Syrien
Szenen des Grauens im belagerten Homs

Erneut gibt es dutzende Tote nach Angriffen des syrischen Regimes auf die Rebellenhochburg Homs. International werden die Stimmen lauter, dem Blutvergießen ein Ende zu setzen. Auch der US-Präsident schaltet sich ein.
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Beirut/DamaskusUS-Präsident Barack Obama hat die Gewalt in Syrien als „schockierend“ bezeichnet. Nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti am Donnerstag in Washington sagte Obama, dem „Blutvergießen“ müsse ein Ende gesetzt werden. Italien und die USA seien sich darin einig, dass die syrische Regierung, die „ihr Volk angreift“, ersetzt werden müsse.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton appellierte unterdessen an Russland, doch noch eine UN-Resolution gegen die Gewalt in Syrien zu unterstützen. Sie sei enttäuscht, dass die geplante Resolution am Veto Russlands gescheitert sei, sagte Ashton am Donnerstag in Mexiko-Stadt. Ihre Botschaft an die russischen Kollegen laute, dass man die Tatsachen anerkennen müsse und diese nicht geschehen lassen dürfe, sagte Ashton mit Blick auf die Gewalt in Syrien.

Alle anderen 13 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates hatten der Resolution zugestimmt. Die EU warb zudem für härtere Sanktionen gegen die Führung in Syrien. Ziel ist es, die Konten der syrischen Zentralbank einzufrieren und den Handel mit Diamanten, Gold und anderen Edelmetallen zu unterbinden. Deutschland hat den diplomatischen Druck auf Syrien erhöht und vier Mitarbeiter seiner Botschaft ausgewiesen. Die USA, Frankreich und Großbritannien haben ihre Botschaften in Damaskus geschlossen oder ihre Botschafter zurückbeordert.

Die UN-Sondergesandte für Kinder in bewaffneten Konflikten hat Syrien zu einem sofortigen Ende der Angriffe auf Kinder aufgerufen. Dem seit Monaten anhaltenden Blutvergießen seien bereits Hunderte Kinder zum Opfer gefallen, sagte Radhika Coomaraswamy am Donnerstag. Erschütternd sei die Lage vor allem in Homs, das täglich derartige Gräueltaten sowie den Beschuss ziviler Einrichtungen melde. Ranghohe Vertreter der Vereinten Nationen hatten das Regime von Präsident Baschar al Assad zuvor wiederholt dazu gedrängt, sein blutiges Vorgehen gegen Zivilpersonen zu beenden.

Die Notkrankenhäuser in der syrischen Stadt Homs können nach Berichten von Menschenrechtlern die vielen Toten und Verletzten kaum noch aufnehmen. Seit gut einer Woche wird die Metropole von Regierungstruppen beschossen. Am sechsten Tag des Angriffs der Armee starben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 57 Zivilisten. Nun werden Arzneimittel knapp, und mindestens drei Feldkrankenhäuser haben Treffer abbekommen, wie Human Rights Watch (HRW) am Donnerstag unter Berufung auf Bewohner der Millionenstadt meldete. Und es sind Szenen des Entsetzens, die aus der Oppositionshochburg bekanntwerden: Die Gebäude sind voller Leichen, und auf den Straßen verbluten Verwundete, weil es lebensgefährlich ist, sie in Sicherheit zu bringen.

„Weil wir sie nicht behandeln können, sterben Verletzte“, zitierte die in New York ansässige Organisation einen Einwohner mit Namen Karim. Viele Verletzte hätten Arme oder Beine verloren. „Wegen der Schießerei können wir sie nicht bergen. Sie werden auf der Straße sterben.“ Die drittgrößte Stadt Syriens liegt seit Freitagabend im schweren Feuer der Soldaten von Staatschef Baschar al-Assad. Sie haben Hunderte von Granaten und Raketen abgeschossen, die Menschenrechtsgruppen zufolge mindestens 300 Menschen den Tod brachten. Am Montag hätten die Stadtteile Baba Amro, Chalidija und Wadi Iran unter Dauerbeschuss gelegen.

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Arabische Liga will Beobachtermission mit der UNO

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  • alles klar, ne???

    Wenn die britischen Piraten ins Spiel kommen, kann man IMMER davon ausgehen, dass wieder eine Schweinerei am anlaufen:

    Aus üblicherweise verlässlicher israelischer Quelle wurde verlautet, dass sich Militärangehörige aus England und Katar in der umkämpften syrischen Stadt Homs aufhalten. Zwar greifen die ausländischen Agenten nicht in die Kampfhandlungen ein, doch, so wird berichtet, unterstützen sie die Aktionen der Aufständischen. Außerdem sollen sie für die Aufrechterhaltung der Kontakte insbesondere mit der Türkei verantwortlich sein.

    Von der Türkei aus werden die Revolten gegen die syrische Regierung bereits seit längerem aktiv gefördert.

  • Friedliche Demonstraten oder bewaffnete Terroristen?
    Freitag, 10. Februar 2012 , von Freeman um 00:05

    Es ist schon ein Unverschämtheit, mit welchem Eifer die westlichen Medien ein einseitiges Bild über Syrien zeigen. Es wird die übliche Propaganda verbreitet, das böse Regime von Assad geht brutal gegen harmlose Zivilisten vor. Im Unterton wird dann der Vorwurf erhoben, "... und die ganze Welt schaut tatenlos zu", um wieder die Zustimmung für einen neuen Krieg und Einmarsch zu bekommen. Die Gutmenschen lassen sich wieder täuschen und empören sich. Dabei handelt es sich um eine geplante Inszenierung wie im Film "Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" über die Macht der Medienmanipulation.

    Kein Wort wir darüber gesagt, es handelt sich in Syrien wieder um bewaffnete vom Ausland gesteuerte Banden, welche gegen den Staat und gegen die syrische Bevölkerung Terror ausüben. Die westlichen Regierungen tun vordergründig so, wie wenn es um Menschenrechte und Frieden geht, während sie hintenrum mit ihren Geheimdiensten und Militär nützliche Idioten ausbilden, bewaffnen, einschleusen und einen Aufstand inszenieren, um eine unliebsame Regierung zu stürzen. Paralell dazu läuft der Propaganda-Skript.




  • Friedliche Demonstraten oder bewaffnete Terroristen?
    Freitag, 10. Februar 2012 , von Freeman um 00:05

    Es ist schon ein Unverschämtheit, mit welchem Eifer die westlichen Medien ein einseitiges Bild über Syrien zeigen. Es wird die übliche Propaganda verbreitet, das böse Regime von Assad geht brutal gegen harmlose Zivilisten vor. Im Unterton wird dann der Vorwurf erhoben, "... und die ganze Welt schaut tatenlos zu", um wieder die Zustimmung für einen neuen Krieg und Einmarsch zu bekommen. Die Gutmenschen lassen sich wieder täuschen und empören sich. Dabei handelt es sich um eine geplante Inszenierung wie im Film "Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" über die Macht der Medienmanipulation.

    Kein Wort wir darüber gesagt, es handelt sich in Syrien wieder um bewaffnete vom Ausland gesteuerte Banden, welche gegen den Staat und gegen die syrische Bevölkerung Terror ausüben. Die westlichen Regierungen tun vordergründig so, wie wenn es um Menschenrechte und Frieden geht, während sie hintenrum mit ihren Geheimdiensten und Militär nützliche Idioten ausbilden, bewaffnen, einschleusen und einen Aufstand inszenieren, um eine unliebsame Regierung zu stürzen. Paralell dazu läuft der Propaganda-Skript.




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