Syrien-Konflikt

Mächte-Poker vor Militärschlag

Vor einem möglichen Militärschlag gegen Syrien positionieren sich die internationalen Mächte. Russland attackiert die USA, stoppt aber eigene Waffenlieferungen an Assad - mit einer verblüffenden Begründung.
Update: 31.08.2013 - 16:58 Uhr 20 Kommentare
US-Soldaten bereiten sich auf dem US-Stützpunkt Incirlik in der Türkei auf einen möglichen Einsatz vor. Quelle: dpa

US-Soldaten bereiten sich auf dem US-Stützpunkt Incirlik in der Türkei auf einen möglichen Einsatz vor.

(Foto: dpa)

Beirut/Washington/Moskau/BerlinAm Samstag haben die UN-Experten in Syrien die Grenze zum Libanon überquert; sie trafen am internationalen Flughafen der Hauptstadt Beirut ein. Nun könnte es bald zu dem Militärschlag kommen. Die Arabische Liga will bereits an diesem Sonntag über den Syrienkonflikt beraten. Wie die Organisation am Samstag mitteilte, wollen die Außenminister in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zusammenkommen. Das Treffen war ursprünglich für Dienstag geplant.

Eine Beteiligung an einem Militäreinsatz in Syrien schließt die Bundesregierung aus, die Prüfung des Chemiewaffenangriffs in dem Bürgerkriegsland durch UN-Experten aber hat sie in besonderer Weise unterstützt: Das UN-Inspektorenteam mitsamt der von ihnen genommenen Proben habe in einem vom Auswärtigen Amt gecharterten Flugzeug die Region verlassen, teilte eine Ministeriumssprecherin am Samstagnachmittag in Berlin mit. Die 13 Experten flogen demnach nach Rotterdam, dem Flughafen, der der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) am nächsten sei.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht, er habe UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zugesagt zu helfen, damit die Ergebnisse der Untersuchung bald vorlägen. „Wir leisten unseren handfesten Beitrag, damit die Untersuchungen schnell zu Ende gebracht werden können“, hob der Minister in dem Interview hervor. Er erwarte, „dass die Analysen der Proben jetzt unverzüglich beginnen, mit allem Hochdruck vorgenommen und dann im Sicherheitsrat beraten werden“.

UN-Inspektoren verlassen Syrien

Die UN-Experten hatten den Auftrag herauszufinden, ob im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt wurden, nicht aber, durch wen. Sie sollen schon bald einen Bericht vorlegen. Die USA haben nach eigenen Angaben allerdings genügend Beweise für einen Chemiewaffen-Einsatz der syrischen Regierungstruppen vorliegen, die ein militärisches Eingreifen rechtfertigen würden. US-Präsident Barack Obama erwägt demnach einen kurzen und begrenzten Einsatz gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad.

Er habe jedoch noch keine endgültige Entscheidung über eine Militärintervention getroffen, sagte Obama am Freitagabend im Weißen Haus in Washington. Kurz nachdem die UN-Chemiewaffenexperten das Land in Richtung Beirut verlassen haben, wollen sich auch zahlreiche Syrer möglichst noch vor dem erwarteten Militärschlag in Sicherheit bringen. Unter ihnen sind auch Anhänger des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Sie wollen jedoch nur kurz im Ausland bleiben.

Anhänger Assads verlassen Syrien
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20 Kommentare zu "Syrien-Konflikt: Mächte-Poker vor Militärschlag"

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  • Vielleicht noch für einige als Nachhilfe ein interessanter Artikel über die wahren Hintergründe warum Obama Syrien angreifen will: http://www.godmode-trader.de/nachricht/Erst-Syrien-dann-der-Iran,a3155657.html

  • @Analytiker

    "warnte Sillu vor einem «letzten Verzweiflungsakt» Assads. Er ist überzeugt, dass der syrische Präsident den Einsatz von Senfgas, Sarin will."

    Sie sind zum Brüllen. :-)) Kognitives Denken scheint eine wenig kultivierte Facette Ihres Seins auszumachen, dafür sind Sie aber reichlich mit NAIVITÄT gesegnet:

    WAS BITTE glauben Sie denn würden die AMERIKANER in einem Szenario mit ALL IHREN A-B-C-Waffen machen, wenn bspw. die Chinesen nach einer Invasion in Kalifornien kurz vor der Einnahme New Yorks stünden? Den A-Waffen-Sperrvertrag laut runterbeten??

    Ihre Denkweise offenbart zutiefste Voreingenommenheit.

