien leben nach Uno-Schätzungen fast 700.000 der 4,6 Millionen Syrer, die ihre Heimat verlassen haben, aber in der Region geblieben sind. Das Kalkül hinter den Hilfsgeldern: Die Menschen in der Region sollen eine Perspektive bekommen, und der Flüchtlingsstrom nach Europa soll auf diese Art und Weise untergebrochen werden.

In London kommen im Laufe des Tages Vertreter von mehr als 60 Delegationen zusammen, um über Hilfen für das Bürgerkriegsland Syrien und die angrenzenden Staaten zu beraten. Es soll dabei nicht um Geld allein gehen: „Ich hoffe, dass diese Konferenz nicht allein dazu genutzt wird, um Finanzmittel einzusammeln“, sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon der BBC. „Ich hoffe, das ist auch der Ort, wo wir Druck auf syrische Gruppen und die Staatengemeinschaft insgesamt ausüben können“, um den Syrienkonflikt zu beenden.

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Sieben Milliarden Euro sind laut Uno nötig

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