Syrien
Putin stellt Abkommen mit USA in Aussicht

In Syrien hält die Gewalt weiter an: Dutzende Menschen fielen einer Anschlagsserie des IS zum Opfer. Hoffnung macht derweil eine Äußerung von Russlands Präsident Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels.

HangzhouHoffnungsschimmer nach fünf Jahren Bürgerkrieg in Syrien: Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Montag am Rande des G20-Treffens im chinesischen Hangzhou ein Abkommen mit den USA zur Eindämmung der Kämpfe in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land in den kommenden Tagen in Aussicht gestellt. Es sei allerdings zu früh, um über Details zu reden, sagte Putin vor Journalisten. In Syrien hielt die Gewalt an: Dutzende Menschen fielen einer Anschlagsserie der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) zum Opfer

Putin gab weiter bekannt, die USA und Russland wollten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus intensivieren. Damit zeichnet sich möglicherweise eine Wende in den internationalen Bemühungen um ein Ende der Kämpfe in Syrien ab, nachdem zunächst keine Fortschritte erkennbar waren.

Das US-Außenministerium hatte zuvor nach einem Gespräch von Amtschef John Kerry mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow mitgeteilt, beide hätten keine Einigung auf die Modalitäten für eine Waffenruhe erzielt. Optimistischer äußerte sich der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow. „Es lief gut. Die Arbeit wird fortgesetzt“, zitierte ihn die russische Nachrichtenagentur RIA. Ein US-Regierungsvertreter sagte, es sei bei der 90-minütigen Begegnung unter anderem darum gegangen, offene Fragen zu einer Feuerpause zu klären. Es gebe unterschiedliche Auffassungen, wie ein solches Abkommen umgesetzt werden solle. Kerry und Lawrow würden ihre Gespräche bald fortsetzen.

Militärvertreter Russlands und der USA versuchen seit Wochen, eine Vereinbarung auszuarbeiten. Russland unterstützt den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unter anderem mit Luftangriffen auf Aufständische. Eine von den USA geführte Koalition hilft dagegen gemäßigten Rebellen und Kurden im Kampf gegen den IS.

Der IS bekannte sich zu einer Anschlagsserie in Gebieten unter Kontrolle von Regierungstruppen und von Kurden-Milizen. Selbstmord-Attentäter hätten die von Regierungstruppen gehaltenen Städte Homs und Tartus angegriffen, meldete die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amak. Zudem sei ein Kontrollpunkt nahe der Hauptstadt Damaskus sowie ein weiterer in der unter kurdischer Kontrolle stehenden Provinz Hasaka attackiert worden. Es seien Dutzende syrischer Soldaten, darunter mehrere Offiziere, sowie kurdische Milizionäre getötet worden, berichtete Amak.

Auch staatliche syrische Medien sowie die oppositionsnahe Beobachtungsstelle berichteten von mindestens vier Explosionen in von der Regierung kontrollierten Gebieten. Zwei Anschläge ereigneten sich demnach zudem in von kurdischen Milizen gehaltenen Städten. Dutzende Menschen seien den Anschlägen zum Opfer gefallen, hieß es.

Die meisten Opfer gab es nach Angaben der Beobachtungsstelle in der Küstenstadt Tartus im Nordwesten, wo sich auch ein russischer Militärstützpunkt befindet. 35 Menschen kamen nach Angaben aus Krankenhäusern dabei um. Medien zufolge explodierte zunächst eine Autobombe. Kurz darauf zündete ein Attentäter einen Sprengstoffgürtel, als Rettungskräfte eintrafen. Auch in Homs sei eine Autobombe explodiert. Drei Menschen seien getötet worden, die Beobachtungsstelle sprach von zwei getöteten Soldaten. Das staatliche Fernsehen berichtete zudem über eine Explosion an einem Autobahnzubringer westlich von Damaskus. Mindestens ein Mensch sei ums Leben gekommen.

Im nordöstlichen Hassaka wurden laut der Beobachtungsstelle fünf Menschen getötet, als im Zentrum ein Motorrad explodierte. Eine weitere Bombe soll in Kamischli hochgegangen sein. Der Ort liegt ebenfalls im Kurdengebiet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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