  • @Analytiker: "...warum haben die das Zeug nicht ins Regierungsviertel abgeschossen und beschiessen sich selbst mit alles möglichem..."

    Offensichtlich sind Sie der Diskussion inhaltlich sehr entrückt und beschränken sich auf eine Funktion als blindwütigen Gegenpool. Sonst hätte Sie irgendwann einmal die Kernparole hier im Forum erreichen müssen, dergemäß

    * der Nutzen eines inszenierten Massakers an armen Kindern VIEL GRÖSSER weil US-Raketenträchtiger ist

    * als denn ein verseuchtes Regierungviertel, welches in aller Welt die Rebellen als die Bösewichte entlarvt hätte.

    Sie quasseln einen Wust an Mengentext in den Raum und VERSTEHEN noch nicht einmal, gegen welche inhaltliche Positionen Sie hier antanzen???

    Sie sind nicht ernst zunehmen - außer als polemischer Querulant.

  • Hier noch ein Artikel über die "Angebote" Saudi-Arabiens an die Russen mit eingeschlossener Terrorerpressung:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/31/schmutzige-deals-worum-es-im-syrien-krieg-wirklich-geht/

  • @Hardie67: "my name is John the Gun" heißt es in einem Anti-Kriegslied von Sandy Denny (gestorben 1978), das sie z.B. bei einem Auftritt in York UK 1972 sang.(unter diesen Daten bei YouTube)

  • Al-Kaida heißt nicht umsonst in manchen Kreisen Al-CIA-da.
    Sie dienen offensichtlich den USA als Instrument zur Destabilisierung der arabischen Systeme, die sie nach einem seit mindestens 2001 existierenden Plan nach und nach aufrollen wollen (siehe diverse Videos mit General Wesley Clark). Finanziert werden diese verschiedenen Terroristengruppen, die unter diesem Namen zusammengefaßt sind hauptsächlich von der Musterdemokratie Saudi-Arabien und Katar.

    Saudi-Arabien steckt nach Aussage ihres Geheimdienst-Chefs Prinz Bandar hinter den Tschetschenischen Mördergruppen, offenbar sowohl den "Rebellen" in Syrien als auch den originären Terroristen in Rußland (erstaunlich, daß Rußland so ruhig bleibt. Man stelle sich mal vor, die Syrer erzählen den Amis mal so locker, sie würden die Terroristen kontrollieren und an und abschalten können, die vor eine Jahrzehnt einen US-Bundesstaat in Schutt und Asche gelegt haben).

    Das Interesse der (übrigens von Saudischen Krediten finanzierten) Türkei ist es, die Vorherrschaft in der Region zu erreichen und insbesondere die Kontrolle über die Gasfelder im östlichen Mittelmeer und Gasleitungen zu bekommen - man erinnere sich an die seltsamen türkischen Gazabooten und den Konflikt mit Israel, obwohl die beiden doch bislang Verbündete waren. Ein zu großes Engagement der Türkei, z.b. eine Besetzung Syriens (Erdogan for Sultan!) kann nicht im Interesse der Araber und vor allem nicht im Interesse Israels sein.

    Das Ganze ist ein übles Chaos und die Allianzen (abgesehen von den offiziellen Erklärungen) sind nicht so einfach wie es erscheint. Vor allem aber haben die Russen (und Chinesen) mittlerweile die Einkreisungs-Strategie der Amerikaner verstanden (nachdem ihre Außenpolitik in Libyen KOMPLETT VERSAGT HAT) und sie werden Syrien mit letzter Konsequenz verteidigen - die Russen mit Militär und die Chinesen möglicherweise mit finanziellen Massenvernichtungswaffen (US-Trashuries).

    Diese Krise hat das Potential zum Weltkrieg!

  • Bereits im Oktober 2011 schrieb der Autor "Deep Roots" des schwertasblogs:
    >>Bezüglich „Heute Umsturz, morgen Flüchtlinge“: Genau das dürfte ein durchaus gewollter Nebeneffekt solcher von den globalistischen Neocons betriebener Umstürze sein – eine weitere ethnische Zersetzung Europas durch noch mehr Fremdvölkische, die man in unserer gutmenschlichen Gegenwartskultur als Flüchtlinge nicht zurückweisen können wird. Und wer kann bei jedem einzelnen von denen, der behauptet, Christ oder Alewit zu sein, nachprüfen, ob er auch wirklich einer ist? <<
    Quelle: http://schwertasblog.wordpress.com/2011/10/19/syrien-im-wurgegriff-%E2%80%9Eschmutziges-spiel%E2%80%9C/#comment-10083

