Syrienkrise
Wen hat Putin im Visier?

Moskau greift in den blutigen Konflikt in Syrien ein - doch wen bekämpft Kremlchef Putin? Die Zweifel der westlichen Staaten am russischen Eingreifen wachsen. Denn Russland bombardiert nicht nur die IS.

New York/MoskauUnmittelbar nach dem Start der russischen Intervention im syrischen Bürgerkrieg wachsen im Westen Zweifel an den Absichten Moskaus. Russland hat bei seinen Luftangriffen nach US-Informationen offenbar auch Gebiete bombardiert, in denen sich keine Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat aufhielten, sagte Pentagonchef Ashton Carter. Ähnlich äußerte sich sein französischer Kollege Jean-Yves Le Drian, Deutschland forderte Aufklärung von Moskau. Der oppositionelle Syrische Nationalrat meldete Dutzende zivile Todesopfer durch die russischen Luftangriffe, was Moskau jedoch umgehend zurückwies.

Russland hatte seine Syrien-Initiative tagelang gezielt vorbereitet - unter anderen in einem Treffen von Präsident Wladimir Putin mit US-Präsident Barack Obama. Am Mittwoch genehmigte dann der russische Föderationsrat auf Putins Antrag hin einen Militäreinsatz in dem seit 2011 umkämpften Bürgerkriegsland. Putin erklärte, der Einsatz diene dazu, das eigene Land vor extremistischen Rückkehrern aus Syrien zu schützen und Assads Offensive gegen den Terror zu unterstützen. Wenige Stunden später griffen russische Kampfjets erstmals an.

Doch herrschte nach den Angriffen Verwirrung darüber, was tatsächlich getroffen wurde. Aus dem US-Verteidigungsministerium verlautete, dass die russischen Kampfjets Ziele in der Provinz Homs angegriffen hätten. Aktivisten vor Ort berichteten ebenfalls von Luftangriffen in Homs und Hama mit Dutzenden Toten - allerdings in Gebieten, die nicht unter Kontrolle des IS stehen.

Pentagonchef Carter stützte diese Auffassung. „Wenn man Assad unterstützt und offenbar jeden unter Feuer nimmt, der gegen Assad kämpft, dann nimmt man den ganzen Rest des Landes unter Feuer“, sagte er in Washington. „Das entspricht nicht unserer Position. Zumindest einige Teile der Opposition gegen Assad gehören zum politischen Übergang. Deshalb ist der russische Ansatz zum Scheitern verurteilt.“

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„Absolut legitim“

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