Syrien
Rebellen schüren Hoffnung auf Waffenruhe in Aleppo

Mit Hilfe aus Russland und Iran haben Assads Truppen Aleppo fast zurückerobert – auf Kosten der Zivilbevölkerung. Eine Evakuierung scheiterte. In der Nacht zum Donnerstag scheint sich das Blatt zu wenden.
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Aleppo/Beirut/Brüssel/BerlinIn Aleppo soll Angaben von Rebellen zufolge am frühen Donnerstag ein neuer Versuch für die Evakuierung des Ostens der Stadt anlaufen. Die Umsetzung einer entsprechenden Vereinbarung beginne in den kommenden Stunden, sagte ein Vertreter der Rebellengruppe am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Wie diese Vereinbarung zustande gekommen ist, blieb aber zunächst unklar. Der libanesischen Hisbollah-Miliz zufolge ist eine neue Feuerpause nicht sicher. Die Verhandlungen seien sehr kompliziert.

Aktivisten berichteten von neuen Luftangriffen. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete heftigen Beschuss der verbliebenen Rebellengebiete Aleppos. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, die Armee und verbündete Milizen hätten den bislang heftigsten Angriff auf die oppositionellen Milizen begonnen.

In der Nacht schien sich die Lage zu beruhigen: Einwohner aus dem von Rebellen kontrollierten kleinen Gebiet im Osten Aleppos berichteten, die Intensität der Luftangriffe und des Beschusses habe abgenommen. Auch in den von der Regierung kontrollierten Teilen sei es ruhig, hieß es aus Regierungskreisen.

Ein Vertreter der Rebellengruppe Dschabha Schamija erläuterte, die Evakuierung solle um 5.00 Uhr (MEZ) morgens beginnen. Zunächst sollten etwa 1000 Verletzte Ost-Aleppo verlassen. Die gesamte Evakuierung solle innerhalb von drei Tagen abgeschlossen werden. Die Vereinbarung sieht nach Angaben der Gruppe Nur al-Din al-Sinki auch vor, in zwei Ortschaften in der Provinz Idlib etwa 15.000 Menschen in Sicherheit zu bringen. Sie sind wegen der Belagerung durch Regierungsgegner eingeschlossen.

Eigentlich sollten Tausende Zivilisten und Rebellen bereits am Mittwoch Aleppo verlassen können. Ein entsprechendes Abkommen scheiterte jedoch. Heftige Kämpfe und Luftangriffe machten die Hoffnung der Zivilisten auf Rettung zunichte. Busse, die Verletzte und Zivilisten aus dem Kampfgebiet bringen sollten, wurden nicht genutzt, wie eine Reuters-Reporterin berichtete.

Die Vereinten Nationen erhoben gegen die syrischen Regierungstruppen und deren Verbündete schwere Vorwürfe. Die Bombardierungen von Zivilisten seien wahrscheinlich Kriegsverbrechen, erklärte der Hochkommissar für Menschenrechte, Seid al-Hussein. Nach Erkenntnissen der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte konnten die Regierungstruppen weiter vorrücken. Die Bundesregierung forderte Syriens Alliierte Russland und Iran auf, für ein Ende des Leids zu sorgen.

Die Evakuierung Ost-Aleppos hatten Russland und die Türkei ausgehandelt. Der mit Präsident Baschar al-Assad verbündete Iran habe jedoch Bedingungen gestellt, sagten Vertreter der UN und der Rebellen.

Die Türkei, Russland und der Iran planen nun einen Syrien-Gipfel. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Mittwoch dem Sender TGRT: „Wir bemühen uns hart darum, eine Waffenruhe im gesamten Land (Syrien) herzustellen und Gipfel zu beginnen, um eine politische Lösung zu finden.“ Eine Zusammenkunft werde am 27. Dezember in Moskau stattfinden, an der Russland und der Iran teilnehmen würden. Die Türkei unterstützt Rebellen im Kampf gegen die syrische Regierung. Russland und der Iran haben sich hingegen dafür eingesetzt, die Regierung an der Macht zu halten.

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  • Dieser Auszug einer Meldung von 19.11. 2015 ist von der Tagesschau: Ein Erfolg gegen den IS ist nur mit Russland möglich, spätestens seit Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien. Nun schrieb EU-Kommissionschef Juncker einen Brief an Präsident Putin und löste Überraschung in Litauen aus. Zitat Ende. Es ist richtig, dass Sanktionen gegen Russland keinen Erfolg haben würden. Warum auch? So kann die Bevölkerung Aleppo verlassen. Der Feind bleibt der IS. Das blenden wohl Viele aus.

  • @ Mark Hoffmann15.12.2016, 09:22 Uhr

    "Assad war und ist der Präsident von Syrien."

    Formaljuristisch ist das richtig. Mit der absichtlichen Bombardierung der Zivilbevölkerung (incl. Krankenhäusern und Schulen) hat er jedoch seine Legitimität verloren.

    Wie soll es denn mit Assad sinnvoll weitergehen?

    Daß auch die USA (genauso wie Rußland, Türkei ;Saudi-Arabien und Iran) ihre politischen Ziele in Syrien auf dem Rücken der Bevölkerung austragen, bestreitet niemand.

  • Da ging die Strategie sogar nach hinten los.
    1. Nichts mit Pipeline von Katar nach Europa
    2. Die Turkishstream vom Russen hats Rennen gemacht
    3. selbiges in Ukraine und Northstream
    4. OPEC+USA haben den Erdölförder/preiswettkampf verloren und die gewünschte Monopolstellung (insbesondere auf dem Markt Europa) nicht erreicht, stattdessen noch höhere Konkurrenzsituation aufgrund des Irans
    5. Ein Land völlig zerstört ohne das gewünschte Endresultat, somit heftiges Fehlinvestment in den Sturz Assads
    6. Dem wichtigsten Verbündeten (Erdogan/Türkei) noch voll auf die Füße getreten und als Partner "fast" verloren
    7. Durch Syrien ist vielen schlechter Informierten Bürgern auch endlich klar geworden, wie im Westen gelogen und betrogen wird, wie im Wilden Westen. Somit heftiger Vertrauensverlust des benötigten eigenen Volkes
    8. Flüchtlingskrise war zu geballt um Merkel & Co.'s Strategie der offenen Grenzen beizubehalten

    Insgesamt: Vollkommener Schuss in den Ofen (haha, die Krim ist auch futsch)

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