Türkische Offensive in Nordsyrien

Die Türkei setzt ihre Offensive gegen die kurdische Miliz YPG ungeachtet aller internationalen Kritik fort.

(Foto: dpa)

Syrien Türkei setzt Offensive gegen Kurden fort

Die kurdische Miliz YPG wehrt sich gegen die türkische Offensive auf die Enklave Afrin. Sie hat die türkischen Kämpfer Berichten zufolge aus zwei Dörfern zurückgedrängt. Präsident Erdogan gibt sich derweil unerbittlich.
6 Kommentare

BeirutDie Türkei wird ungeachtet internationaler Kritik nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan die Offensive in der syrischen Grenzregion Afrin fortsetzen. Für die Militäraktion habe er die Rückendeckung Russlands, sagte Erdogan am Montag in Ankara. Die türkischen Streitkräfte würden Afrin unter ihre Kontrolle bringen, so wie schon Dscharablus, al-Rai und al-Bab. Dann könnten die Syrer dorthin zurückkehren.

Erdogan bestätigte, dass eine Rakete in der türkischen Grenzprovinz Hatay eingeschlagen ist. Die Angreifer würden dafür teuer bezahlen.

„Syrische Brüder zurückschicken“ – Erdogan verteidigt Einmarsch

„Syrische Brüder zurückschicken“ – Erdogan verteidigt Einmarsch

Die türkischen Streitkräfte sind in die nordsyrische Provinz Afrin eingerückt, um die mit den USA verbündete Kurdenmiliz YPG zu vertreiben. Ziel der „Operation Olivenzweig“ ist nach den Worten von Ministerpräsident Binali Yildirim die Einrichtung einer 30 Kilometer breiten Sicherheitszone. Der UN-Sicherheitsrat wird sich am Montag in einer von Frankreich beantragten Dringlichkeitssitzung mit der türkischen Militäraktion in Syrien befassen.

Ankara betrachtet die YPG als eine Terrororganisation, die mit dem kurdischen Aufstand in der Türkei in Verbindung steht. Die Miliz hat sich in Syrien als eine der erfolgreichsten Gruppen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat erwiesen. Die Offensive könnte die Beziehungen zwischen den beiden Nato-Ländern Türkei und USA weiter belasten. Die USA wollen mit der YPG eine Pufferzone in Syrien an der Grenze zur Türkei und dem Irak schaffen. Russland und Iran haben dies als ersten Schritt zur Aufspaltung Syriens kritisiert.

Die von der Türkei unterstützen Kräfte hätten eine neue Front eröffnet und bahnten sich einen Weg in zwei andere Dörfer im Norden von Afrin, gab die kurdische Miliz bekannt. Sie kämpfe, um die vorrückenden Soldaten in Balia und Karna zurückzudrängen. Die Miliz meldete Gefechte mit den türkischen Soldaten nordwestlich von Afrin. Die Beobachtungsstelle teilte mit, von der Türkei unterstützte Truppen versuchten erneut, nach Afrin zu gelangen.

Der Zugang zu Afrin ist beschränkt, Berichte über örtliche Entwicklungen können nur schwer von unabhängiger Seite verifiziert werden. Am Montag hatten die kurdischen Milizen mitgeteilt, die türkischen Kräfte aus den Dörfern Schinkal und Adah Manli verdrängt zu haben, die sie am Tag zuvor in der Enklave Afrin im Nordwesten Syriens eingenommen hätten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, die YPG habe am Sonntagabend eine heftige Gegenoffensive geführt.

Die Nato teilte am Montag mit, sie stehe mit der Türkei wegen der Offensive in Kontakt. Die Türkei habe unter Terrorismus gelitten und habe ein Recht auf Selbstverteidigung. Das Militärbündnis rief Ankara aber auf, sich auf eine „verhältnismäßige und maßvolle Art und Weise“ zu verteidigen. Die Nato ließ wissen, sie habe in Syrien keine Präsenz, als Mitglied der Koalition gegen den IS liege aber ihr „Fokus auf der Niederlage“ der Extremistengruppe.

Das türkische Innenministerium gab bekannt, dass 24 Personen wegen Terrorpropaganda bezüglich der Offensive „Olivenzweig“ festgenommen worden seien, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Erdogan hatte Kurden in der Türkei am Sonntag davor gewarnt, auf den Straßen gegen die Militäraktion zu protestieren. Die Polizei löste Proteste in Ankara und Istanbul auf, mindestens zwölf Demonstranten in Istanbul wurden festgenommen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um eine andere Demonstration in der Hauptstadt Ankara zu beenden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • ap
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Syrien - Türkei setzt Offensive gegen Kurden fort

6 Kommentare zu "Syrien: Türkei setzt Offensive gegen Kurden fort"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • „Ich muss also nur lange genug in einem fremden Land leben, damit ich es als mein Land in Anspruch nehmen kann?“

    Nimmt man gesamten Kommentar, lässt das nicht nur auf ein Geschreibsel von einem Hirn mit nicht besonders funktionsfähigen Merkmalen schließen, sondern auch darauf, dass es sich bei dem Schreiberling trotz deutschem Namen nicht um einen Deutschen handeln kann.

    Denn ein Deutscher kann in Deutschland nicht „nur lange genug in einem fremden Land gelebt haben müssen, um es als sein Land in Anspruch nehmen zu können.

    Wenn der Typ mit dem deutschen Namen in Deutschland also lange genug gelebt hat, um Ansprüche „auf sein Land“ zu erheben, kann er also nur ein Ausländer sein. Seine 3 Kommentare zeigen einen engen Bezug zu EgoWahn auf, den und dessen islamistisches Wahnverhalten er bedingungslos zu unterstützen scheint.

    Nicht nur dumm gelaufen für diese Dumpfbacke, sondern auch aus meiner Sicht ein dringender Fall für den Verfassungsschutz.

  • Hallo Herr Keizer! Ich muss also nur lange genug in einem fremden Land leben, damit ich es als mein Land in Anspruch nehmen kann? Gut zu wissen, dann erwarte ich Ihre Unterstützung, wenn ich demnächst in einer deutschen Stadt den bewaffneten Aufstand übe! Und wehe Sie drohen mir mit der Bundeswehr! Das wäre unmenschlich!

  • @ Herr Kurt Bäcker
    22.01.2018, 14:11 Uhr
    Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass es in Syrien große Gebiete gibt, in denen Kurden leben? Die leben schon lange da, wie auch im Iran und Irak. Das ist ihr Land, nicht das von Erdogan. Im Kampf gegen den IS waren die Kämpfer gerade recht. Im Irak waren sie die Einzigen, die den bedrängten Jesiden geholfen haben. Jetzt kann man die Kurden nicht mehr brauchen. Der Aggressor ist Erdogan. Es ist ein Angriffskrieg, der mit Sanktionen beantwortet werden müßte. Wir sollten unsere Beziehungen zu dieser Türkei schleunigst überdenken. Das kann kein Verbündeter mehr sein.

  • Herr Bäcker, sagt Ihnen z.B. "Kobane" was?

  • Hat sich schon mal jemand gefragt, was bewaffnete Kurden in Syrien verloren haben?

  • Möge Erdogan den Kurden-Terror ein für allemal ausradieren. Die Amerikaner werden diese Terroristen nicht länger missbrauchen können, um ihren dreckigen imperialistischen Fuß in Syrien zu behalten. Die Amerikanische Propaganda glauben nur noch die dümmsten unter uns.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%