Syrien
Rebellen melden Einnahme von Luftwaffen-Stützpunkt

Der Luftwaffenstützpunkt nahe der Stadt Saida galt als wichtige Basis der Regierungstruppen an einer Fernstraße nach Damaskus. Jetzt melden die Rebellen, dass sie den Stützpunkt eingenommen haben.
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BeirutSyrische Rebellen haben nach Oppositionsangaben einen Luftwaffenstützpunkt an der strategisch wichtigen Fernstraße nach Damaskus eingenommen. Die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte am Samstag mit, nach 16 Tagen schweren Kampfes hätten die Regierungsgegner die Basis der 38. Flugabwehrdivision in der Nähe der Stadt Saida erobert. Unter den Getöteten sei auch der Kommandeur des Stützpunktes. Die Beobachtungsstelle veröffentlichte im Internet Bilder, die den toten General zeigen sollen.

An der Einnahme des Stützpunktes war den Angaben zufolge auch die Nusra-Front beteiligt – eine radikal-islamische Gruppe, die Kontakte zur Al-Kaida haben soll und in den USA als terroristische Vereinigung angesehen wird. Die Einnahme des Stützpunktes an der im Süden Syriens gelegenen Fernstraße Damaskus-Amman könnte dazu beitragen, die Nachschubwege für die Rebellen zu sichern. Die Regierungstruppen kämpfen deshalb mit großer Härte in der Region, um einen Vormarsch der Rebellen auf Damaskus zu verhindern.

Heftige Kämpfe mit schweren Verlusten auf der Seite der Rebellen meldete die Beobachtungsstelle aus der an Israel grenzenden Region an den Golan-Höhen. Ihm seien die Namen von 35 getöteten Rebellen bekannt, sagte Rami Abdelrahman, der Chef der Einrichtung. Zwanzig Kämpfer würden vermisst. Dies sei eine große Zahl von Toten und demonstriere, wie hart die Regierung gegen die Rebellen vorgehe. Israel ist in Sorge, dass die Kämpfe am Golan auf sein Staatsgebiet übergreifen könnten. Der jüdische Staat hatte den Höhenzug im Sechs-Tage-Krieg 1967 erobert und später annektiert.

Abdelrahman zufolge haben sich mittlerweile Angehörige der drusischen Minderheit den regierungsnahen Milizen angeschlossen. Die Drusen hätten sich bisher neutral verhalten. Ihre Parteinahme für Assad könnte die Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaft vertiefen. Die Mehrheit der Syrer sind Sunniten, während Assad und die führenden Kräfte seines Herrschaftssystems der dem schiitischen Islam entsprungenen Gemeinschaft der Alawiten angehören. Oppositionelle Alawiten wollen am Wochenende über demokratische Alternativen zu Assad beraten und zu seinen Sicherheitskräften auf Distanz gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Syrien: Rebellen melden Einnahme von Luftwaffen-Stützpunkt"

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  • Tja, da sieht man mal daß das Handelsblatte ebenfalls nur bezahlte Schreiberlinge einsetzt, die den Mist von reuters 1:1 widergeben. Und wer heute immer noch diesen Rami Abdelrahman zitiert, als "Präsident" der Menschenrechtsorganisation (oder besser Kioskbesitzer), der macht sich schon unglaubwürdig.

    Tja, investigativer Journalismus sieht anders aus, da muß man schon zu den alternativen Medien greifen.

  • Wenn es nach den "Meldungen" der Rebellen ginge, dann wäre ja ganz Syrien inzwischen schon von Ihnen eingenommen worden.

    ...

    Rebellenbewegungen könne immer wieder mal durch geschickte Verschiebung von Kräften lokal ein Übergewicht erzielen und etwas "einnehmen".

    Von langer Dauer sind diese "Einnahmen" aber meistens nicht.

  • Ach der Londoner Kioskbesitzer hat eine Meldung rausgetan. Solche Einmann-Unternehmen sagen immer die Wahrheit kein Zweifel.

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