    Manfred Kleine Hartlage schrieb im August 2012:

    >>Zuerst haben die politischen Eliten praktisch aller westlichen Länder mit vereinten Kräften daran gearbeitet, Syrien ins Chaos zu stürzen, und nun nutzen sie das Chaos, um die Schleusen für Masseneinwanderung noch weiter zu öffnen, im Einklang mit der Politik, die sie seit Jahrzehnten propagieren und praktizieren. <<
    Quelle: http://korrektheiten.com/2012/08/26/politiker-fordern-holt-die-syrer-nach-deutschland/


    Und genau das ist jetzt eingetreten.Jetzt kommen die Syrer zu uns.

  • Obama hat die Demokraten faktisch zu Al Kaida-Verbündeten gemacht. Syrien ist Al-Kaida-Land.

    Warum Obama nicht auf die demokratische syrische Opposition, sondern auf Al Kaida gesetzt hat, muss er nicht der Weltöffentlichkeit erklären, sondern den eigenen Bürgern. Ist es nicht Verrat an den vielen gefallenen und verletzten Soldaten? Ist es nicht Verrat, wenn diese einerseits mit dem Auftrag ins Feld ziehen mussten, Taliban und Al Kaida zu bekämpfen, aber andererseits solchen Terrororganisationen das Feld bestellt wird? Ja, Syrien ist Al Kaida-Land. In Afghanistan herrschen die Taliban noch inoffiziell; bald regieren sie. Der Irak ist destabilisiert und andere Staaten befinden sich im Zerfall. Die US-Nahostinitiative versandet, obwohl Juden und Palästinenser mit überwältigender Mehrheit substanzielle Fortschritte wollen. Die demokratische Partei hatte ihre Chancen. Genutzt hat sie diese nirgendwo – auch nicht im eigenen Land, wo die Infrastruktur verfällt und die Staatsverschuldung zu neuen Rekorden eilt. No, we can’t! Von den Republikanern werden diese Resultate - ungeachtet der strikt ablehnenden Position zum Giftgasanschlag - mit absoluter Sicherheit nicht akzeptiert werden. Obamas Verzicht auf Bodentruppen wird Al Kaida noch weiter stärken. Aber nicht nur das: die Türkei, die zu einem t a p f e r e n Einsatz bereit ist, muss befürchten, dass ihre Bodentruppen von Obamas Splitterbomben zerfetzt oder durch Regionen ziehen müssen, die mit abgeworfenem Atommüll verseucht sein werden. Russland und China tragen zur Heroisierung der Obama-Administration bei; wünschenswert wäre deren Unterstützung für die Türkei, die in den UN-Sicherheitsrat gehört. Leider ist aber auch Lagerdenken in diesem Belang stärker als Vernunft.

  • JÄGER WILL STAMMWÄHLER IMPORTIEREN

    Jäger will nur neue arabische Moslems als zukünftige Stammwähler für die SPD importieren.
    Jäger weiß nur allzu gut, dass seine Partei unter Deutschen an Zuspruch verliert, und er weiß auch vermutlich, dass gerade er wegen seiner katastrophalen Politik als Innenminister immer mehr verhasst im (deutsch-stämmigen Volk) ist.

    Dabei ist es egal, dass das Asylsystem bereits heute überlastet ist.

    Es ist ihm egal, dass NRW schon kaum mit dem Ansturm an südosteuropäischen Armutszuwanderern fertig wird und richtige Slums in einigen Städten entstehen...

    Es ist egal, dass viele Städte aufgrund des hohen Sozialleistungsbedarf besonders der muslimisch-migrantischen Bevölkerung - zusätzlich erhöht nun durch die Armutszuwanderer- vor dem Bankrott stehen.

    Jägers Politik ist einfach nur feindlich gegenüber den Deutschen und den europäischen Zuwanderern, die den Groß der Steuerzahler stellen, sondern auch extremsten Maße unsozial und verantwortungslos gegenüber der gesamten Bevölkerung NRWS.

  • Balde gehts endlich los und die USA werden dann den von den Steinzeitfeudalistischen Saudis & Katar finanzierten Al-Kaida Truppen zum Sieg verhelfen. Endlich wird ein großislamischer Gottesstaat demnächst errichtet.

    Danke USA und FR, ihr braucht dann nicht soviele Terroranschläge zu erwarten, wie der Rest der Welt.

    (Ironie aus)

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