Syrien: Krise entwickelt sich zu humanitärer Notlage

Syrien
Krise entwickelt sich zu humanitärer Notlage

Die Krise in Syrien führt immer mehr zu einer humanitären Notlage. Hilfsorganisationen fordern tägliche Kampfpausen, um Zugang zur Bevölkerung zu erhalten. Laut Aktivisten wurden am Dienstag fast 70 Menschen getötet.
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BrüsselMoskau/BeirutDer Konflikt in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung der internationalen Gemeinschaft immer mehr zu einer humanitären Krise. Während das Rote Kreuz seine Forderung nach einer täglichen Kampfpause untermauerte, wurden allein am Dienstag wieder fast 70 Menschen getötet. Die UN-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Valerie Amos, forderte für Hilfsorganisationen einen ungehinderten Zugang zur Bevölkerung.

Eine Gefechtspause müsse mindestens zwei Stunden dauern, um den Mitarbeitern des IKRK und des Syrisch-Arabischen Roten Halbmonds zu erlauben, die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen und die Verletzten in Sicherheit zu bringen, erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. In der seit Wochen von der Armee belagerten Rebellenhochburg Homs könnten ganze Familien über Tage ihre Wohnungen nicht verlassen, um Lebensmittel zu besorgen.

Während die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) sich für eine derartige Gefechtsunterbrechung aussprach, äußerten sich die Behörden bis zum Abend nicht. Der Syrische Nationalrat (SNC), der Dachverband der syrischen Opposition im Exil, rief die internationale Gemeinschaft dagegen auf, sich für die Aufhebung der Belagerung von Homs einzusetzen, um die Bevölkerung dort mit Medikamenten und Lebensmitteln versorgen zu können.

Auch die USA und UNO begrüßten die Forderung nach einer Kampfpause. Die „große Menschenrechtskrise“ in Syrien habe zunehmend schwere humanitäre Auswirkungen, erklärte UN-Vizegeneralsekretärin für humanitäre Angelegenheiten, Amos. Medizin und Nahrungsmittel würden „stark benötigt“. Ihren Angaben zufolge stellte die EU drei Millionen Euro für Medikamente und die Unterbringung von Flüchtlingen in Nachbarländern bereit.

Landesweit wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle am Dienstag insgesamt 68 Zivilisten getötet, darunter 33 Zivilisten bei einem Militäreinsatz in der Ortschaft Abdita. In der Provinz Homs kamen 31 Menschen ums Leben. Die Stadt selbst wurde weiter vom Militär belagert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren 56 Panzer und Truppenfahrzeuge in Richtung der Rebellenhochburg unterwegs. Auch der SNC warnte, die Armee bereite mit dem intensiven Beschuss der vergangenen Tage die Stürmung der Stadt vor.

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