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Syrien: Opposition im Dauerclinch

Die größte syrische Oppositionsgruppe hat endlich einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der fordert vom Ausland vor allem „Waffen“. Indes gestalten sich die Verhandlungen über eine neue breite Oppositionsplattform schwierig.

Neuer Chef der größten syrischen Oppositionsgruppe: George Sabra (M). Quelle: AFP
Neuer Chef der größten syrischen Oppositionsgruppe: George Sabra (M). Quelle: AFP

Kairo/DohaDer neue Vorsitzende der größten syrischen Oppositionsgruppe hat von der internationalen Gemeinschaft eine Unterstützung der Aufständischen ohne Vorbedingungen gefordert. George Sabra, der am Freitag in Katar zum neuen Vorsitzenden des Syrischen Nationalrats (SNC) gewählt wurde, zeigte sich enttäuscht über die bisherigen Hilfen. „Leider bekommen wir nichts von ihnen außer ein paar Stellungnahmen, etwas Ermutigung“, sagte Sabra am Samstag. „Die Verbündeten von Präsident Baschar Assad hingegen „versorgen das Regime mit allem“.

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Die Hilfe dürfe nicht an einen Führungswechsel innerhalb der Oppositionsbewegung gebunden sein, sagte der 65-jährige Sabra. Die syrische Opposition, die Assad stürzen will, brauche Hunderte Millionen Dollar an Hilfe und Waffen, um die Regierung besiegen zu können, sagte Sabra. Auf die Frage, was er sich am meisten vom Ausland wünsche, sagte Sabra am Freitag: „Waffen, Waffen, Waffen.“

Neuer Chef der größten syrischen Oppositionsgruppe: George Sabra. Quelle: Reuters
Neuer Chef der größten syrischen Oppositionsgruppe: George Sabra. Quelle: Reuters

Sabra, ein als links geltender Christ, verbrachte in den 1980er und 1990er Jahren acht Jahre in syrischen Gefängnissen. Nach Beginn des Aufstands gegen Assad im März vergangenen Jahres wurde er zweimal inhaftiert. Er floh dann im Herbst 2011 zu Fuß nach Jordanien, um weiteren Festnahmen zu entgehen. Mit seiner Wahl zum SNC-Vorsitzenden könnten auch Bedenken im Westen zerstreut worden sein, dass Islamisten an Einfluss innerhalb der Gruppe gewinnen könnten.

Während sich der SNC auf eine neue Führung einigen konnte, schlug der Versuch fehl, mehr junge Aktivisten in die Reihen der Organisation aufzunehmen. Zugleich zogen sich die Vertreter des Lokalen Koordinierungskomitees für die Revolution, die an der Organisation des Widerstandes in den syrischen Städten und Dörfern beteiligt sind, bei einem Oppositionstreffen in Katar in der Nacht zum Samstag unter Protest aus dem SNC zurück.

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Die christliche Aktivistin Jara Nasir begründete ihren Rücktritt aus dem SNC mit Rivalitäten, die dazu geführt hätten, dass man das eigentliche Ziel aus den Augen verloren habe. Sie erklärte: „Ich habe in den vergangenen Monaten beobachtet, wie der Freiheitskampf des SNC zu einem Machtkampf zwischen den verschiedenen Fraktionen und Persönlichkeiten wurde.

Der harte Kern der Opposition diskutierte am Samstag in der katarischen Hauptstadt Doha unterdessen weiter über eine Initiative des prominenten Dissidenten Riad Seif. Diese sieht die Gründung eines neuen Gremiums der Opposition vor, in dem neben dem SNC auch andere Gruppen mit mehr Kontakt zur Basis in Syrien sitzen sollen. Dies war von einigen Staaten zur Bedingung für mehr Unterstützung gemacht worden.

Militante Regimegegner zündeten am Samstag unterdessen auf dem Gelände eines Offiziersclubs in der syrischen Stadt Daraa zwei Autobomben. Aktivisten sprachen von 20 Toten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete ebenfalls einen tödlichen Anschlag in Daraa, machte jedoch keine Angaben zum Ort der Explosion oder zur Zahl der Opfer. Regimegegner berichteten, kurdische Gegner von Präsident Baschar al-Assad hätten die Regierungstruppen aus mehreren Ortschaften in der Provinz Al-Hassake vertrieben.

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