Syrien
Wie Trump Putins Strategie übernimmt

US-Präsident Donald Trump hat laut einem Zeitungsbericht die verdeckten Waffenlieferungen der CIA an syrische Rebellen stoppen lassen. Ein Zugeständnis an Russlands Präsidenten Putin?
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Tel AvivMit diesem Schritt wendet sich US-Präsident Donald Trump in seiner Syrien-Strategie ganz klar von der seines Vorgängers Barack Obama ab. Fortan verfolgt Washington nicht mehr das Ziel, das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen. Deshalb will Trump die verdeckten Waffenlieferungen der CIA an den syrischen Widerstand einstellen. Beobachter sehen darin eine signifikante Konzession an Moskau, die letztlich bedeute, dass Wladimir Putin in Syrien gewonnen habe.

„Trump verspielt in Syrien eine wichtige Karte“, kommentiert der israelische Syrien-Spezialist Moshe Maoz den Verzicht auf die CIA-Hilfe an die Rebellen. Washington sei Moskau in die Falle getappt, meint Charles Lister vom Middle East Institute: Die USA schwäche damit den moderaten Widerstand in Syrien und mache ihn verwundbar. Davon würden Assad, Russland sowie der Iran und die Hisbollah profitieren, die für das syrische Regime kämpfen.

Die Rebellen, darunter auch die Free Syrian Army, erhalten zwar weiterhin Unterstützung von nicht-staatlichen Organisationen am Persischen Golf und können zudem auf medizinische Betreuung ihrer Verwundeten durch Israel zählen. Aber das Kräfteverhältnis habe sich durch den Rückzug der CIA insgesamt zu Ungunsten der Rebellen verschoben, sagen Beobachter in Beirut. Ohne die massive militärische Hilfe Russlands hätte Assad vermutlich nicht überleben können. Zudem wird der syrische Machthaber auch von Iran und Hisbollah unterstützt.

Vor vier Jahren hatte Obama ein CIA-Programm ins Leben gerufen, um Rebellen, die in Washington als moderat eingestuft wurden, mit Waffen und Munition zu versorgen. Die vom CIA trainierten Rebellen hatten den Auftrag, gegen Assad zu kämpfen und ihn zu beseitigen.

Die Syrien-Strategie Trumps, die sich weitgehend mit derjenigen Moskaus deckt, war bereits im April beschlossen worden. Jetzt wurde sie erstmals in der „Washington Post“ veröffentlicht. In den vergangenen Wochen hatte es in der US-Hauptstadt lediglich geheißen, der Sturz Assads sei keine Priorität mehr. Zudem haben sich jetzt die USA und Russland zusammen mit Jordanien auf Waffenstillstandszonen geeinigt. Eine erste gilt bereits für die südlichen Provinzen Daraa, Kuneitra und Sueida.

Dass die amerikanisch-russisch-jordanische Vereinbarung das Grenzgebiet zu Israel betrifft, sieht man in Jerusalem mit großer Sorge. Denn über Krieg und Frieden in einem Gebiet, das für Israel wichtig ist, wird diskutiert, ohne dass Israel mitreden kann und ohne dass israelische Interessen berücksichtigt werden. Das sei „verstörend“, meint ein hochrangiger Offizier. Zudem befürchtet Jerusalem, dass sich iranische Truppen oder deren Stellvertreter im syrischen Grenzgebiet ausbreiten werden, was aus israelischer Sicht eine ernste strategische Bedrohung ist.

Als Beleg für ihre Bedenken verweisen israelische Politiker auf die Freude in Teheran, mit der ein Sprecher des iranischen Außenministeriums die Einrichtung von Waffenstillstandszonen begrüßt hatte. Es wäre nützlich, wenn sie auf ganz Syrien ausgedehnt würden, hieß es dort. Iranische und russische Diplomaten würden darüber  „regelmäßig“ mit Moskau kommunizieren.

Experten bezweifeln allerdings, dass die Waffenruhe eine Chance hat. Eine definitive Lösung der syrischen Tragödie sei nämlich nicht im Interesse Putins, meint Anna Borshchevskaya vom Washington Institute. Sei der Bürgerkrieg einmal zu Ende, wäre die russische Präsenz in Syrien nicht mehr zu rechtfertigen. Kurzfristig könnte die Waffenruhe allerdings trotzdem halten. Daran, so Borshchevskaya, habe Putin wiederum ein Interesse, weil es mithelfen würde seine Zusammenarbeit mit Trump zu intensivieren.

Kommentare zu " Syrien: Wie Trump Putins Strategie übernimmt"

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  • Endlich. Das war überfällig. Auch wenn es den "Friedensengeln" in Europa und den USA nicht passt. Der einzige, der für Ruhe und Stabilität in Syrien sorgen kann ist Assad. Und ja, er macht das auf eine Weise, die nicht dem entspricht was wir in solchen Fällen für angemessen halten. Ja und? Syrien war wie der Irak, Ägypten und Libyen vergleichsweise ruhig und stabil, als die dortigen Machthaber das so regeln konnten, wie sie es in der Vergangenheit getan haben. In diesen zusammengewürfelten aus Clans bestehenden und vom Islam durchdrungenen Gesellschaft, da klappen unsere Vorstellungen von freiheitlich demokratischer Grundordnung nicht. Da klappt nur Knüppel aus dem Sack. In Syrien konnten verschiedene Religionen nebeneinander existieren. Und zwar genau so lange, bis "der Westen" meinte, irgend welche Deppen zu unterstützen, die "Freiheit, Freiheit" riefen. Hätte man sich damals raus gehalten, Assad hätte das Thema in guter, alter regionaltypischer Herrschaftsmanier erledigt. Und ja, das hätte Tote gegeben. 10.000? 20.000? 100.000? Aber auf alle Fälle weniger, als der Bürgerkrieg seitdem. Und es hätte kein auch noch so kleines Machtvakuum gegeben, in dem sich der IS entwickeln konnte. Und auch der Irak und Ägypten sowie Libyen waren frei von religiösen Fundamentalisten. Warum? Weil die Herrscher dort wussten, dass sie diese nicht groß werden lassen durften. Deshalb saß Mursi im Knast. Und das war auch gut so. In Ägypten hat es das Militär gerade noch geschafft, ein Schicksal wie in Libyen zu verhindern.

    Wir müssen aufhören zu glauben, dass unsere Lebensweise und unsere Staats-/ Regierungsformen die alleinseeligmachende Lösung für den Rest der Welt ist. Ein Blick auf den Globus zeigt, dass wir eher eine Minderheit sind. Europa in den grenzen der EU, Nordamerika, Australien, Neuseeland, Japan. Das war es. Der Rest? Der lebt es anders. Das fängt schon in Südamerika an. Und in den meisten Gegenden ist eben eher der starke Mann und die Knute das Mittel der Wahl...

  • Herr Trump und Herr Putin regeln die Sache, es gibt aber jemanden in Europa der hat die halbe syrische Armee im Land. Sprich, der Hosenanzug hat wieder enormen Schaden verursacht.

  • Wenigstens geben die Amerikaner jetzt mal zu, den Buergerkrieg in Syrien verursacht
    und angeheizt zu haben. Ist doch mal ein Anfang.

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