Syrien-Konflikt
USA fordern zum Verlassen von Syrien auf

Washington sieht Gefahren für US-Staatsbürger durch wachsende Ausländerfeindlichkeit in Syrien. Festnahmen und Spionagevorwürfe seien wahrscheinlich. Syrische Regimegegner rufen zu weiteren Protesten auf.
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Washington, IstanbulDie US-Regierung hat ihre Bürger aufgefordert, Syrien schnellstmöglich zu verlassen. In einer Reisewarnung, die in der Nacht zum Freitag veröffentlicht wurde, hieß es, die Versuche der syrischen Führung, den Aufstand als Ergebnis ausländischer Einflussnahme darzustellen, habe zu einer wachsenden Ausländerfeindlichkeit geführt. US-Bürgern könne es daher leicht passieren, dass sie festgenommen und als Spione bezichtigt würden.

Das Auswärtige Amt hatte den in Syrien lebenden deutschen Staatsbürgern wegen des Aufstandes bereits am 18. August die Ausreise empfohlen. Aktivisten hatten für Freitag unter dem Motto „Wir machen weiter bis das Regime stürzt“ erneut zu Demonstrationen aufgerufen. Nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter töteten die Sicherheitskräfte in der Provinz Idlib seit Donnerstag zwei mutmaßliche Regimegegner. 73 Menschen seien festgenommen worden. Neun Einwohner der Provinz würden vermisst.

Das syrische Staatsfernsehen hatte am Donnerstagabend das „Geständnis“ eines Offiziers der Armee ausgestrahlt, der sich im Juni der Protestbewegung angeschlossen hatte. Er erklärte nun, die Armee habe nie den Befehl erhalten, auf Zivilisten zu schießen. Aktivisten erklärten, der Offizier Hussein Harmusch, der im Juni in die Türkei geflohen war, sei vom syrischen Geheimdienst verschleppt und zu diesem falschen Geständnis gezwungen worden. In einigen syrischen Oppositionellen-Foren war behauptet worden, die türkischen Behörden hätten den Mann an die Syrer ausgeliefert. Türkische Medien berichteten am Freitag, das türkische Außenministerium habe dies nun bestritten. Kein Flüchtling werde zur Rückkehr nach Syrien gezwungen oder von der Rückkehr in seine Heimat abgehalten.

Seit Beginn der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad, die von den Sicherheitskräften mit militärischer Gewalt und Folter bekämpft werden, sollen über 2500 Menschen getötet worden sein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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