Syrien
USA liefern Rebellen Munition

Im Kampf gegen den IS wollen die USA arabische Rebellengruppen unterstützen. Die geplante Militärausbildung scheiterte kläglich. Nun greift eine neue Taktik – gleichzeitig wachsen Zweifel an den Motiven der Kurdenmiliz.

Washington/BeirutUS-Transportflugzeuge haben im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat Munition für Handfeuerwaffen für arabische Rebellengruppen im Norden Syriens abgeworfen. Der US-Militär-Sprecher in Bagdad, Steve Warren, sagte am Montag, der Abwurf habe bereits am Sonntag stattgefunden.

Er sagte nicht, welche Gruppen die Munition erhalten sollten. Ihre Anführer seien jedoch überprüft worden. Sie kämpften, um den IS aus dem Norden Syriens zu vertreiben.

Das Vorgehen folgt der neuen US-Linie im Kampf gegen die Terrormiliz in Syrien. So hatte die Regierung von Präsident Barack Obama in der vergangenen Woche verkündet, Bemühungen um den Aufbau einer neuen syrischen Rebelleneinheit einzustellen. Stattdessen würden bestehende Rebellengruppen mit Ausrüstung - darunter Munition - versorgt, die auch das Ziel der USA verfolgen, den IS zu bezwingen.

Ein kurdischer Beamter aus der im Norden Syriens gelegenen Stadt Kobane sagte unterdessen, die USA hätten der wichtigsten Kurdenmiliz - der mit der PKK verbundenen Volksverteidigungseinheit YPG - 120 Tonnen Waffen und Munition zur Verfügung gestellt. Er wisse nicht, ob diese Ausrüstung auf dem Land- oder Luftweg angekommen sei.

Doch das für die Anti-IS-Koalition zuständige US-Militärhauptquartier dementierte diese Angaben. In der vergangenen Woche seien syrische Kurden nicht direkt mit Waffen oder Munition beliefert worden, teilte es der Nachrichtenagentur AP in einer E-Mail mit.

Kriegsverbrechen-Vorwurf gegen Kurdenmiliz YPG

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien bezieht, teilte mit, dass die YPG und andere Gruppen eine „Streitmacht für ein demokratisches Syrien“ gebildet hätten. Ihr Hauptziel sei die Bekämpfung des IS.

In diesem Bündnis seien Araber, Kurden und assyrische Rebellen vereint. Ihr Ziel sei es, gemeinsam auf die Stadt Rakka zu marschieren, die die selbst ernannte Hauptstadt des IS ist.

Amnesty International erhebt dagegen schwere Vorwürfe gegen YPG. Die syrische Kurdenmiliz hat demnach Tausende Zivilisten im Norden des Landes vertrieben und ihre Häuser zerstört. Die Taten verstießen gegen das humanitäre Völkerrecht und liefen auf Kriegsverbrechen hinaus, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag. Ein YPG-Sprecher wies die Anschuldigungen zurück.

Amnesty warf der Gruppe vor, vor allem nichtkurdische Bewohner nach der Einnahme von Dörfern vertrieben zu haben. Hintergrund seien vermeintliche Sympathien oder Verbindungen zum IS. Die Menschenrechtler beriefen sich dabei auf Gespräche mit 37 Bewohnern der syrischen Provinzen Hassaka und Rakka. Die Milizionäre drohten demnach danach mit, Luftangriffe der US-geführten Allianz anzufordern, sollten die Häuser nicht aufgegeben werden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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