Syrien-Konflikt
Assad lehnt Sicherheitszonen ab

Die Lage in Syrien spitzt sich weiter zu. Präsident Assad zeigte sich in einem Interview kampfeslustig, er sprach von einer „Säuberung des Staates“. Sicherheitszonen hält aber nicht nur Assad für schwer umsetzbar.
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Damaskus/Istanbul/Paris/HamburgSyriens Präsident Baschar al-Assad hat sich am Mittwoch über ein Fernsehinterview zu Wort gemeldet und darin die von der Türkei vorgeschlagene Sicherheitszone für Flüchtlinge in Syrien abgelehnt. Eine solche Puffer-Zone auf syrischem Boden sei unrealistisch, sagte Assad in dem Interview des staatlichen Fernsehsenders Addunia, das in Teilen am Mittwoch ausgestrahlt wurde. Mit dem Interview versuchte er offenbar auch Bedenken über sein Wohlergehen zu zerstreuen nach einem Bombenangriff in der Hauptstadt Damaskus im Juli. Er sagte in dem Interview, er halte sich im Präsidentenpalast in Damaskus auf.

"Ich denke, die Gespräche über eine Sicherheitszone sind nicht umsetzbar, selbst für solche Länder, die eine feindliche Rolle (gegen Syriens) spielen", sagte Assad dem Sender. Die Lage im Land sei bereits besser geworden. Es sei aber noch mehr Zeit nötig, um den Kampf gegen die Rebellen zu gewinnen.

Die benachbarte Türkei, wohin die Flüchtlinge aus Syrien in Scharen strömen, hat eine Sicherheitszone in Syrien vorgeschlagen. Das türkische Außenministerium bemüht sich nach eigenen Angaben derzeit darum, in Gesprächen mit den Vereinten Nationen (UN) eine solche Lösung voranzutreiben. Bislang gibt es jedoch noch keine Hinweise darauf, dass sich der Vorschlag durchsetzen wird.

Zudem forderte Assad in dem Interview seine Landsleute auf, sich aktiv am Kampf gegen die Revolutionäre zu beteiligen: „Wer ein echter Nationalist ist, der läuft jetzt nicht weg.“ Jeder müsse die „Helden“ der Armee in dieser „Schlacht des Willens“ unterstützen. Assad, der während der Aufzeichnung scherzte und lachte, sprach von einer „Säuberung des Staates“.

Assad deutete an, dass der Kampf gegen die „Terroristen“ noch eine Weile andauern werde. „Wir kommen aber voran“, betonte er. Ein Regimegegner in der Provinz Aleppo kommentierte Assads Auftritt mit den Worten: „Man hat das Gefühl, der Mann lebt in einem anderen Universum.“

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  • Ich habe syrische Bekannte aus der Mittelschicht die hinter Assad stehen wie grosse Teile der Bevölkerung des Landes. Ob mehr oder weniger als die Hälfte hinter Assad stehen lässt sich schwer sagen und ist auch nicht so wichtig.

    Machen wir uns nichts vor, die "hochrangigen Überläufer" nennen nun alle ein hübsches Sümmchen in der Schweiz ihr eigen.

    Niemand braucht ein zeites Libanon in der Region, am allerwenigsten die Bürger des Landes und ich bin überzeugt das die US Politik genau dieses Ziel verfolgt.

    Ich finde es unglaublich Schade das in der Region ein Konflikt nach dem anderen geschürt wird anstatt die kulturellen Schätze zu heben.

    Bald ist es so das man als "Bleichgesicht" in keinem Land da unten mehr Urlaub machen kann, die UAE inklusive.

  • Wenn sie einen Iran-Beitrag haben der sich kommentieren lässt , sagen sie bescheid , ich bin dabei , hier geht es um Syrien .

  • Ein hübscher Kontrtast ("Syrien ist ein suveränes Land...") zu ihrer üblichen Iran hetzte, für den der Status "Souverän" anscheinend nicht gilt oder zu gelten hat!

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