International

_

Syrien: Oppositionschef Al-Chatib tritt zurück

Der syrische Oppositionschef Moas al-Chatib ist zurückgetreten. Dies bedeutet eine Schwächung der moderaten Kräfte innerhalb der Nationalen Koalition. Doch das Bündnis lehnt einen Rücktritt ihres Chefs ab.

Der muslimische Prediger Ahmed Muas al-Chatib. Quelle: dpa
Der muslimische Prediger Ahmed Muas al-Chatib. Quelle: dpa

Beirut/DohaGut vier Monate nach seinem Amtsantritt hat der Chef der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppe seinen Rücktritt erklärt. Ahmed Moas al-Chatib, der die Syrische Nationale Koalition leitete, erklärte am Sonntag im Onlinenetzwerk Facebook, er wolle sich Bewegungsfreiheit für seine weitere Arbeit verschaffen. Die Koalition lehnte den Rücktritt jedoch ab.

Anzeige

Der Rücktritt al-Chatibs kommt wenige Tage nach der Wahl Ghassan Hittos zum oppositionellen Regierungschef für die von den Rebellen in Syrien kontrollierten Gebiete und offenbart Differenzen in der Koalition. Al-Chatib galt als Gegner der Nominierung Hittos.

„Ich habe unserem großen Volk ein Versprechen gegeben, dass ich zurücktreten werde, wenn eine rote Linie überschritten ist, heute halte ich mein Versprechen", schrieb al-Chatib und übte scharfe Kritik an der Weltgemeinschaft. Diese schaue der seit gut zwei Jahren andauernden Gewalt in Syrien nur zu.

Die Koalition teilte mit, „die Mitglieder der Generalversammlung" nähmen „diesen Rücktritt nicht an". Al-Chatib werde „aufgefordert, seine Arbeit als Präsident der Koalition wieder aufzunehmen". Er werde „die Koalition weiter führen", hieß es. Auch das Emirat Katar rief al-Chatib zum Verbleib im Amt auf.

  • Die aktuellen Top-Themen
Stabilitätspakt-Verstoß möglich : EU-Kommission rügt sieben Sünder

EU-Kommission rügt sieben Sünder

Sieben Staaten könnten mit ihren Haushalten 2015 gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt verstoßen. Die EU-Kommission kritisiert unter anderem Frankreich und Italien – nennt aber auch Musterschüler.

Schäuble pocht auf Schuldengrenze: „Wir alle müssen uns an die Regeln halten“

„Wir alle müssen uns an die Regeln halten“

Bundesfinanzminister Schäuble ist dagegen, dass in der Euro-Zone Extrawürste gebraten werden. Alle Länder sollten die Defizitregeln einhalten – so wie Deutschland. Damit zielt Schäuble auf Italien und Frankreich.

Griechenland-Hilfen: Europäer wollen Athen auf Reformkurs halten

Europäer wollen Athen auf Reformkurs halten

Die europäischen Regierungen wollen Griechenland mit einer „Kreditlinie mit erweiterten Bedingungen“ auf Reformkurs halten. Auch soll es positive finanzielle Anreize durch Ausschüttung von EZB-Gewinnen geben.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International