Syrienkrise
Uno-Manager werfen Politik Versagen vor

Es ist ein Dokument der Empörung, wenn auch diplomatisch verpackt: Acht der höchsten Uno-Manager haben der Politik Versagen in der Syrienkrise vorgeworfen. Sie appellieren an die Führer, ihre Differenzen beizulegen.
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New YorkIn ungewohnt deutlicher Sprache haben acht der höchsten Repräsentanten der Vereinten Nationen die Politik in der Syrienkrise scharf kritisiert. „Wir brauchen politische Führer, die ihre Differenzen beiseitelegen und ihren Einfluss für einen spürbaren Wandel in Syrien nutzen“, heißt es in einer am Freitag in New York verbreiteten Erklärung, vier Jahre nach Beginn der Gewalt, die laut Uno mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet hat. „Wir fragen uns, was noch geschehen muss, um diese Krise zu beenden.“

Zu den Unterzeichnern gehören Uno-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos, Unicef-Chef Anthony Lake, WHO-Direktorin Margaret Chan und Flüchtlingskommissar Antonio Guterres. Sie verfügen zusammen über einen Milliardenetat und Tausende Mitarbeiter - benötigen für viele Einsätze aber grünes Licht vom Sicherheitsrat. Das mächtigste Uno-Gremium ist seit der Blockadepolitik Russlands und Chinas gegen die anderen 13 Nationen im Rat aber völlig zerstritten.

„Wir haben unser Entsetzen, unsere Empörung, unsere Enttäuschung ausgedrückt, während die Tragödie sich entwickelte“, heißt es in der kurzen Erklärung. „Als humanitäre Helfer haben wir uns verpflichtet, weiter unser Bestes zu geben, um den Menschen zu helfen. Menschen, die ohne Schutz sind. Eingeschlossen. Ohne Ausweg.“ Mehr als zwölf Millionen Menschen brauchten Hilfe zum Überleben, fast vier Millionen seien ins Ausland geflohen.

Die Politik müsse Druck auf die Kriegsparteien ausüben: „Um die wahllosen Angriffe auf Zivilisten zu beenden; um die Belagerungen aufzuheben, die mehr als 212.000 Menschen seit Monaten ohne ausreichende Nahrung einschließen; um Hilfslieferungen zu ermöglichen; um die Kollektivbestrafung von Menschen zu beenden, die von Wasser und Strom abgeschnitten sind; und um den völligen Zusammenbruch des Bildungssystems zu vermeiden.“

Das Volk Syriens und alle Völker der Welt wollten, dass das Leiden aufhöre. „Die Zukunft einer ganzen Generation steht auf dem Spiel. Und die Glaubwürdigkeit der Weltgemeinschaft steht auf dem Spiel.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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