Syrien
Uno-Bericht geht von fünf Giftgasangriffen aus

Die Uno hat ihren Chemiewaffen-Abschlussbericht zu Syrien vorgelegt: Die Inspektoren gehen von fünf Giftgasangriffen aus. Wer für den Einsatz der tödlichen Waffen verantwortlich ist, bleibt offen.
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New YorkIm Bürgerkrieg in Syrien ist nach Angaben der Vereinten Nationen mehrfach Giftgas eingesetzt worden. In ihrem am Donnerstag Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegten Abschlussbericht gingen Uno-Experten um den Schweden Ake Sellström von fünf Attacken aus.

An dem Einsatz des Nervengases Sarin im August nahe Damaskus gebe es keinen Zweifel, an vier weiteren Orten seien Gasangriffe wahrscheinlich. Wer dafür verantwortlich ist, ging aus dem mit Anhängen 82 Seiten langen Bericht nicht hervor. Das syrische Regime und die Rebellen beschuldigen sich gegenseitig, Giftgas einzusetzen.

Es gebe klare Beweise dafür, dass am 21. August in Ghouta nahe Damaskus Sarin verschossen wurde, hieß es in dem Bericht. Bei dem Angriff seien auch Kinder unter den etwa 1400 Toten gewesen.

Für den nun vorgelegten zweiten Bericht waren die Inspekteure nach Syrien zurückgekehrt, um weitere Vorfälle zu untersuchen. Aus diesem ging hervor, dass auch bei zwei vorherigen Vorfällen - im März in Khan Al Asal und im April in Sarakeb - Zivilisten unter den Opfern gewesen seien. Bei zwei weiteren Angriffen im August, beide wie der in Sarakeb als „kleiner“ eingestuft, seien hingegen Kämpfer das Ziel gewesen.

An den vier Orten sei ein Gas-Einsatz wahrscheinlich, wenn er letztlich auch nicht eindeutig bewiesen werden könne. Dazu lägen zu wenig unabhängig gesammelte Informationen vor. Die Gutachter stützen ihre Annahmen aber auf Bodenproben, die Untersuchung von Patienten, Gespräche mit Augenzeugen und der Auswertung von Waffen. Bei zwei der sieben untersuchten Orte gab es demnach keinen Hinweis auf einen Giftgas-Einsatz.

Ban sagte, der Einsatz von Chemiewaffen sei ein "schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht". Die Welt müsse "wachsam" sein und dafür sorgen, dass diese "schrecklichen Waffen" zerstört würden, "nicht nur in Syrien, sondern überall auf der Welt". Am Freitag sollte Ban den Bericht in der Uno-Vollversammlung vorstellen.

Die Regierung in Damaskus hatte die Uno-Experten im Frühjahr selbst angefordert - und dann fünf Monate nicht eingelassen sowie hingehalten. Erst im Spätsommer hatte Sellströms Team einreisen dürfen, für einige Untersuchungen war es da schon zu spät.

Im September hatten die Inspektoren den vorläufigen Bericht vorgelegt, in dem von „klaren und überzeugenden Beweisen“ für einen Giftgasangriff mit dem Nervengas Sarin die Rede war. Die Bestätigung und die Androhung einer möglichen US-Militärintervention mündeten in einer Einigung zwischen Washington und Moskau, die syrischen Chemiewaffenarsenale bis Mitte 2014 zu vernichten.

Der Prozess der Sicherung der waffenfähigen Chemikalien ist derzeit noch im Gange. Ob die Regierung von Präsident Baschar al-Assad oder die Rebellen für die Attacken verantwortlich sind, blieb unerwähnt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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