
Sie seien vermutlich exekutiert worden. Schauplatz sei der Ort Darija in der Provinz Damaskus-Land. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.
Derweil gerät der an die Türkei grenzende Nordwesten Syriens immer stärker ins Zentrum des Bürgerkrieges. Rebellen umzingelten nach Darstellung von Oppositionellen am Wochenende einen Stützpunkt bei Urum al-Sughra und schossen ein Kampfflugzeug der Luftwaffe ab. Machthaber Baschar al-Assad greift einer Menschenrechtsgruppe zufolge im Kampf um die Macht auch auf die völkerrechtlich geächtete Streumunition zurück, die verheerende Schäden anrichten kann. Assad ließ zugleich den Streit mit der Türkei eskalieren und sperrte den syrischen Luftraum für Flugzeuge des Nachbarlandes. Die Türkei reagierte am Sonntag mit dem selben Schritt.
Durch die Belagerung des Stützpunktes bei Urum al-Sughra saßen der Opposition zufolge Hunderte syrische Soldaten in der Falle. Ein Versuch, die Garnison freizukämpfen, sei gescheitert. Die Rebellen hätten eine zur Rettung in Marsch gesetzte gepanzerte Kolonne angegriffen und gestoppt, erklärte ein Vertreter der Opposition. Einen zur Unterstützung der Regierungstruppen eingesetzten Kampfjet hätten die Assad-Gegner abgeschossen.
Der Flüchtlingsstrom aus Syrien in die Türkei setzt ein. Ankaras Regierungschef Recep Tayyip Erdogan verspricht den Flüchtlingen eine offene Grenze. Zehn Tage später sind bereits fast 10 000 Syrer in türkischen Lagern.
Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad attackieren die türkische Botschaft in Damaskus.
Die Türkei ruft ihre Bürger auf, Syrien wegen der Gewalt zu verlassen. Am 26. März schließt Ankara die Botschaft in Damaskus.
Syrische Truppen feuern über die Grenze hinweg auf das Flüchtlingslager Kilis. Zwei Syrer und zwei Türken werden verletzt. Ankara verstärkt die Truppen an der Grenze und warnt vor weiteren Angriffen. In türkischen Lagern leben rund 25 000 Syrer.
Als Reaktion auf das Massaker an Zivilisten im syrischen Al-Hula weist die Türkei alle syrischen Diplomaten aus Ankara aus.
Syrien schießt vor der Küste einen türkischen Militärjet ab. Beide Piloten sterben. Das Flugzeug war nach syrischen Angaben in den Luftraum des Landes eingedrungen.
Der türkische Ministerpräsident Erdogan sagt in einer vom Fernsehen übertragene Ansprache: „Bis sich das syrische Volk von diesem Diktator (Baschar al-Assad) mit blutbefleckten Händen befreit hat, wird die Türkei ihm (dem Volk) jede Art von Unterstützung zuteilwerden lassen.“
Ankara stationiert Raketenabwehrsysteme und Militärfahrzeuge an der Grenze.
Die türkische Armee lässt Kampfjets gegen syrische Hubschrauber aufsteigen, die sich der Grenze näherten.
Wegen der schnell steigenden Zahl syrischer Flüchtlinge fordert die Türkei Schutzzonen auf syrischem Boden. Die türkischen Lager könnten nicht mehr als 100 000 Menschen aufnehmen. 70 000 sind bereits in die Türkei geflüchtet, tausende warten tagelang auf der syrischen Seite der Grenze auf die Einreise in die Türkei.
Bei Kämpfen syrischer Regierungstruppen mit Rebellen werden in dem türkischen Grenzdorf Akcakale mehrere Menschen durch Schüsse aus Syrien verletzt.
In Akcakale schlagen mindestens drei aus Syrien abgefeuerte Granaten ein. Eine Mutter und ihre vier Kinder sterben. Wenig später greift die türkische Armee erstmals Ziele im Nachbarland an. In den folgenden Tagen schlagen im Grenzgebiet immer wieder Granaten aus Syrien ein, die Türkei feuert zurück.
Das Parlament in Ankara erlaubt der Regierung für ein Jahr Einsätze auch über die Grenze hinweg. Die Türkei habe aber kein Interesse an einem Krieg mit Syrien, heißt es.
Die türkische Luftwaffe zwingt ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung in Ankara. Die Maschine war auf dem Weg von Moskau nach Damaskus. Es seien Teile von Raketensystemen und Kommunikationsausrüstung an Bord gefunden worden.
Nach eigener Darstellung haben die Rebellen die Kontrolle über das landwirtschaftlich geprägte Gebiet ausgeweitet. Mehrere Städte seien in ihrer Gewalt. Die Aufständischen hätten zudem Geländegewinne westlich der Provinzhauptstadt Idlib erzielt.
Ebenfalls im Nordwesten Syriens liegt Marat al-Nunam, das die Rebellen vergangene Woche einnahmen. Im Kampf um die Stadt, durch welche die Autobahn zwischen den Metropolen Damaskus und Aleppo führt, sollen die Regierungstruppen auch Streubomben eingesetzt haben. Flugzeuge und Hubschrauber der Regierung hätten diese Bomben vor allem bei Gefechten um die Schnellstraße abgeworfen, berichtete die Organisation Human Rights Watch. Auch andere Ziele seien mit der aus Russland gelieferten Munition bombardiert worden, die Hunderte kleine Sprengsätze abfeuert.
"Syriens Missachtung seiner Zivilbevölkerung tritt bei den Luftangriffen offen zutage, bei denen tödliche Streumunition über Wohngebieten abgeworfen wird", erklärte die in New York ansässige Organisation. Sie hatte Assad den Einsatz dieser Waffen bereits im Juli und August vorgeworfen.