Syrien
Obama will Assad zum Rücktritt auffordern

Gerade hat der syrische Präsident Baschar Assad erklärt, alle Militäraktionen seien beendet, da wird von neuen Todesopfern berichtet. Die USA ist offenbar mit der Geduld am Ende und will Assad zum Rücktritt auffordern.
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BeirutSyrische Sicherheitskräfte haben nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in der Nacht auf Donnerstag wieder neun Menschen erschossen. Die meisten Menschen seien nach den Gebeten anlässlich des muslimischen Fastenmonats Ramadan in der Stadt Homs getötet worden, berichteten die in London ansässige Organisation Observatory for Human Rights und die örtlichen Koordinationskomitees übereinstimmend.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zuvor in einem Gespräch mit Assad ein sofortiges Ende aller Militäraktionen und Massenverhaftungen gefordert, wie die Vereinten Nationen gestern mitteilten. Der syrische Präsident habe daraufhin erklärt, dass die Militär- und Polizeiaktionen bereits beendet worden seien.

Seit Beginn der Proteste gegen Assad Mitte März wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mehr als 1.800 Zivilpersonen getötet. Die Regierungstruppen gehen mit Panzern und Soldaten gegen die Protestbewegung vor.

Aus US-Regierungskreisen verlautete unterdessen, Präsident Barack Obama wolle Assad ausdrücklich zum Rücktritt auffordern. Das Weiße Haus habe verbündete Staaten in Europa sowie im arabischen Raum darüber informiert, dass ein solcher Schritt unmittelbar bevorstehe. Möglicherweise werde eine entsprechende Erklärung bereits heute veröffentlicht, sagte eine Gewährsperson. Die Stellungnahme werde von weiteren Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus begleitet. Den Angaben zufolge ist auch einen Auftritt von US-Außenministerin Hillary Clinton vor den Kameras geplant.

Zuvor hatten Obama, Clinton und führende Mitarbeiter des Weißen Hauses erklärt, Assad habe „seine Legitimität verloren“ und Syrien sei „ohne ihn besser dran“. Bislang hatten sie den syrischen Präsidenten noch nicht explizit zum Rücktritt aufgefordert.

Die UN zogen unterdessen aus Sicherheitsgründen vorübergehend Mitarbeiter aus Syrien ab. Etwa zwei Dutzend nicht dringend benötigte Angestellte und mehrere Angehörige von Mitarbeitern seien in andere Länder verlegt worden.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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