Syrien-Konflikt
Assad bringt deutsche Vermittlung ins Gespräch

Im Syrien-Konflikt kann sich Präsident Assad eine Vermittlerrolle Deutschlands vorstellen. “ Ich würde mich freuen, wenn Gesandte aus Deutschland nach Damaskus kämen, um mit uns über die wahren Verhältnisse zu sprechen.“
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Berlin
Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat sich für eine deutsche Vermittlerrolle im Bürgerkrieg in seinem Land ausgesprochen. "Ich würde mich freuen, wenn Gesandte aus Deutschland nach Damaskus kämen, um mit uns über die wahren Verhältnisse zu sprechen", sagte Assad in einem am Sonntag veröffentlichten "Spiegel"-Interview auf die Frage nach einer Vermittlung der Bundesrepublik. Zugleich wies er Vorwürfe zurück, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Er schloss zudem eine Verhandlungslösung mit seinen militärischen Gegner aus.

Wenn die Deutschen mit den Syrern redeten, heiße das nicht, dass sie die Position der Regierung in Damaskus übernähmen, sagte Assad. Aber die Deutschen könnten im Land Überzeugungsarbeit leisten. Unter den Europäern schienen die Deutschen und die Österreicher am besten zu erfassen, was in Syrien vor sich gehe. "Deutschland kommt dem am allernächsten", sagte der syrische Präsident. Versuche, Syrien zu isolieren, würden den Europäern schaden. Einziger Nutznießer wäre die Extremistenorganisation Al-Kaida, "wenn ihr bei uns Instabilität unterstützt".

In Syrien tobt seit zweieinhalb Jahren ein Volksaufstand, der sich mittlerweile zum Bürgerkrieg entwickelt hat. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) wurden dabei mehr als 100.000 Menschen getötet. In der Nähe von Damaskus kamen am 21. August 1400 Menschen bei einem Giftgasangriff ums Leben, den die USA Assad anlasten.

"Wir haben keine Chemiewaffen eingesetzt. Das ist falsch", wies Assad die Anschuldigungen zurück. Er bringe sein eigenes Volk nicht um. Er habe die USA und viele andere Länder gegen sich. "Und dann bringe ich auch noch meine eigenen Leute um, die mich aber trotzdem unterstützen! Bin ich denn Superman? Nein." Niemand könne mit Bestimmtheit sagen, dass Raketen eingesetzt worden sein. Assad warf seinen Gegnern vor, selbst das Nervengas Sarin verwendet zu haben.

Den Fachleuten, die nun mit der Inspektion der Chemiewaffen beginnen, sagte Assad volle Zusammenarbeit zu. "Wir sind transparent, die Experten dürfen zu jeder Anlage gehen." Sie erhielten alle Daten. Bis zur Zerstörung seien die C-Waffen sehr gut geschützt.

Die USA hatten Assad mit einem Militärschlag gedroht, verständigten sich dann aber mit Russland auf eine UN-Resolution zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen. Assad warf US-Präsident Barack Obama Lügen vor. "Obama legt keinen einzigen Beweis vor, nicht einen Hauch von Beweis. Assad bezeichnete die Russen als "wahre Freunde" seines Landes. "Die verstehen viel besser, worum es hier wirklich geht."

Auf die Frage nach einer Verhandlungslösung erwiderte Assad: "Mit den Militanten? Nein." Nach seiner Definition sei die politische Opposition unbewaffnet. Er habe gar keine andere Option, "als unsere Heimat zu verteidigen", sagte Assad. Er bot Neuwahlen noch vor Ende seiner Amtszeit im August 2014 an. Er wisse aber nicht, ob er selbst noch einmal antrete.

Außenminister Guido Westerwelle wies den Vorstoß Assads umgehend zurück. Als Vermittler sei bereits der von Deutschland unterstützte Lakhdar Brahimi im Auftrag der Vereinten Nationen (UN) und der Arabischen Liga tätig, sagte Westerwelle „Spiegel-Online“. Westerwelle warf Assad Falschaussagen vor. „Leugnen und Abstreiten sind sicher nicht geeignet, einer friedlichen Lösung in Syrien den Boden zu bereiten“, sagte der Außenminister. Die Lage sei viel zu ernst für solche Ausweichmanöver.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Saudis, Russland, USA/Israel,... - und ausgerechnet Deutschland als Spielball zwischen den Weltmächten, die mit ihren bezahlten marodierenden Mördertruppen überall auf der Welt Terrorkrieg führen.

    Ich lege mir mal besser einen Vorat an Kalium 2,3-Butadionmonoximat Polyethylenglycol und Natriumphenolat an.

  • @netshadow

    Westerwelle bereitet wohl gerade seinen Umzug nach Mallorca vor, dort wo er mit seinem Lebensabschnitts-Gefährten eine Villa gekauft hat. Daher sollte man hier kein großen Initiativen erwarten - was wohl auch besser so ist.
    Eine "Supermacht" wie Marionetten-Deutschland wird dort sowieso nicht ernst genommen und kann sich nur die Finger verbrennen.

    Wenn er noch eine gute Tat vor seinem Abgang vollbringen will, dann sollte er dafür sorgen, daß unsere Patriot-Kompanie aus der Türkei zurückgeholt wird. Und außerdem sollte die Bundesregierung SCHNELL den NATO-Verteidigungsfall widerrufen - der anscheinend seit 2001 immer noch besteht, um den USA im "Krieg gegen den Terror" - war on terror - zu helfen (auch wenn dies vergessen wurde). Da die USA mittlerweile mit den Terroristen von Al-Kaida verbündet ist (also "Krieg für den Terror" führt - war of terror) und ihnen in Syrien Waffen liefert, sollte dieser "Verteidigungsfall" ja auch faktisch gegenstandslos sein.

  • Das mit der deutschen Vermittlung war wohl eine reine "Höflichkeitsfloskel" von Assad der deutschen Öffentlichkeit gegenüber (es war ja schließlich ein Spiegelinterview). Warum sollte er an einer Vermittlung durch US-Marionetten Interesse haben - außer um seine Friedensliebe zu zeigen?

    Wer nach dem Abnicken aller Transferleistungen (Rettungsschirme und Co), dem NSA-Skandal (und der hilflosen Reaktion von Innenminister Fritzchen und Co) und nach der Kriegspropaganda der deutschen Medien (insbesondere bei Libyen, schwächer bei Syrien) und dem darauf folgenden Herumeiern der Bundesregierung noch irgendwelche Zweifel hat
    wer in Deutschland (politisch und medial) wirklich das Sagen hat, der sollte sich vielleicht ein bischen enger mit diesem Thema befassen (googlen hilft, City of London, Wallstreet).

    Insbesondere die einseitige Anklage Assads in der Giftgas-Frage durch ALLE westlichen Stellen (Medien und Politik) OHNE JEGLICH BEWEISE und gegen die Motivlage (Assad kann ja wohl kein Interesse daran haben, sein Land zur Bombadierung "freizugeben") SPRICHT BÄNDE, daß es hier um reine Machtpolitik der (Anglo)US-Eliten und deren verbündeten Golfaraber geht und um nichts anderes (Israel ist sicher auch in diesem Gemisch, hat aber wohl leicht andere Interessen).

    Überblick:

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/syrien-russland-die-usa-und-das-geopolitische-schachspiel.html

    Saudi-False Flag

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/09/der-schrecklichste-false-flag-der.html

    http://www.zerohedge.com/news/2013-09-29/saudi-arabia-outraged-obamas-peace-overtures-syria-iran

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