Syrien-Konflikt
Russland will Assad kein Asyl gewähren 

„Wir dachten, das sei ein Scherz“: Russland verspürt wenig Neigung für den Vorschlag des Westens, es solle dem syrischen Machthaber Asyl gewähren. Derweil wächst die Sorge, der Konflikt könnte zum Flächenbrand anwachsen.
  • 4

MoskauDeutliches „Njet“ Russlands im diplomatischen Ringen um Syrien: Die Regierung in Moskau hat am Donnerstag abermals eine Einmischung von außen vehement abgelehnt. Den Vorschlag des Westens, Russland solle Präsident Baschar Assad Asyl gewähren, bezeichnete Außenminister Sergej Lawrow als „Scherz“.

Im Nahen Osten wächst inzwischen die Sorge, der blutige Konflikt könnte zu einem Flächenbrand in der Region führen. Besonders im Libanon nehmen die Spannungen immer weiter zu. Auch Al-Kaida-Terroristen aus dem Irak sollen mittlerweile in Syrien aktiv sein.

Der Irak habe „handfeste Informationen“, wonach Extremisten von seinem Staatsgebiet aus die Grenze nach Syrien überquerten, um dort Anschläge zu verüben, sagte der irakische Außenminister Hoschjar Sebari. Gleichzeitig warnte er - wie bereits viele hochrangige Politiker im Westen und in der Arabischen Welt vor ihm -, dass die Kämpfe in Syrien auf den Irak und andere Länder übergreifen könnten.

Auch die Spannungen zwischen der Türkei und Syrien haben seit dem Abschuss eines türkischen Kampfjets vor knapp zwei Wochen deutlich zugenommen. Am Donnerstag wurden die Leichen der beiden Piloten geborgen, die mit ihrem Flugzeug ins Mittelmeer gestürzt waren.

Im Libanon, wo es in der Vergangenheit bereits zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Gegnern und Anhängern des syrischen Regimes gekommen war, wurde am Donnerstag offenbar ein Anschlag auf einen anti-syrisch eingestellten Politiker vereitelt. Am Arbeitsplatz von Butros Harb seien Sprengsätze entdeckt worden, sagte Innenminister Marwan Kharbel am Donnerstag.

In Syrien selbst hat die Welle der Gewalt mittlerweile ein „beispielloses Niveau“ erreicht, wie der Chef der UN-Beobachtermission, Robert Mood, am Donnerstag erklärte.

Seite 1:

Russland will Assad kein Asyl gewähren 

Seite 2:

Schweizer Granate in Syrien aufgetaucht

Kommentare zu " Syrien-Konflikt: Russland will Assad kein Asyl gewähren "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich bin mir sicher, dass sowohl die Russen als auch die Chinesen wissen, dass die Araber vergesslich sind und deshalb machen sie sich keine Sorgen um ihre Geschäfte in Syrien und der arabischen Welt. Denn sonst hätten die Bürger dieser Staaten z.B. die Waren boykottiert, syrer

  • Syrien ist nicht Rußlands Hinterhof und Georgien auch nicht.

    Wer das nicht versteht, sollte seinen Namen besser in "Rußlandfreund" ändern.

  • Das Russland Herrn Assad nicht haben will ist nachvollziehbar.
    Wer möchte gern einen Schwerverbrecher in das eigene Land holen. Zudem würde dies zwischen Russland und der restlichen Welt politischen Zwiespalt hervorrufen. Allerdings schleimt Putin zurzeit noch. Reformen müssen in Syrien unblutig realisiert werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%