Syrien
Regimetruppen kappen Nachschubroute der Rebellen

Syriens Armee hat einen wichtigen strategischen Erfolg für das Regime erlangt: Die Truppen haben die bedeutendste Nachschubroute der Rebellen von Aleppo abgeschnitten. Das könnte zu Versorgungsengpässen führen.

AleppoDas syrische Regime hat den Rebellen im umkämpften Aleppo mit Hilfe russischer Luftangriffe einen schweren Schlag versetzt. Während bei den Friedensgesprächen in Genf um eine Beruhigung des Konflikts gerungen wird, schnitten Regimetruppen am Mittwoch die wichtigste Nachschubroute der Aufständischen von der Großstadt zur türkischen Grenze ab, berichteten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Mittwoch übereinstimmend.

Syriens Armee war in den vergangenen Tagen unterstützt von Luftschlägen der verbündeten Russen nördlich von Aleppo vorgerückt. Die Einnahme von Teilen der Straße könnte zu Versorgungsengpässen bei den Rebellen führen. Es gibt allerdings noch eine zweite Versorgungsstraße, die noch von den Aufständischen kontrolliert wird.

Nach Angaben von Sana zufolge hätten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad zeitgleich mit ihrem Vorrücken die Belagerung der Dörfer Nubul und Sahraa beendet. Die Orte waren drei Jahre lang von Rebellenverbänden eingeschlossen gewesen.

Die frühere Handelsmetropole Aleppo ist neben Damaskus die wichtigste Stadt Syriens. Während das Regime den Westen Aleppos kontrolliert, beherrschen Rebellengruppen den Osten und den Süden. Es ist das letzte große Stadtzentrum, dass in Syrien noch von Rebellen kontrolliert wird. Damit erhöht sich auch weiter der Druck auf die Unterhändler der Opposition bei den derzeit laufenden Friedensgesprächen in Genf.

Die Opposition fordert ein Ende der Luftangriffe und warf dem Regime zuletzt vor, die Gewalt während der Gespräche eskalieren zu lassen. Ansonsten will sie wieder aus Genf abreisen. Russland unterdessen lehnte am Mittwoch einen Stopp der Luftangriffe, durch die die verbündeten Regimekräfte an mehreren Fronten an Boden gewinnen konnten, ab.

„Damit zu rechnen, dass Ultimaten die Probleme lösen helfen, ist kurzsichtig und perspektivlos“, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax. Für eine Feuerpause sei wichtiger, den Schmuggel über die syrisch-türkische Grenze einzustellen. „Ohne dies ist eine Waffenruhe wirklich schwierig“, betonte er bei einem Besuch in Oman. „Die Angriffe werden nicht aufhören, bis die Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front besiegt sind“, betonte Russlands Chefdiplomat.

Russland ist ein enger Partner von Präsident Baschar al-Assad und fliegt seit September Angriffe in Syrien. Ziele sind nach westlicher Darstellung nicht nur IS-Stellungen, sondern auch gemäßigte Rebellen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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