Syrien: Russland schließt sich Friedensplan an

Syrien
Russland schließt sich Friedensplan an

Auch am Donnerstag sind bei den Kämpfen zwischen Regierung und Rebellen in Syrien Menschen ums Leben gekommen. Nun grub Uno-Vermittler Brahimi die Friedensrezepte seines Vorgängers aus - selbst Russland schloss sich an.
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BeirutMit alten Rezepten wollen die Vereinten Nationen und Russland den Bürgerkrieg in Syrien beenden. Der Plan seines Vorgängers Kofi Annan sei "ausreichend brauchbar", um den Konflikt beizulegen, sagte der internationale Syrien-Gesandte Lakhdar Brahimi am Donnerstag in Damaskus.

"Das syrische Volk will einen echten Wechsel." Allerdings dürfe die Übergangszeit "nicht zu einem Zusammenbruch des Staates oder der staatlichen Institutionen führen", fügte der Sondergesandte der UN und der Arabischen Liga hinzu.

Russland schloss sich der Initiative zur Wiederbelebung des Annan-Plans an. "Wir glauben weiterhin, dass es bei der Suche nach einer Lösung für Syrien keine Alternative zu diesem Dokument gibt", sagte der stellvertretende Sprecher der Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch. Forderungen nach einem Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al Assad lehne Moskau weiterhin ab.

Der im Juni in Genf verabschiedete Plan sieht eine Waffenruhe, die Bildung einer Übergangsregierung und eine neue Verfassung vor. Am Donnerstag gab es allerdings zunächst keine Hinweise darauf, dass der Plan diesmal erfolgreicher sein könnte als im Sommer. Die Regierung in Damaskus äußerte sich nicht zu der Initiative und die Opposition wies den Plan als "unlogisch" zurück.

"Niemand in der Opposition kann das akzeptieren und wenn sie es akzeptieren, wird das syrische Volk es zurückweisen", sagte der Koordinator der Freien Syrischen Armee in der Türkei, Bassam al Dada. Assad habe bereits zu viele Menschen getötet, um Teil irgendeiner Lösung zu sein. Nach Angaben der Opposition kamen seit Beginn des Aufstands gegen Assad im März 2011 über 40.000 Menschen in Syrien ums Leben.

Gemeinsam mit China hat Russland bislang stets eine schützende Hand über Assad gehalten, eine Resolution des Weltsicherheitsrats und damit internationale Sanktionen gegen Damaskus blockiert. Außerdem beliefert Moskau die syrischen Regierungstruppen mit Waffen.

Allerdings sandte Russland zuletzt politische Signale, die auf eine Distanzierung vom wankenden Assad-Regime hindeuten. Am kommenden Wochenende sollte Brahimi zu weiteren Gesprächen über die gemeinsame Initiative nach Russland reisen.

Unterdessen dauerten die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen am Donnerstag an. Aufständische griffen eine Polizeiakademie und einen Militärflughafen in der nördlichen Provinz Aleppo an und lieferte sich Gefechte mit Regierungstruppen nahe dem Stützpunkt Wadi Deif in der Provinz Idlib.

Dabei seien elf Rebellen und 16 Soldaten getötet worden, meldete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei einem Autobomben-Anschlag in einem Vorort von Damaskus kamen nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur zudem vier Menschen ums Leben.

 

Kommentare zu " Syrien: Russland schließt sich Friedensplan an"

Alle Kommentare

  • Soviel Schwachsinn kann nur die Presse der Deppenrepublik schreiben!

    PS. Euch Redaktöre werden wir dafür auch zur Rechenschaft ziehen!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich schließe mich den recht kritischen Kommentaren, vor allem zur Berichterstattung der deutschen Medien, uneingeschränkt an!
    Verlogenen Stumpfsinn hören wir schon über "Europa" und "Finanzkrise" zu Genüge.
    Da muss man uns nicht auch noch Krieg und Mord schön reden!

