Syrien
Kurden vertreiben IS-Kämpfer aus Kobane

Kurdische Kämpfer haben offenbar die Dschihadistengruppe Islamischer Staat aus der nordsyrischen Stadt Kobane vertrieben. Die Volksverteidigungseinheiten wollen den IS nach mehr als vier Monaten Kämpfen verjagt haben.
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BeirutKämpfer der syrischen Kurden haben nach Angaben einer oppositionsnahen Beobachtergruppe die Extremistenmiliz IS aus der Stadt Kobani vertrieben. Die Syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte teilte am Montag mit, unterstützt durch Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten hätten die Kurden Kobani wieder ganz unter ihre Kontrolle gebracht.

Ein Vertreter der Kurden berichtete telefonisch aus der weitgehend zerstörten Stadt, die IS-Kämpfer hätten bei ihrem Rückzug Minen gelegt. Die Türkei öffnete unterdessen ihr größtes Flüchtlingslager in der Grenzstadt Suruc für Schutzsuchende aus Kobani. 35.000 Menschen aus der monatelang umkämpften Stadt sollen dort Aufnahme finden. Insgesamt sind 1,7 Millionen Menschen vor dem syrischen Bürgerkrieg in das Nachbarland geflüchtet.

Die auch als Ain-al-Arab bekannte Stadt an der Grenze zur Türkei war zu einem Symbol des Kampfes gegen den IS geworden, der große Teile Syriens und des Iraks erobert hat. Seit rund vier Monaten tobt die Schlacht um Kobani. Die erbitterten Kämpfe spielten sich wochenlang vor den Augen der ganzen Welt ab, da zahllose Fernsehsender ihre Kameras direkt an der türkischen Grenze aufgebaut hatten und die Bilder der Gefechte zum Teil live übertrugen.

Auf internationalen Druck erlaubte die Türkei die Verlegung kurdischer Kämpfer aus dem Irak über ihr Staatsgebiet nach Kobani, um die Verteidiger der Stadt zu unterstützen. Nach Angaben der von Großbritannien aus arbeitenden Beobachtergruppe wurde am Montag zunächst noch in den östlichen Vororten der Grenzstadt gekämpft. Unterstützung erhielten die syrischen und irakischen Kurden-Kämpfer aus der Luft.

Die USA und ihre Verbündeten hätten alleine seit Sonntag 17 IS-Ziele in Kobani bombardiert, teilte das US-Militär mit. Ein Kurden-Vertreter berichtete aus der Stadt, die Kämpfer rückten sehr langsam und vorsichtig vor, weil die IS-Milizionäre bei ihrem Rückzug Minen versteckt hätten. Die Hälfte der Stadt liege in Schutt und Asche. Die Versorgung mit Wasser, Strom und Lebensmitteln liege danieder. Auch gebe es kaum noch medizinische Versorgung.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kurden vertreiben IS-Kämpfer aus Kobane
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    Das ist eine positive Meldung!
    Die Kurden haben die Terrortruppen des IS aus Kobane vertrieben. Diese lecken jetzt ihre Wunden. Da sie ja Hals über Kopf geflohen sind, werden sie jetzt wohl hingerichtet; es wäre ja nicht das erste Mal.
    Ein Gotteskämpfer gibt niemals auf! sagte einen ihrer "Führer". Aber sie haben das Hasenpanier ergriffen.

  • großen respekt vor den Kurden die der IS grenzen aufzeigen.

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