Syrien-Konflikt

Obama nimmt den Finger vom Abzug

Der US-Angriff auf Syrien ist zumindest verschoben, Präsident Obama rudert zurück: Nach Russlands Vorschlag, Syriens C-Waffen unter internationale Kontrolle zu bringen, steigt die Hoffnung auf eine politische Lösung.
Update: 10.09.2013 - 10:10 Uhr 78 Kommentare
Obama im Gespräch mit CBS-Moderator Scott Pelley. „Wir werden das ernst nehmen“, sagte US-Präsident Obama in Fernsehinterviews. Quelle: ap

Obama im Gespräch mit CBS-Moderator Scott Pelley. „Wir werden das ernst nehmen“, sagte US-Präsident Obama in Fernsehinterviews.

(Foto: ap)

DüsseldorfUS-Präsident Barack Obama hat eine mögliche Abkehr von einem Militärschlag gegen Syrien in Aussicht gestellt. Er würde einen Angriff „absolut“ auf Eis legen, wenn das Regime von Machthaber Baschar al-Assad seine Chemiewaffen unter internationale Kontrolle stelle, sagte Obama in mehreren TV-Interviews. Er begrüßte einen entsprechenden russischen Vorschlag als „positive Entwicklung“ und nannte ihn einen möglichen Durchbruch. Der Präsident zeigte sich aber auch skeptisch: „Wir wollen keine Hinhaltetaktik“, sagte er. Assad müsse zeigen, dass er ernst meine.

Es sei ohnehin seine Präferenz, die Syrien-Frage ohne einen Militäreinsatz zu lösen, betonte Obama. Weiter sagte er, derzeit nicht zuversichtlich zu sein, im Kongress die Mehrheit für einen Angriff gegen das arabische Land zu erhalten. Der Senat verschob nach den Äußerungen eine für diesen Mittwoch angesetzte Probeabstimmung über die entsprechende Resolution. Er wolle dem Präsidenten mehr Zeit geben, das Volk über die Vorgänge zu informieren, sagte der demokratische Mehrheitsführer Harry Reid. Obama ließ offen, ob er auch ohne Autorisierung durch die Parlamentarier zuschlagen würde.

Obama erklärte, schon die Androhung eines Angriffs habe dazu geführt, dass sich Russland und Syrien nun bewegten. Außenminister John Kerry und das restliche nationale Sicherheitsteam des Weißen Hauses würden mit den Ländern und der internationalen Gemeinschaft über den Vorschlag sprechen und ihn ausführlich prüfen. „Wir werden das ernst nehmen“, sagte er. Die Idee selbst sei aber nicht neu. Er habe seit mehr als einem Jahr häufiger mit Kremlchef Wladimir Putin darüber gesprochen, zuletzt in der vergangenen Woche beim G20-Gipfel im russischen St. Petersburg.

Obama: Russlands Vorstoß zu Syrien kann Konflikt lösen

In gleich sechs Interviews – bisher einmalig in seiner Amtszeit – wollte Obama eigentlich das Volk und den Kongress von einem Angriff überzeugen – bis Russlands Vorstoß diese Pläne durcheinander brachte. Kurze Zeit später sendete der Fernsehsender PBS ein Interview mit Assad, in dem dieser versicherte, er würde alles tun, um die Region vor einem Krieg zu bewahren.

Bei CNN kündigte Obama an: „Wir gehen der Sache auf den Grund.“ Außenminister John Kerry werde mit seinen internationalen Kollegen daran arbeiten, ob sich etwas Ernsthaftes und Durchsetzbares aus dem Vorschlag ergebe. Gegenüber PBS betonte er nochmals, dass man „unseren Kinder keine Welt hinterlassen darf, in der andere Kinder Opfer von Nervengas werden“. Obama betonte auch, wegen des russischen Vorschlags skeptisch zu sein. Es könne sich auch um eine Hinhaltetaktik von Syriens Staatschef Baschar al-Assad halten. Zudem betonte der US-Regierungschef, seien die Waffen übergeben, wäre „der schreckliche Konflikt in Syrien“ trotzdem nicht gelöst.

Russland hatte eine Äußerung von US-Außenminister John Kerry zur Kontrolle von Syriens Chemiewaffen als Lösungsvorschlag aufgegriffen und damit Bewegung in die Krise gebracht. Die Regierung in Moskau schlug am Montag vor, Assad sollte die Waffen unter internationale Kontrolle stellen. Auch China schloss sich am Dienstag an, wie ein Sprecher des Außenministeriums in Peking erklärte. Er kündigte zudem Gespräche mit der syrischen Opposition an. Eine Delegation der Rebellen solle dazu noch im Tagesverlauf in China eintreffen.

Mehrheit der Amerikaner gegen Krieg
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78 Kommentare zu "Syrien-Konflikt: Obama nimmt den Finger vom Abzug"

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  • Inwieweit das hält, bleibt abzuwarten. Jedenfalls waren/sind (?!) die Amerikaner wieder einmal drauf und dran einen "LÜGENKRIEG" anzuzetteln. Weiß doch die ganze Welt, dass alle Kriege der USA mit Lügen begonnen wurden. Da ist Vietnam, der mit der Lüge begann, in der Tomkin-Bucht sei ein US Kriegsschiff angegriffen worden, als Einstieg in Kuweit wurde ein "Lügen"-Film verbreitet, in dem Iraker Babys aus den Brutkästen rissen, der, wie sich herausstellte von einer PR Agentur erstellt wurde. Und nicht zuletzt wurde der zweite Krieg gegen Saddam Hussein mit Lügen in der UNO aufgrund angeblich unwiderlegbarer Satelliten-Beweisen über Massenvernichtungswaffen angezettelt. Wer da noch politisch die Hand zum Losschlagen bietet handelt unverantwortlich und völkerrechtswidrig. Deshalb ist diese einseitige irrationale Kriegstreiberrei in deutschen Medien nur noch unappetitlich.