  • "Assad habe bereits zu viele Menschen getötet,um Teil irgendeiner Lösung zu sein",so der s.g. Koordinator der s.g. Freien Syrischen Armee in der Türkei, Bassam al Dada, als Begründung für seine Ablehnung des auch von Russland akzeptierten Friedenskonzept.
    Mit dieser Ablehnung,der Möglichkeit den Krieg in Syrien zu beenden, befürwortet er,wohl ganz im Sinne seiner Auftraggeber im "gutmenschlichen Demokratenlager",die Fortführung der Zerstörung des Landes und die Tötung der Menschen bis das gesetzte Ziel der USreal- und heuchelnden gutmenschlichen Wertegemeinschaft erreicht ist.
    Um Unterstützung und Sympathie auch bei den unkritischen, phlegmatischen Gut-Menschen in den Ländern der "westlichen Wertegemeinschaft" zu sichern, greift der "Koordinator" u.a.in die rabulistische Trickkiste:
    `Assam habe zu viele getötet`- daß unzählige Einwohner und (legale) Soldaten von der Truppe aus Verführten, Extremisten und gekauften Mördern gemeuchelt wurden (und werden), vermeidet er zu erwähnen.
    Wer sich in der Geschichte etwas auskennt weiß:
    Halbwahrheiten,Desinformation,Falschmeldungen,Lügen,etc. sind die Werkzeuge um Menschen für "den gerechten Krieg" zu begeistern.

  • Wer die Kriegstreiber und Aggresoren sind ist mehr als offensichtlich. Der Westen laesst sich leider diese Terrorprpaganda und -politik mit Petrodollar bezahlen. Dass diese angebliche Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London noch vom Handelsblatt zitiert wird aehrt das Blatt nicht. Was für ein Glück, dass Russland und China dem Treiben der Kriegspolitik des Westens und der sunnitischen Salafisten, dazu gehört auch Erdogan dazu, bremsen. Die Christen und andere Minoritaeten haben unter Assad mehr Rechte in Syrien als die gesamten sunnitisch-salafistisch regierten Laender zusammen. Was macht die dt. Regierung und Presse? Sie laeuft wie ein blindes Schaf den Kriegstreibern hinterher. Was für ein Armutszeugnis.

  • Liebes Handelsblatt. Bitte berichten sie doch mal etwas genauer über diese "Beobachtungsstelle für Menschenrechte". Bei Bedarf richte ich in meinem Wohnzimmer auch schnell so eine Beobachtungsstelle ein und verkaufe ihnen meine Informationen auf der selben Basis wie diese Londoner Stelle.

  • @ ZAAXOON
    Gebe dir zu 100% recht und traurig das immer noch so viele Menschen den Lügen und der Propaganda glauben die USA und Nato erzählen um weiter ihre Angriffskriege fortsetzen können! Und Russland handelt genau richtig!

  • Es ist eine Frechheit sich in der Berichterstattung auf die Londoner Adresse zu berufen und deren Nachrichten herauszutröten. Das ist keine Beobachtungsstelle, sondern ein Kiosk, der eine lukrative Nebenerwerbsquelle aufgetan hat. Warum gehen die Handelsblattredakteure nicht auf den Rummel um sich die zukünftige Entwicklung in Syrien von einer Wahrsagerin erklären zu lassen?

  • Und wann fängt das Handelsblatt an, wahrhaft und ehrlich zu berichten? die syrische Opposition ist ein Haufen marodierender Mörder, bezahlt von NATO und USA, die "Beobachtungsstelle" ein politischer Treppenwitz und die "Oppositionsführer" entweder im Exil vor sich hin darbende Schöngeister oder Kriminelle. Die ungeprüfte Übernahme von "Meldungen der syrischen Oppositionskräfte" durch deutsche Medien und Politiker hat inzwischen ein die übliche Heuchelei stark übertreffendes Maß angenommen. Zum angeblichen Einsatz von chemischen Waffen durch Syrien (Datum 25.12.2012):

    http://german.ruvr.ru/2012_12_25/Israel-verteidigt-Assad/

  • In Syrien wurde doch erst eine Verfassung in einem Referendum angenommen?

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