Syrische Rebellen: Waffenruhe nur bei Stopp russischer Angriffe

Syrische Rebellen
Waffenruhe nur bei Stopp russischer Angriffe

Die syrische Opposition macht ein Ende der russischen Luftangriffe zur Bedingung für einen Waffenstillstand. Unterdessen wächst der Flüchtlingsstrom nach Griechenland plötzlich stark an.

Athen/Genf/WienDie syrische Opposition macht ein Ende der russischen Luftangriffe zur Bedingung für einen Waffenstillstand. Die Vereinten Nationen müssten eine Garantie dafür geben, dass etwa Russland und der Iran ihre Angriffe einstellten, erklärte das Hohe Verhandlungskomitee am Samstag. Alle Seiten sollten die Kämpfe gleichzeitig beenden. Die Regierung müsse Gefangene freilassen. Weitere Voraussetzungen seien ein Ende der Belagerungen und landesweit ein freier Zugang für Hilfsorganisationen.

Ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärte jedoch, sein Land halte an seiner "Politik der Unterstützung der syrischen Streitkräfte bei ihrem Vorgehen gegen Terroristen und gegen terroristische Vereinigungen fest". Russland unterstützt die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad mit Luftangriffen. Verhandlungen über eine Friedenslösung scheitern vor allem daran, welche der Gegner Assads als Terroristen eingestuft werden. Davon hängt auch ab, wer zu den Friedensverhandlungen in Genf zugelassen wird.

Ein Insider brachte nun eine Feuerpause von zwei bis drei Wochen ins Spiel. Diese könnte dann erneuert werden und würde von allen Gruppierungen mit Ausnahme der Extremistenmiliz Islamischer Staat unterstützt, sagte eine den Verhandlungen nahestehende Person. Für einen Waffenstillstand dürfte zumindest anfangs auch die Nusra-Front nicht mehr angegriffen werden. Die der Al-Kaida nahestehende Gruppierung wird vom UN-Sicherheitsrat als Terroristenorganisation eingestuft und ist von den Verhandlungen ausgeschlossen. Ihre Mitglieder kämpfen zusammen mit anderen Rebellengruppen in mehreren Regionen.

Am Freitag waren Militärvertreter der USA und Russlands nach Angaben von Diplomaten in Genf zusammengekommen, um über eine angestrebte Waffenruhe zu beraten. Die EU forderte die Kriegsparteien auf, die Bombardierung von Zivilisten im Norden des Landes zu stoppen. Nach UN-Schätzungen leben fast 500.000 Menschen in 15 belagerten Gegenden in Syrien. 4,6 Millionen können von Hilfsorganisationen kaum erreicht werden. Mancherorts sind bereits Menschen verhungert.

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Waffenruhe nur bei Stopp russischer Angriffe

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11.000 Menschen in vier Tagen

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Scharfe Kritik der EU-Kommission

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