  • O-Ton Obama
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    Gegenüber PBS betonte er nochmals, dass man „unseren Kinder keine Welt hinterlassen darf, in der andere Kinder Opfer von Nervengas werden“
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    Eine Welt zu hinterlassen, in der Kinder Opfer von amerikanischen Drohnen und Atombomben werden ist aber in Ordnung.

    Was für ein erbärmlicher Heuchler.

    Das Humanitätsgedusel um Giftgas ist nur ein Machtspiel der Großmächte.

    Denn biologische und chemische Waffen sind die Massenvernichtungswaffen kleiner Nationen - die einzige Abschreckung die sie gegen die atomare und konventionelle Bedrohung durch macht- und resourcenhungrige Großmächte haben.

  • @hafnersp, "Und dann reden sie von Menschenrechten, die sie verteidigen müssten.... bis hin zum Weltkrieg?"
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    Diejenigen, welche die Weltherrschaft anstreben benutzen die Vehikel "Demokratie", "Menschenrechte", "Selbstbestimmung" und den gesellschaftszerstörerischen
    exzessiven Liberalismus, um ihr Ziel zu erreichen.
    Nach Erreichung des Zieles wird die Welt in einer Diktatur leben, in welcher der Liberalismus abgeschafft ist, die Freiheit neu definiert und bestimmt wird, wer "Terrorist" ist.
    Die USA incl. NATO sind der militärische Arm dieser "Organisation" von der Ex-Reichsaußenminister Walther Rathenau sagte :
    "Es gibt ein Komitee von 300 Leuten, die unsere Welt regieren und deren Identität nur ihresgleichen bekannt ist."

    Fazit : Die Aufgabe der Weltbevölkerung ist, diese Gruppe von Leuten hinter den Kulissen hervor und an die Öffentlichkeit zu ziehen ---- an den Pranger zu stellen !! damit Frieden und Freiheit eine Chance haben.

    Schönen Tag noch
    Novaris

  • #Analytiker

    ..Sie haben sich irgendwie heiß gelaufen. Nehmen Sie eine kalte Dusche und rufen Sie ggf. den Arzt an.

  • da steht alles....

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/09/netanyahu-hat-2002-gelogen-und-lugt.htm

    das sagt alles.

  • @analytiker
    was sie da schreiben kann man für eine "Kriegshetzerei" halten.

    "Die Unschuldsvermutung bedeutet, dass jemand, der eines kriminellen Vergehens beschuldigt wird, so lange für unschuldig zu gelten hat, bis seine Schuld tatsächlich nachgewiesen ist, in der Regel bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt".

    Dann sollen doch die Amis der Weltgemeinschaft ihre "zweifelsfreie Beweise" vorlegen. Wenn Herr Assad das wirklich veranlasst hat, dann muss eine politische Lösung her. Aufrufe nach "lass uns ihn doch wegbomben" ist Kriegshetzerei.

  • Antwort : Es stimmt ,nach Angaben der Syrieschen Bevölkerung geht es den Menschen dort nicht schlecht .Es ist die Angst vor den Rebellen und aufgehetzten Aufständigen durch die (AMERIKANer und ISRAELIS die die Bevölkerung fliehen läßt .Und alles wegen Oel und Gas Geschäften .

  • Als O..bama den Revolver zog, hat er sich selbst ins Bein geschossen.

  • Mögliche Syrien-Intervention: Russland lässt IAEA nukleare Risiken abschätzen

    Russland hat bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA eine Analyse der nuklearen Risiken in Syrien für den Fall eines US-Angriffs angefragt, wie der russische Botschafter bei internationalen Organisationen in Wien, Wladimir Woronkow, am Montag mitteilte.

  • Der Chef der syrischen Militärpolizei ist zu den Rebellen übergelaufen. In einem Video beschimpft Abdelasis al-Schalal die Soldaten als marodierende und mordende Banden. Die Freie Syrische Armee umfasste im Juni 2013 etwa 80.000 bewaffnete Kämpfer.[5] Im Dezember 2011 gab es nach Angaben der Aktivisten etwa 15.000 bis 25.000 Überläufer von den syrischen Streitkräften


    Generalmajor Adnan Sillu war unter Präsident Baschar al-Assad verantwortlich für das syrische Chemiewaffenprogramm. Im Juli lief er zu den Aufständischen über und flüchtete in die Türkei ins Exil. In einem Interview mit dem US-Sender «National Public Radio» warnte Sillu vor einem «letzten Verzweiflungsakt» Assads. Er ist überzeugt, dass der syrische Präsident den Einsatz von Senfgas, Sarin will.
    Es ist unumstritten daas Vater und Sohn Assad mehrere konventionelle Massaker an der Bevölkerung begangen haben, ob da noch Chemiewaffen benutzt werden ist nebensächlich..
    Saddam ein Baas wie Assad, hat im Inland und Ausland zehntausende Leute vergasen lassen,
    und dass ist ein Fakt. Wo er den Rest der C-Waffen verschickte, vielleicht nach Syrien ?
    Syrien ist deklarierter Verbündeter von Iran
    Die Massaker an der syrischen Bevölkerung, die das Assad Regime und seine Schergen zu verantworten haben, erinnern in auffälliger Weise an die Vorgehensweise des russischen Militärs in Tschetschenien. In den beiden Tschetschenienkriegen wurden unter der Verantwortung von Boris Jelzin und Wladimir Putin völkermordartige Verbrechen an der tschetschenischen Bevölkerung verübt.

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