Syrien-Konflikt: Hilfe für Homs naht

Syrien-Konflikt
Hilfe für Homs naht

In der Altstadt von Homs hungern die Menschen, die UNHCR-Lastwagen sind abfahrtbereit. Schon bald könnten sie losfahren – denn die syrischen Konfliktparteien sind sich offenbar einig über Hilfe für Homs.
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New York/ DamaskusDie Vereinten Nationen (UN) haben die Einigung der syrischen Bürgerkriegsparteien über humanitäre Hilfe für rund 3000 Bewohner der Stadt Homs positiv aufgenommen. „Wir begrüßen es, dass sich beide Seiten auf eine humanitäre Waffenpause verständigt haben, um Zivilisten das Verlassen der Altstadt von Homs und Hilfslieferungen den Zugang zu ermöglichen“, erklärte UN-Sprecher Farhan Hak am Donnerstag am Sitz der Organisation in New York.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und seine Partnerorganisationen stünden bereit, die Hilfsgüter in das Notgebiet zu bringen, „sobald beide Seiten grünes Licht für eine sichere Passage geben“, fügte der Sprecher hinzu. Die Lage in der Altstadt von Homs, die seit zwei Jahren von Regierungstruppen belagert wird, gilt als äußerst kritisch. Nach Aktivistenberichten würden die Menschen dort bereits hungern.

Der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barasi, hatte zuvor der staatlichen Nachrichtenagentur Sana gesagt, die Regierung des Machthabers Baschar al-Assad habe mit dem UNHCR eine Einigung über die „Evakuierung“ der Altstadt erzielt. Konkret geht es allerdings darum, dass Zivilisten, die dies wünschen, das notleidende Stadtviertel verlassen können und ausreichende Hilfe für diejenigen gebracht wird, die in ihren Wohnungen und Häusern bleiben wollen.

Die Lage in der Altstadt von Homs war auch Gegenstand der Syrien-Friedensgespräche, die Ende Januar in Genf begannen und am kommenden Montag dort fortgesetzt werden sollen. Damals war keine Einigung über Hilfe für die in Homs eingeschlossenen Menschen erzielt worden.

In Aleppo, der umkämpften nördlichen Metropole, griffen indes Aufständische das Zentralgefängnis der Stadt an. Nach Angaben der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London gelang es ihnen, mehrere Hundert von insgesamt 3000 Gefangenen zu befreien. Das staatliche syrische Fernsehen meldete, dass bei den Kämpfen ein lokaler Kommandeur der islamistischen Al-Nusra-Front getötet wurde. Bei dem Mann soll es sich um einen Tschetschenen gehandelt haben.

Im syrischen Bürgerkrieg sind nach Schätzungen der UN und von Aktivisten mehr als 130 000 Menschen getötet worden. Friedliche Demonstrationen gegen das Assad-Regime waren Anfang 2011 von den Sicherheitskräften blutig niedergeschlagen worden. Im Laufe der Zeit formierte sich ein bewaffneter Widerstand, der heute stark fragmentiert und von mehr oder weniger radikalen islamistischen Milizen geprägt ist.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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