Syrien-Kongress Moskau dämpft die Erwartungen an

Bald tagt der Syrien-Kongress in Russland. Auf zwei Schienen laufen inzwischen die diplomatischen Versuche zur Beilegung des Konflikts: Via Moskau und via Uno. In beiden Fällen ist es noch ein weiter Weg.
Update: 26.01.2018 - 17:47 Uhr Kommentieren
Der Syrien-Kongress tagt im südrussischen Sotschi. Quelle: dpa
Sotschi

Der Syrien-Kongress tagt im südrussischen Sotschi.

(Foto: dpa)

WienWenige Tage vor dem Syrien-Kongress im südrussischen Badeort Sotschi dämpft die Moskauer Führung die Erwartungen. Der „Kongress der Völker Syriens“ am Montag und Dienstag sei nur ein Schritt für das Bürgerkriegsland, wenn auch ein wichtiger, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag. „Aber es wäre nicht korrekt zu erwarten, dass in Sotschi eine abschließende Friedensregelung getroffen wird.“

An der Teilnehmerliste werde noch gearbeitet, sagte Peskow der Agentur Tass zufolge. Das sei „äußerst kompliziert und mühselig“. Russland bereitet sich aber nach früheren Angaben auf weit über 1000 Teilnehmer aus allen Volks- und Religionsgruppen Syriens vor.

Ob die syrische Opposition an dem Dialog in Russland teilnehmen wird, hing vom Verlauf der Verhandlungen unter Uno-Mandat in Wien ab. Der Uno-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte sich am Freitag zunächst mit den Gegnern von Präsident Baschar al-Assad zu einem bilateralen Gespräch getroffen. Der Erwartungsdruck nach bisher acht ergebnislosen Runden wurde spürbar. Ohne Fortschritte in Wien will die Opposition nicht nach Sotschi reisen. Bis zum Nachmittag war unklar, ob zumindest minimale Erfolge erzielt wurden.

„Unsere Delegation zeigt sich sehr flexibel bei den Gesprächen in Genf, und diese Gespräche sind ein wirklicher Test, um herauszufinden, wer Hindernisse aufbaut und wer eine wirkliche Lösung für die anhaltende Krise in Syrien will“, sagte Oppositionssprecher Jehia Aridi. Viele syrische Oppositionelle haben Bedenken gegen einen von Russland organisierten Friedens-Dialog, weil Moskau militärisch den syrischen Präsidenten Assad stützt. Es gibt auch Befürchtungen, dass der Friedenprozess unter Führung der Vereinten Nationen in Genf unterlaufen werden könnte.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow warb in einem Telefonat mit De Mistura erneut für die bevorstehende Konferenz in Sotschi. Diese sei wichtig, um den politischen Dialog zwischen den Konfliktparteien in Gang zu bringen, teilte das Ministerium in Moskau mit.

Die Fernziele der Gespräche sind eine neue Verfassung und freie Wahlen unter Aufsicht der Uno. In dem fast siebenjährigen Bürgerkrieg in Syrien sind mehr als 400 000 Menschen getötet

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