Syrien-Konflikt
Mindestens 100 Tote nahe Damaskus gefunden

In der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus ist offenbar ein neues Massaker verübt worden. Syrische Aktivisten berichteten am Sonntag, es seien zahlreiche Leichen gefunden worden. Von mindestens 100 Toten ist die Rede.

Beirut/AmmanSie seien vermutlich exekutiert worden. Schauplatz sei der Ort Darija in der Provinz Damaskus-Land. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Derweil gerät der an die Türkei grenzende Nordwesten Syriens immer stärker ins Zentrum des Bürgerkrieges. Rebellen umzingelten nach Darstellung von Oppositionellen am Wochenende einen Stützpunkt bei Urum al-Sughra und schossen ein Kampfflugzeug der Luftwaffe ab. Machthaber Baschar al-Assad greift einer Menschenrechtsgruppe zufolge im Kampf um die Macht auch auf die völkerrechtlich geächtete Streumunition zurück, die verheerende Schäden anrichten kann. Assad ließ zugleich den Streit mit der Türkei eskalieren und sperrte den syrischen Luftraum für Flugzeuge des Nachbarlandes. Die Türkei reagierte am Sonntag mit dem selben Schritt.

Durch die Belagerung des Stützpunktes bei Urum al-Sughra saßen der Opposition zufolge Hunderte syrische Soldaten in der Falle. Ein Versuch, die Garnison freizukämpfen, sei gescheitert. Die Rebellen hätten eine zur Rettung in Marsch gesetzte gepanzerte Kolonne angegriffen und gestoppt, erklärte ein Vertreter der Opposition. Einen zur Unterstützung der Regierungstruppen eingesetzten Kampfjet hätten die Assad-Gegner abgeschossen.

Nach eigener Darstellung haben die Rebellen die Kontrolle über das landwirtschaftlich geprägte Gebiet ausgeweitet. Mehrere Städte seien in ihrer Gewalt. Die Aufständischen hätten zudem Geländegewinne westlich der Provinzhauptstadt Idlib erzielt.

Ebenfalls im Nordwesten Syriens liegt Marat al-Nunam, das die Rebellen vergangene Woche einnahmen. Im Kampf um die Stadt, durch welche die Autobahn zwischen den Metropolen Damaskus und Aleppo führt, sollen die Regierungstruppen auch Streubomben eingesetzt haben. Flugzeuge und Hubschrauber der Regierung hätten diese Bomben vor allem bei Gefechten um die Schnellstraße abgeworfen, berichtete die Organisation Human Rights Watch. Auch andere Ziele seien mit der aus Russland gelieferten Munition bombardiert worden, die Hunderte kleine Sprengsätze abfeuert.

"Syriens Missachtung seiner Zivilbevölkerung tritt bei den Luftangriffen offen zutage, bei denen tödliche Streumunition über Wohngebieten abgeworfen wird", erklärte die in New York ansässige Organisation. Sie hatte Assad den Einsatz dieser Waffen bereits im Juli und August vorgeworfen.

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