Syrien-Resolution
Westen bemüht sich um Kompromiss mit Russland

Um eine Einigung mit Russland zu erzielen, wollen die westlichen Länder das Wort "Sanktionen" aus der Syrien-Resolution streichen. Derweil geht Assads Sicherheitsapparat weiterhin brutal gegen Oppositionelle vor.
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New York/NikosiaIm Bemühen um eine Einigung mit der Vetomacht Russland haben die westlichen Länder im Uno-Sicherheitsrat das Wort „Sanktionen“ aus dem Entwurf für eine Resolution zu Syrien gestrichen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Portugal forderten am Freitag in dem Text stattdessen „gezielte Maßnahmen“, um den Druck auf die Regierung von Staatschef Baschar el Assad aufrechtzuerhalten, wie aus Diplomatenkreisen in New York verlautete.  

Assads Sicherheitsapparat geht weiterhin brutal gegen protestierende Regierungsgegner vor, Schätzungen der Uno zufolge starben in den vergangenen sieben Monaten rund 2700 Menschen.    

In Syrien rückte die Armee am Freitag nach tagelangen Kämpfe zwischen Soldaten und Deserteuren mit Panzern in die Stadt Rastan ein. Bei Kämpfen und Protesten in Hama und Homs starben nach Angaben von Aktivisten mindestens 19 Menschen.    

Wegen Differenzen mit den Vetomächten Russland und China gelang es bislang nicht, eine Resolution zu Syrien im Sicherheitsrat zu verabschieden. Die beiden Länder wollen keinem Text zuzustimmen, der Strafmaßnahmen gegen die syrische Regierung fordert.  

Moskau arbeitete deshalb einen eigenen Text aus. Russlands Uno-Botschafter Vitali Tschurkin wollte die Streichung des Wortes „Sanktionen“ am Freitag nicht kommentieren, er erklärte jedoch, beide Seiten bemühten sich, die verschiedenen Texte auf einen Nenner zu bringen. Die europäischen Nationen im Sicherheitsrat streben nun eine rasche Abstimmung über die Resolution an - möglichst Anfang kommender Woche.    

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