Syrische Anlage
Inspektoren entdecken offenbar Uran-Spuren

Uno-Inspektoren haben in einer von Israel 2007 bombardierten Anlage offenbar geringe Spuren von künstlich hergestelltem Uran gefunden. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA arbeitet Diplomaten zufolge erstmals an einem offiziellen Bericht über ungeklärten syrischen Nuklear-Aktivitäten.

HB WIEN. Das sagte ein ranghoher Diplomat am Montag in Wien der Nachrichtenagentur Reuters. Die IAEA werde das Nahost-Land daher erstmals zum Gegenstand eines Untersuchungsberichts machen. Zudem werde das Thema auch auf die Tagesordnung der IAEA-Gouverneurstagung Ende November gesetzt.

Die Uno-Unterorganisation geht seit Mai Geheimdienstinformationen der USA nach, denen zufolge Syrien mit nordkoreanischer Hilfe kurz vor der Fertigstellung einer Anlage zur Plutoniumherstellung stand. Plutonium ist ein Hauptbestandteil von Atombomben und kann durch die Anreicherung von Uran gewonnen werden. Syrien weist die Vorwürfe zurück, es strebe unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich nach Nuklearwaffen. Der US-Bericht sei eine Fälschung.

„Die Behörde glaubt genügend Informationen zu haben, um Syrien direkt nach Nordkorea und dem Iran auf die Tagesordnung setzen zu können“, sagte der Diplomat. Ein anderer Diplomat mit Verbindungen zur IAEA ergänzte, die im Juni gefundenen Spuren von Uran seien nicht natürlichen Ursprungs, sondern von Menschen hergestellt. Die Spuren seien aber so gering, dass sie nicht für den Beweis einer Anreicherung im großen Stil ausreichten. Sie könnten auch ungewollt durch verseuchte Kleidung von Wissenschaftlern oder bestimmte Instrumente in die Anlage gelangt sein. Dennoch sei die IAEA zu dem Schluss gekommen, dass Syrien nun einige Fragen zu beantworten habe, fügte der Diplomat hinzu.

IAEA-Generaldirektor Mohamed ElBaradei hatte noch im September erklärt, auf dem Gelände genommene Proben hätten keinerlei Hinweise auf atomare Aktivitäten erhalten.

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