Syrien-Krieg
Sturm auf Aleppo

Bodenoffensive in Aleppo: Die syrische Armee stößt in Rebellengebiete in der umkämpften Metropole vor. Die USA werten dies als Beleg, dass Damaskus und Moskau kein Interesse an einem Friedensprozess haben.

BeirutIn Syrien setzt die Armee von Präsident Baschar al-Assad zum Sturm auf die Rebellengebiete in der Metropole Aleppo an. Nach tagelangen Luftangriffen stießen die Soldaten in einer großangelegten Bodenoffensive auf Stellungen der Aufständischen an vier Orten gleichzeitig vor, teilte ein hochrangiger Vertreter der Aufständischen am Dienstag mit.

Die USA werteten den Großangriff als Beleg dafür, dass Assad und sein Partner Russland kein Interesse an einem Friedensprozess hätten und nun eine militärische Entscheidung suchten. Angesichts der immer schwieriger werdenden Lage ihrer Verbündeten drohte ein Vertreter der USA, die Rebellen könnten mit Luftabwehr-Raketen ausgerüstet werden. In Berlin bezweifelte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass ein Flugverbotszone eingerichtet werden könnte.

„Sie arbeiten daran, jede Lücke zu erweitern, die sie finden“, schilderte der Rebellen-Vertreter die Lage im Kampfgebiet. Dabei kämen auch Fassbomben und Hubschrauber zum Einsatz. Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, die Armee habe einige Geländegewinne erzielt, was jedoch von Rebellen abgestritten wurde.

Die Truppen bewegten sich nach Angaben eines regierungstreuen Milizenkommandeurs unter Führung einer Eliteeinheit in gepanzerten Fahrzeugen auf Rebellengebiete im Osten der Stadt zu. Auch im Südwesten der Stadt wurden Gefechte gemeldet. Zudem griff die Regierung die Palästinenser-Siedlung Handarat im Norden der Stadt erneut an. Rebellen hatten die Soldaten erst am Wochenende wieder aus dem strategisch wichtigen Ort vertrieben.

Ein Grund für den militärischen Erfolg Assads ist die Unterstützung durch die russische Luftwaffe. Die Rebellen selbst verfügen über keine Kampfflugzeuge. Das Scheitern der jüngsten Feuerpause könnte nach Einschätzung von US-Regierungsvertretern die Verbreitung von Luftabwehrgeschossen bei Rebellen fördern. Es steige die Wahrscheinlichkeit, dass Golfstaaten Aufständische mit tragbaren Raketen ausrüsteten, mit denen sie Hubschrauber und Flugzeuge abschießen könnten, sagte ein Regierungsinsider. Dies hätten die USA bislang verhindert.

Zwar unterstützt die US-geführte Koalition moderate Rebellengruppe mit Luftangriffen. Diese beschränken sich jedoch bislang auf extremistische Gruppen wie den Islamischen Staat (IS). Regierungstruppen wurden bislang nur versehentlich bombardiert.

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