Syrien-Konflikt
Mächte-Poker vor Militärschlag

Vor einem möglichen Militärschlag gegen Syrien positionieren sich die internationalen Mächte. Russland attackiert die USA, stoppt aber eigene Waffenlieferungen an Assad - mit einer verblüffenden Begründung.
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Beirut/Washington/Moskau/BerlinAm Samstag haben die UN-Experten in Syrien die Grenze zum Libanon überquert; sie trafen am internationalen Flughafen der Hauptstadt Beirut ein. Nun könnte es bald zu dem Militärschlag kommen. Die Arabische Liga will bereits an diesem Sonntag über den Syrienkonflikt beraten. Wie die Organisation am Samstag mitteilte, wollen die Außenminister in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zusammenkommen. Das Treffen war ursprünglich für Dienstag geplant.

Eine Beteiligung an einem Militäreinsatz in Syrien schließt die Bundesregierung aus, die Prüfung des Chemiewaffenangriffs in dem Bürgerkriegsland durch UN-Experten aber hat sie in besonderer Weise unterstützt: Das UN-Inspektorenteam mitsamt der von ihnen genommenen Proben habe in einem vom Auswärtigen Amt gecharterten Flugzeug die Region verlassen, teilte eine Ministeriumssprecherin am Samstagnachmittag in Berlin mit. Die 13 Experten flogen demnach nach Rotterdam, dem Flughafen, der der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) am nächsten sei.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht, er habe UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zugesagt zu helfen, damit die Ergebnisse der Untersuchung bald vorlägen. „Wir leisten unseren handfesten Beitrag, damit die Untersuchungen schnell zu Ende gebracht werden können“, hob der Minister in dem Interview hervor. Er erwarte, „dass die Analysen der Proben jetzt unverzüglich beginnen, mit allem Hochdruck vorgenommen und dann im Sicherheitsrat beraten werden“.

Die UN-Experten hatten den Auftrag herauszufinden, ob im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt wurden, nicht aber, durch wen. Sie sollen schon bald einen Bericht vorlegen. Die USA haben nach eigenen Angaben allerdings genügend Beweise für einen Chemiewaffen-Einsatz der syrischen Regierungstruppen vorliegen, die ein militärisches Eingreifen rechtfertigen würden. US-Präsident Barack Obama erwägt demnach einen kurzen und begrenzten Einsatz gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad.

Er habe jedoch noch keine endgültige Entscheidung über eine Militärintervention getroffen, sagte Obama am Freitagabend im Weißen Haus in Washington. Kurz nachdem die UN-Chemiewaffenexperten das Land in Richtung Beirut verlassen haben, wollen sich auch zahlreiche Syrer möglichst noch vor dem erwarteten Militärschlag in Sicherheit bringen. Unter ihnen sind auch Anhänger des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Sie wollen jedoch nur kurz im Ausland bleiben.

Kommentare zu " Syrien-Konflikt: Mächte-Poker vor Militärschlag"

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  • Vielleicht noch für einige als Nachhilfe ein interessanter Artikel über die wahren Hintergründe warum Obama Syrien angreifen will: http://www.godmode-trader.de/nachricht/Erst-Syrien-dann-der-Iran,a3155657.html

  • @Analytiker

    "warnte Sillu vor einem «letzten Verzweiflungsakt» Assads. Er ist überzeugt, dass der syrische Präsident den Einsatz von Senfgas, Sarin will."

    Sie sind zum Brüllen. :-)) Kognitives Denken scheint eine wenig kultivierte Facette Ihres Seins auszumachen, dafür sind Sie aber reichlich mit NAIVITÄT gesegnet:

    WAS BITTE glauben Sie denn würden die AMERIKANER in einem Szenario mit ALL IHREN A-B-C-Waffen machen, wenn bspw. die Chinesen nach einer Invasion in Kalifornien kurz vor der Einnahme New Yorks stünden? Den A-Waffen-Sperrvertrag laut runterbeten??

    Ihre Denkweise offenbart zutiefste Voreingenommenheit.

  • @Analytiker: "...warum haben die das Zeug nicht ins Regierungsviertel abgeschossen und beschiessen sich selbst mit alles möglichem..."

    Offensichtlich sind Sie der Diskussion inhaltlich sehr entrückt und beschränken sich auf eine Funktion als blindwütigen Gegenpool. Sonst hätte Sie irgendwann einmal die Kernparole hier im Forum erreichen müssen, dergemäß

    * der Nutzen eines inszenierten Massakers an armen Kindern VIEL GRÖSSER weil US-Raketenträchtiger ist

    * als denn ein verseuchtes Regierungviertel, welches in aller Welt die Rebellen als die Bösewichte entlarvt hätte.

    Sie quasseln einen Wust an Mengentext in den Raum und VERSTEHEN noch nicht einmal, gegen welche inhaltliche Positionen Sie hier antanzen???

    Sie sind nicht ernst zunehmen - außer als polemischer Querulant.

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